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Einsatztagebuch EUTM Mali Teil 3: „Auf diesen Berg steige ich nicht!“

Koulikoro, 24.03.2016.

Seit Anfang des Jahres ist Feldwebel Andre B. als Ausbilder im Einsatz bei EUTM Mali. In regelmäßigen Abständen berichtet der Infanterie-Truppführer von seinen Eindrücken. Im dritten Teil seines Einsatztagebuchs ist er für jede Abkühlung dankbar. Das Trainingsprogramm der malischen Soldaten läuft mittlerweile auf Hochtouren und ist bereits zur Hälfte geschafft.

Feldwebel Andre B. bei der Vorbereitung einer Ausbildung.

Feldwebel Andre B. bei der Vorbereitung einer Ausbildung. (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Horido, hier ist wieder Feldwebel B. und ich melde mich erneut von meinem Einsatz bei EUTM Mali. Hatte ich letztes Mal davon gesprochen, dass es hier nun immer wärmer wird, mir aber Schwitzen lieber sei als Frieren? Ja, ich erinnere mich, aber bei den momentanen Tagestemperaturen von 45 Grad ist man für jede Abkühlung dankbar. Und sei es nur in Form von Gedanken an den kühlen März zu Hause.

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Ausbildung läuft auf Hochtouren

Sandkastenausbildung schafft die Grundlagen für die spätere Umsetzung in der Praxis.

Sandkastenausbildung schafft die Grundlagen für die spätere Umsetzung in der Praxis. (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildung der malischen Soldaten läuft inzwischen auf Hochtouren, die Hälfte unseres zwölfwöchigen Trainingsprogramms ist schon fast vorbei. Mittlerweile verfügen unsere Soldaten auch über eine rundum zufriedenstellende Menge an Material. So wird unser Improvisationstalent etwas weniger gefordert. Die Ausbildung ist nur sehr schwer mit der zu Hause zu vergleichen. Es kann beispielsweise vorkommen, dass die malischen Soldaten nicht auf einen Berg steigen, der mit ihrem Nachnamen übereinstimmt. Es gibt nun mal bestimmte, traditionelle Vorstellungen hier, die uns erstmal ein wenig wundern. Trotzdem bin ich mit den gezeigten Leistungen der malischen Soldaten sehr zufrieden. Und, wenn ich genau überlege, soll es ja auch in Europa und den USA Hochhäuser ohne 13. Stockwerk geben, soviel also dazu.

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Besonderheiten im urbanen Gelände

Ausbildung für das Vorgehen in urbanem Gelände.

Ausbildung für das Vorgehen in urbanem Gelände. (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Ich habe hier ja schon mal geschrieben, dass wir eine Kompanie der malischen Gendarmerie ausbilden, deswegen sind wir in der jetzigen Phase der Ausbildung hauptsächlich in bebautem Gelände unterwegs. Wir konzentrieren uns auf Themen wie Checkpoints oder das Vorgehen in Gebäuden. Wie ihr vielleicht wisst, nimmt die Gendarmerie auch polizeiliche Aufgaben wahr. Dazu ist es sehr wichtig, dass sie im zivilen, bebauten Umfeld so überlegt und rücksichtsvoll wie möglich vorgeht. Oft kommt es vor, dass wir auch „wirkliche“ Zivilisten haben, die durch unseren Checkpoint fahren, einfach weil es hier keine klaren Grenzen zwischen Übungsgelände und Dorf gibt - um nicht zu sagen, gar keine. Witzigerweise freuen sich die Malier und insbesondere die Kinder immer sehr, wenn sie uns bei der Ausbildung mit den malischen Soldaten sehen. Da hat man auch schon mal einen Farmer, der unseren Checkpoint durchfährt, wie in der Realität auch.

Nächstes Mal melde ich mich wieder, dann erreichen wir mit „unseren“ malischen Soldaten sicher das nächste Level, aufgrund der bisher gezeigten Leistung bin ich da wirklich sehr guter Dinge.

Bis dahin, Horido

Euer Andre B.

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Stand vom: 24.03.16 | Autor: Andre B.


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