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„In Ketten gelegt“ – Training am „Dingo“

Erbil, 24.02.2016.

Die deutschen Soldaten im Nordirak trainieren die Peschmerga auf unterschiedlichen Gebieten. Auch technische Ausbildungen stehen in Erbil auf dem Programm. So werden die kurdischen Kämpfer beispielsweise auch am Allschutz-Transportfahrzeug „Dingo“ ausgebildet.

Die Schutzzelle des „Dingos“ schwebt am Kran über dem Fahrwerk

Die Schutzzelle des „Dingos“ schwebt am Kran über dem Fahrwerk (Quelle: Bundeswehr/PAO Erbil)Größere Abbildung anzeigen

Ganz langsam, fast majestätisch, schwebt die Schutzzelle des „Dingos“ über dem Fahrwerk ein. Sie ist mit Ketten an einem Fahrzeugkran befestigt. In der von Panzerstahl geschützten Zelle finden sechs vollausgerüstete Soldaten Platz, die durch fünf große Panzerglasscheiben ihre Umgebung beobachten können.
„Der Dingo ist für uns an der Front eine super Unterstützung. Wir sind froh, dass wir ihn in unserem Kampf gegen Daesh nutzen können“, erklärt Generalmajor Ahmed Karzan, der Kommandant des Peschmerga-Depots in Erbil. Mit Daesh bezeichnet er den sogenannten „Islamischen Staat“, den die Peschmerga an der etwas mehr als 40 Kilometer entfernten Front bekämpfen. Im Materialdepot bilden die deutschen Soldaten die kurdischen Kämpfer an den von Deutschland bereitgestellten Fahrzeugen aus.

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Im Team zum Ziel

Auch der Reifenwechsel am „Dingo“ wurde bereits gemeinsam geübt

Auch der Reifenwechsel am „Dingo“ wurde bereits gemeinsam geübt (Quelle: Bundeswehr/PAO Erbil)Größere Abbildung anzeigen

Unter anderem haben die Peschmerga Krankenwagen, geländegängige Lastkraftwagen 2 Tonnen („Unimog“), leichte Lastkraftwagen Typ „Wolf“ und auch Feldküchen aus Deutschland erhalten. Aber allein mit deren Übergabe ist es nicht getan. „Wir bekommen hier Fahrzeuge, die die Peschmerga an der Front nutzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Fahrzeuge schnell einsatzbereit machen“, erläutert der Schirrmeister des 4. Deutschen Einsatzkontingents, während zwei deutsche Soldaten und kurdische Kameraden die Arbeit des Kranführers mit Eisenstangen unterstützen. Immer wieder drücken sie die Schutzzelle in die gewünschte Richtung. Der „Dingo“ hat ein Gesamtgewicht von 12,5 Tonnen, allein die abmontierte Schutzzelle wiegt rund 2,8 Tonnen – so viel, wie 140 der australischen Wildhunde, denen das Transportfahrzeug seinen Namen verdankt.

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Hoher Besuch bei der Ausbildung

Praktische Ausbildung am „Dingo“

Praktische Ausbildung am „Dingo“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Erbil)Größere Abbildung anzeigen

Die deutschen Ausbilder trainieren die Peschmerga durchgehend und zeigen ihnen zum Beispiel, wie sie die Fahrzeuge pflegen müssen, damit sie im Einsatz funktionieren, oder auch, wie sie an der Front behelfsmäßig repariert werden können. „Die Peschmerga, die wir hier trainieren, sollen später ihre eigenen Leute ausbilden“, sagt Major H., der sich heute zusammen mit Generalmajor Karzan die Ausbildung anschaut. „Wir hoffen, dass sie ab September ihre Kameraden in einer eigenen Ausbildungs- und Lehrwerkstatt trainieren können.“ Deutschland unterstützt dieses Vorhaben finanziell und mit Fachwissen – Major H. begleitet den Prozess.

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Kurz vor der Hochzeit

Die Peschmerga drücken die Zelle in die gewünschte Richtung

Die Peschmerga drücken die Zelle in die gewünschte Richtung (Quelle: Bundeswehr/PAO Erbil)Größere Abbildung anzeigen

„Noch ein kleines Stück. Zehn Zentimeter noch. Langsam… Stop!“ Gemeinsam haben die Deutschen und die Kurden den Kranführer erfolgreich eingewiesen. Mit etwas Druck über die Eisenstangen, viel Augenmaß und dem Fingerspitzengefühl des Kranführers ist die Schutzzelle sicher auf dem Fahrwerk gelandet. Jetzt müssen beide Elemente wieder miteinander verbunden werden. „Wir mussten die Zelle abnehmen, um an das Getriebe zu kommen. Erst so konnten wir es austauschen“, sagt ein deutsche Stabsunteroffizier, während er – halb unter den „Dingo“ gebeugt – Schutzzelle und Fahrwerk wieder miteinander „verheiratet“.
„Es macht Spaß, den Peschmerga unser Wissen über die Fahrzeuge weiterzugeben. Sie sind sehr aufgeschlossen, motiviert und dankbar für unsere Unterstützung“, schallt es unter dem „Dingo“ hervor.

Geschafft: Der „Dingo“ wird für heute zurück in die Halle geschoben

Geschafft: Der „Dingo“ wird für heute zurück in die Halle geschoben (Quelle: Bundeswehr/PAO Erbil)Größere Abbildung anzeigen

Jetzt kann der Kran die Zelle wieder von der Kette lassen. Bundeswehrsoldaten und kurdische Kämpfer schieben den „Dingo“ erst mal in die Halle. Der Tagesauftrag ist erfüllt: „Als nächstes stellen wir das Getriebe neu ein und erledigen noch ein paar andere Arbeiten. Wenn alles gut läuft, können die Peschmerga ihn in zwei Wochen wieder einsetzen“, sagt der Stabsunteroffizier, während der „Dingo“ langsam in der Fahrzeughalle verschwindet.

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Stand vom: 24.02.16 | Autor: Markus Herholt


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