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Deutscher Seefernaufklärer startet erstmals am Horn von Afrika

Djibouti/ Potsdam, 08.07.2008.

Der erste Auslandseinsatz des Seefernaufklärers „P-3C ORION“ vom Marinefliegergeschwader 3 begann am vergangenen Wochenende mit einem Eingewöhnungsflug über dem Golf von Aden.
Die Maschine kehrte am Samstagabend nach knapp drei Stunden Flugzeit auf den französischen Militärflughafen der ostafrikanischen Hafenstadt Djibouti zurück. „Die Maschine läuft gut, die Technik spielt mit“, erklärt ein Crewmitglied nach dem Jungfernflug zufrieden. Dennoch: „Die Bedingungen in Afrika unterscheiden sich gewaltig von denen im heimischen Nordholz“, ergänzt der taktische Einsatzleiter.
Vor allem die Temperaturen von über 45 Grad Celsius, der feine Sand und die starken Turbulenzen sind anders als in Niedersachsen.

Seefernaufklärer P-3C ORION auf den französischen Militärflughafen in Djibouti
In Position (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Mittlerweile gehören zwei Seefernaufklärer zum 17. Deutschen Einsatzkontingent der „Operation Enduring Freedom“ (OEF). Sonntag früh traf, nach einer Zwischenlandung in Italien, das zweite Flugzeug ein. „Wir haben uns entschieden eine weitere Maschine einzufliegen – einfach um bei diesen klimatischen Bedingungen eine Ersatzmaschine vor Ort und damit eine größere Redundanz für eine reibungslose Auftragserfüllung zu haben“, erklärt der Kommandeur des Verbandes Fregattenkapitän Dirk Groß. „Sie bleibt solange, bis wir sämtliche Ersatzteile hier unten haben und es klar ist, dass eine Maschine ausreicht“, ergänzt er.
Der Kommandeur und seine rund 100 Soldaten bereiten nun die ersten Einsatzflüge vor. Bevor diese beginnen, müssen noch etwa 30 Container für Werkstätten, Funkausstattung und Ersatzteile aufgebaut werden.

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Die P-3C ORION im Aufklärungsflug
Im Aufklärungsflug (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Der Überblick ist unerlässlich

Zu den Aufgaben der Flieger gehören in erster Linie regelmäßige Aufklärungs- und Überwachungsflüge in die angrenzenden Seegebiete am Horn von Afrika und des roten Meeres. Diese umfassen rund zwei Millionen Quadratmeilen und 7.000 Meilen Küstenlinie – eine Fläche die acht Mal der Bundesrepublik Deutschland entspricht.

Die zentrale Militärkraft in diesem Verantwortungsbereich ist die „Combined Task-Force (CTF) 150“, ein multinationaler Flottenverband bestehend aus etwa einem Dutzend Fregatten, Versorgungsschiffen und einigen wenigen Flugzeugen. Die Kontrolle über ein derartig großes Gebiet mit so wenig Schiffen ist eine schwierige Aufgabe. Mit ihren Fähigkeiten zur vernetzten Operationsführung stellt die ORION nicht nur ein entscheidendes Bindeglied bei der Seeraumüberwachung dar, sondern kann auch im Such- und Rettungsdienst eingesetzt werden.

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Das Flugzeug wird „fest“ gemacht
"Festgemacht" (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Lückenlose Operationsunterstützung

Obwohl wöchentlich tausende kleine Transportschiffe, sogenannte Dhaus, die Gewässer passieren, kann die Crew mit ihrem modernen Radar und den optisch- elektronischen Sensoren eine weitreichende Aufklärung gewährleisten.
Die multinationalen Bündnispartner sehen in den deutschen Seefernaufklärern einen wichtigen Beitrag zur lückenlosen Abdeckung des Operations- und Aufklärungsgebietes. Neben Deutschland verfügen nur Frankreich und die Vereinigten Staaten im Einsatzgebiet über Seefernaufklärer.

Trotz der widrigen Bedingungen, glühend heißer Temperaturen und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von einhundert Prozent: Die Stimmung der deutschen Soldaten ist gut. „Für uns ist das die Bewährungsprobe, wir wollen zeigen was wir können“, sagt der Kommandeur.

Deutschland hat acht Maschinen von den Niederlanden erworben. Sie lösen die über dreißig Jahre alten „BREGUET ATLANTIC“ ab.

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Stand vom: 13.08.12 | Autor: Pressestelle Djibouti und Redaktion EinsatzBw


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