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Djibouti, 24.03.2010.

„Wann kommt das Flugzeug mit den Ersatzteilen aus Deutschland?“, „Ist das Personal für das Einlaufen der Fregatte bereit?“, „Sind die Techniker zum Ausladen der Hubschrauber bereits eingetroffen?“, „Ist der erkrankte Soldat wieder transportfähig?“ Kommen anderenorts die Operationen ins Stocken, werden hier plötzlich zahlreiche Fragen laut, die alle gleichzeitig beantwortet werden wollen. Die Rede ist von den Soldatinnen und Soldaten der „Deutsche Versorgungs- und Unterstützungsgruppe“ (DVUG) des Einsatzkontingentes Operation Enduring Freedom (OEF) in Djibouti.

Der Leiter der DVUG bei einer „Musterung“ der Soldatinnen und Soldaten vor dem „Containerdorf“

„Musterung“ (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Leiter dieser verhältnismäßig kleinen Truppe ist Fregattenkapitän Frank Steinbeck. Der gebürtige Westfale ist seit dem 2. Februar 2010 Leiter der rund 30 Frauen und Männer aller Dienstgradgruppen. „Wir haben eine Schnittstellenfunktion zu allen deutschen Einheiten und Soldaten am Horn von Afrika“, berichtet der Leiter. Natürlich betrifft dies nicht nur den Einsatz OEF. Vielmehr ist die DVUG Ansprechpartner für alle deutschen Soldaten und Einheiten, die nach Djibouti kommen, insbesondere auch von Einheiten der Anti-Piraterie-Operation Atalanta. „Die Unterstützung umfasst neben der Logistik, der medizinischen Versorgung und der Kontaktaufnahme mit den in Djibouti stationierten Streitkräften unter anderem auch das Feldjägerwesen“, erklärt Steinbeck, der die Einheit zum zweiten Mal leitet.

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Ein Großraumtransportflugzeug vom Typ Antonow AN-124 wird entladen

Luftransport (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Stolze Bilanz

Die Bilanz der Unterstützungsgruppe kann sich sehen lassen. Pro Jahr wird hier ein Personaldurchlauf von etwa 550 Soldaten für die Marineeinheiten im Einsatz organisiert. Das bedeutet alle notwendigen Formalitäten wie Visa und Unterkünfte zu planen und abzuwickeln. 550 Soldaten, das heißt aber auch 550 Gepäcke ein- und ausfliegen. Dazu kommen noch 600 Tonnen Luftfracht und unzählige Container mit Frischware, die über den Seeweg in den Hafen transportiert und entsprechend umgeladen, gelagert und kontrolliert werden müssen. Besonders stolz ist Steinbeck auf die Wasseraufbereitungsanlage: „Mit diesem Gerät, dem sogenannten „Wasserbüffel“, sind wir in der Lage auch aus extrem verunreinigtem Wasser pro Stunde etwa 1.600 Liter reinstes Trinkwasser zu erzeugen.“ Gebraucht wird dieses Gerät, um die Schiffe der Deutschen Marine im Hafen mit Frischwasser zu versorgen.

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Die einzige Tauchdruckkammer Ostafrikas wird von der DVUG betrieben

Tauchdruckkammer (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Engpass Taucherdruckkammer

Eine weitere Besonderheit ist die Taucherdruckkammer, welche durch das Deutsche Kontingent betrieben wird. Diese medizinisch notwendige Sicherheitseinrichtung ist vorgeschrieben, sobald Marinetaucher vor Ort zum Einsatz kommen. In Ostafrika ist jedoch keine weitere funktionstüchtige Druckkammer verfügbar und so stützen sich auch die befreundeten Nationen immer wieder gerne auf die Fähigkeiten der Unterstützungsgruppe ab. „Wir haben jeden Monat einen Patienten, den wir nach einem Taucherzwischenfall medizinisch betreuen“, erklärt der Soldat aus Halle, der die Druckkammer betreibt. „Allerdings handelte es sich dabei bislang nicht um deutsche Taucher“, erklärt Steinbeck weiter.

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Im Containerdorf der DVUG, die Betreuungseinrichtung mit Telefon und internetfähigen PCs hat eine große Satellitenschüssel auf dem Dach

Verbindung in alle Welt (Quelle: Bundeswehr/Pressestele Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Auch für die Betreuung zuständig

Eine weitere nicht zu unterschätzende Aufgabe ist die Betreuung der Schiffsbesatzungen. So sind in einem eigenen Bereich im Hafen Betreuungscontainer aufgestellt worden. Dort besteht die Möglichkeit für 30 Cent je Minute nach Hause zu telefonieren oder auch das Internet zu nutzen. „Gerade der Kontakt nach Hause ist auf See so gut wie unmöglich, daher wird dieses Angebot sehr gerne genutzt und ist auch für die Motivation unerlässlich“, führt der Leiter aus. „Aber egal wie modern die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme auch sind, nichts ersetzt einen Brief oder ein Päckchen von zu Hause“, ergänzt er weiter. Und auch dafür, dass die Post zuverlässig beim Soldaten ankommt, sorgt die Deutsche Versorgungs- und Unterstützungsgruppe.

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Stand vom: 04.12.13 | Autor: Pressestelle Djibouti


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