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Ich bin iM EINsatz: Alle Zügel fest in der Hand

Gao, 23.02.2016.

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Schirrmeister Lars J., „Wir sind nun mal das erste Kontingent.“

Schirrmeister Lars J., „Wir sind nun mal das erste Kontingent.“ (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Hauptfeldwebel Lars J., ich bin 41 Jahre alt und Schirrmeister des ersten deutschen Einsatzkontingents bei der MINUSMA-Mission in Gao.

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Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Der Schirrmeister ist immer mit dabei.

Der Schirrmeister ist immer mit dabei. (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabenliste ist momentan ziemlich lang: Ich bin verantwortlich dafür, dass die deutschen Fahrzeuge zu jeder Zeit einsatzbereit sind und sie dafür regelmäßig durch unsere Instandsetzung gewartet und repariert werden.

Daneben kümmere ich mich um das gesamte Transportgeschäft: Wann kommt zum Beispiel welches Personal oder Material auf dem Landweg oder per Flugzeug nach Gao? Werden Soldaten, ihr Gepäck oder Material eingeflogen, oder müssen sie wieder raus, bin ich auch für die Flugabfertigung zuständig.

Da wir hier das erste Kontingent sind, fällt in dieser Anfangszeit noch jede Menge anderes an, was meine Jungs und Mädels mit mir zusammen erledigen. In den letzten beiden Wochen haben wir überall im Lager am Aufbau und der Erweiterung der deutschen Bereiche im Camp unterstützt. Zum Beispiel haben wir Tische und Bänke für die Außenbereiche der Unterkünfte gezimmert und gerade gestern erst einen Vierkant für den „Eagle IV“ geschweißt. Der eigentliche Schlüssel ist noch unterwegs, aber wir müssen trotzdem am Fahrzeug arbeiten können und solch ein Spezialwerkzeug haben die niederländischen Instandsetzer leider nicht.

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Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Hauptfeldwebel Lars J. und sein Team bauen die deutschen Bereiche im Camp Castor mit auf.

Hauptfeldwebel Lars J. und sein Team bauen die deutschen Bereiche im Camp Castor mit auf. (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Zu Hause in Deutschland bin ich Schirrmeister und Transportfeldwebel – hier in Mali habe ich den gleichen Job. Besonders ist hier die „Hand in Hand“-Zusammenarbeit mit den niederländischen Soldaten. So was Tolles hab ich vorher in anderen Einsätzen noch nicht erlebt. Ich war bei ISAF in Afghanistan und IFOR in Bosnien, aber dort hatte ich kaum Kontakt zu den Soldaten anderer Nationen.

Das liegt vielleicht auch daran, dass wir hier neu sind. Wir machen einfach alles gemeinsam mit der niederländischen Instandsetzung. Die Zusammenarbeit ist super, im gesamten Bereich ist die Stimmung wirklich bestens. Wir haben mittlerweile eine gemeinsame Lage und treten zusammen an. Wir haben uns auch schon mal Zeit genommen und einen gemeinsamen Filmeabend gemacht. Das war richtig gut und hat viel zum „Wir-Gefühl“ beigetragen.

Was ich an den Niederländern besonders schätze und wovor ich meinen Hut tief ziehe: Wenn sie etwas möglich machen können, dann machen sie es auch! Ohne langes Drumherumgerede oder Zuständigkeitsgeplänkel.
Ich sag meinen Jungs hier immer: Wir sind das erste Kontingent, wir haben noch nicht alles hier, auch wenn wir für die Aufträge bereits alles brauchen. Also machen wir aus dem, was wir haben immer das Beste.
Es ist toll, als Erster hier zu sein, zukünftige Standards und Abläufe zu erarbeiten und für die nachfolgenden Kontingente das beste Handling rauszuholen.

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Das vermisse ich hier am meisten.

Ganz ehrlich, rein dienstlich vermisse ich hier nichts. Privat vermisse ich, na klar, meine Familie und meine Freunde und ich freue mich auf zu Hause.

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Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Am Flughafen: Lars J. begleitet die Entladung einer Maschine.

Am Flughafen: Lars J. begleitet die Entladung einer Maschine. (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Am wichtigsten ist mir, dass alle wieder gesund nach Hause kommen. Und das ich mit meinen Jungs und Mädels weiterhin so viel Spaß im Dienst habe und die Stimmung so gut bleibt.

Besonders grüßen möchte ich meine Tochter, die heute Geburtstag hat. Auch wenn ich Dich heute nicht in den Arm nehmen kann, ich wünsche Dir alles, alles Liebe, Gesundheit, und viel Durchhaltvermögen und Motivation für deine Prüfung!

Meinen Fußballjungs zuhause drücke ich fest die Daumen für die Rückrunde und einen besonderen Dank schicke ich an meinen „Vertreter“ – der in meiner Abwesenheit meine Mannschaft trainiert.

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Stand vom: 23.02.16 | Autor: Lars J.


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