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Ich bin iM EINsatz: Als Operationsdienstmaat auf der „Erfurt“

In See, 19.01.2016.

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen deutschen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat E. an seinem Platz in der Operationszentrale der „Erfurt“

Obermaat E. an seinem Platz in der Operationszentrale der „Erfurt“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Bennett E., ich bin 25 Jahre alt und komme aus dem Bundesland Brandenburg. Seit 2011 bin ich bei der Marine. Meine Grundausbildung fand an der Marineoperationsschule in Bremerhaven statt. Es folgten weitere Lehrgänge, inklusive einer Berufsausbildung zum Bürokaufmann. Auf der Korvette „Erfurt“ bin ich seit Oktober 2012 als Operationsdienstmaat eingesetzt.

Von Januar 2014 bis Juni 2014 nahm ich mit der Korvette „Magdeburg“ an dem Ständigen Nato-Einsatzverband Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG1) und an der „Operation Active Endeavour“ (OAE) teil. Dies brachte mich in meinem Aufgabengebiet ein großes Stück voran. Ich erlernte das seemännische Handwerk, was die Arbeit bei An- und Ablegemanövern und bei Seeversorgungsmanövern beinhaltet. Da ich auch für die Bedienung der Waffen zuständig bin, verschaffte ich mir einen Einblick in die Artillerie. Dazu gehört auch das Säubern, Warten und Instandsetzen.

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Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Meine Aufgabe ist die See- und Luftraumaufklärung und die Kommunikation mit nationalen und internationalen Stellen. Im Gefechts- bzw. Alarmfall arbeite ich in der Operationszentrale und bin hauptsächlich für die Luftraumüberwachung, -aufklärung und -verteidigung zuständig. Dabei fasse ich Luftfahrzeuge mit dem Radar oder mit optischen Sensoren auf. Anschließend klassifiziere und identifiziere ich sie und melde sie im Lagebild an den Verbandsführer.

Ein typischer Tagesablauf eines Unteroffiziers auf der Korvette „Erfurt“ bei Atalanta sieht so aus: Ich bin als Seewächter eingeteilt und arbeite daher im Wachrhythmus. Im Wachdienst werte ich operative Meldungen und Anweisungen in meinem Aufgabengebiet aus. Zusätzlich nutze ich die Sensoren zum Lagebildaufbau. So unterstütze ich den Wachleiter und die Brücke bei ihren Entscheidungen. In der Freiwache mache ich Sport oder verbringe die Zeit mit meinen Kameraden in der Messe oder auf dem Flugdeck.

Am meisten Freude macht mir die Zusammenarbeit mit anderen nationalen oder internationalen militärischen Schiffen und Flugzeugen. Dabei interessiere ich mich sehr für die Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen. Die Flexibilität und Aufklärungsreichweite der Flugzeuge, vor allem bei der Seeraumüberwachung, erleichtern uns die Identifizierung von Kontakten außerhalb unserer Radarreichweite. Mit ihnen kann ein flächendeckendes und klares Lagebild gewährleistet werden.

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Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Das seemännische Handwerk gehört an Bord dazu

Das seemännische Handwerk gehört an Bord dazu (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Als ich Mitte November in den Einsatz flog und am Folgetag das Schiff betrat, war das für mich ein besonderer Moment. Ich war endlich wieder mit der Besatzung zusammen, mit der ich schon seit längerer Zeit als Team in den Einsatz wollte. Das erfüllt mich mit Freude und mit Stolz. Ich kann guten Gewissens behaupten, dass jeder Einzelne an Bord der „Erfurt“ mit bestem Wissen und Gewissen seiner Aufgabe gerecht wird und sie mit einem Höchstmaß an Motivation erfüllt.

Daraus entstand auch meine persönliche Motivation, zu zeigen, was wir im Rahmen unserer Einsatzausbildung gelernt haben. Weiterhin erfüllt es mich mit Stolz, den anderen internationalen Einheiten die Professionalität in der Durchführung von seemännischen und operativen Manövern zu zeigen.

Ein kleiner Rückschlag war für mich die externe Kommunikation. Im operativen Bereich wird heute vieles über Chats ausgetauscht, Fernmeldeverbindungen werden nicht mehr so intensiv genutzt. Zum Ausgleich versuche ich bei jeder passenden Gelegenheit unsere Seefernaufklärungsflugzeuge direkt zum Lagebildaustausch zu erreichen.

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Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich natürlich die Familie, Freunde und Kameraden zu Hause. Manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die mir fehlen. Dies wird einem erst bewusst, wenn man nicht nach dem Aufstehen raus gehen kann, um sich bei einer Kaffeehauskette einen Kaffee zu holen. Hier hat man den immer gleichbleibend, halbwegs schmeckenden Kaffee mit angerührter Milch, aus Wasser und Pulver. Doch auch das gerät schnell in den Hintergrund, da ich auch viel mit den Kameraden außerhalb meiner Wache unternehme: Sei es beim Sport, beim Kartenspielen oder bei Gesprächen auf unserem Flugdeck.

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Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Abschließend sende ich die besten Grüße in die Heimat und freue mich schon auf das Wiedersehen im Februar. Nach dem Einsatz möchte ich den Helicopter-Control-Lehrgang an der Marineoperationsschule erfolgreich abschließen. Ich strebe eine längerfristige Tätigkeit als Bootsmann im Operationsdienst an.

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Stand vom: 19.01.16 | Autor: Bennet E.


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