Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Peschmerga-Ausbildung startet erneut

Peschmerga-Ausbildung startet erneut

Erbil, 08.03.2016.

Die vergangenen Ausbildungen der Peschmerga im Nordirak dauerten jeweils fünf Wochen – dann konnten die Ausbilder die kurdischen Kämpfer verabschieden. Dieses Mal werden für den nun begonnenen Durchgang knapp zehn Wochen benötigt. Der Grund: Zum ersten Mal haben die Peschmerga amerikanische Ausrüstungsgegenstände und das Gewehr M16 empfangen. Neuland – sowohl für die Kurden, als auch für ihre Ausbilder.

Oberst Bernd Prill bei der Eröffnung des Ausbildungsdurchgangs

Oberst Bernd Prill bei der Eröffnung des Ausbildungsdurchgangs (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

„In den nächsten Wochen erwartet Sie eine fordernde Ausbildung. Sie haben jetzt eine gute Ausrüstung, aber das alleine reicht nicht aus. Sie müssen auch hart mit diesem Material trainieren, damit Sie sich an die Ausrüstung gewöhnen und wissen, wie Sie alles zusammen effektiv einsetzen.“ Mit diesen Worten gibt der Kommandeur des „Kurdistan Training Coordination Center (KTCC)“, Oberst Bernd Prill, den angetretenen Peschmerga einen Ausblick auf den beginnenden Ausbildungskurs. Bis Anfang Mai werden die kurdischen Kämpfer dabei unterschiedliche Ausbildungsabschnitte durchlaufen.

Am Anfang stehen allgemeine infanteristische Inhalte, wie beispielsweise die Handhabung des Gewehrs M16. Am Ende des Durchgangs sollen die Peschmerga wissen, wie sie als Gemeinschaft im Zugrahmen von rund 30 Kämpfern ihre Aufträge erfüllen können. Schon ihre Vorgänger waren stolz auf ihre Aufgaben – die jetzigen Teilnehmer scheinen allerdings noch eine Spur entschlossener zu sein. Zum ersten Mal habe alle von ihnen fabrikneue Ausrüstungsgegenstände bekommen.

nach oben

Iris-Scan: Wer hat welche Waffe empfangen

Per Iris-Scan und Fingerabdruck kann jede Waffe dem Empfänger zugeordnet werden

Per Iris-Scan und Fingerabdruck kann jede Waffe dem Empfänger zugeordnet werden (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

„Hier reinschauen und nicht erschrecken“, beruhigt ein Stabsunteroffizier der US-Army den Peschmerga, während er mit einem Gerät die Iris des Kurden zur Identifikation einliest. Iris-Scan und die Abnahme von Fingerabdrücken dienen dazu, die Waffe und die persönliche Ausrüstung jedem kurdischen Kämpfer zuordnen zu können. Es soll klar sein, wer welche Waffe bekommen hat.

Nach dem Empfang der Ausrüstung beginnen die „Mobile Training Teams (MTT)“ der unterschiedlichen Nationen sofort mit der Ausbildung. „Als erstes bereiten wir das M16 zur Reinigung vor“, erläutert ein deutscher Oberfeldwebel den Peschmerga die erste Einweisung in das Gewehr. Jeder der Kämpfer hat die Bestandteile des Sturmgewehrs vor sich liegen. Im Anschluss zeigt ihnen ein anderer deutscher Ausbilder, wie sie die Magazintaschen und die übrige Ausrüstung an ihrer Schutzweste befestigen können.

nach oben

Freude über die Unterstützung

Demonstration der Ausrüstungsgegenstände

Demonstration der Ausrüstungsgegenstände (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbilder haben schon vor ihrem Einsatz in Deutschland eine detaillierte Einweisung am US-amerikanischen Material erhalten. Hier in Erbil geben sie nun ihr Wissen an die kurdischen Kämpfer weiter. „Wir sind sehr glücklich, dass wir die Ausrüstung bekommen haben. Ich freue mich auf die nächsten Wochen, in denen ich lerne, wie ich das alles am besten benutze“, sagt einer der Peschmerga, während ihm der deutsche Ausbilder hilft, seinen Helm richtig anzupassen.

nach oben

Ausbildung mit der Panzerfaust 3

Die Peschmerga folgen den Ausführungen ihrer deutschen Ausbilder

Die Peschmerga folgen den Ausführungen ihrer deutschen Ausbilder (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbilder eines anderen MTT sind schon einen Schritt weiter. „Wenn Ihr jetzt die Waffen schussbereit gemacht habt, kommt Ihr so aus Eurer Deckung, schießt, und bezieht dann sofort die Wechselstellung“, erklärt der deutsche Hauptfeldwebel, während ein Oberstabsgefreiter mit der Panzerfaust 3 hinter der Deckung auftaucht und den Abschuss darstellt. Die Peschmerga beobachten das Geschehen im Halbkreis und lauschen den Erklärungen des Übersetzers. Danach sind sie an der Reihe. Schießen, schnell nach hinten aus der Deckung, dort – wo der Feind sie nicht sehen kann – nachladen der Panzerfaust, dann in die zweite Stellung und erneut auf das feindliche Fahrzeug schießen. Das alles klappt im Laufe des Tages immer besser.

Knapp 50 Meter weiter geht es auch um eine Panzerfaust, nur diesmal ist es die schwere Ausführung. Mit der „Leuchtbüchse 84“ sollen die Peschmerga später den Bereich vor ihren Stellungen an der Front ausleuchten können. Die Patrone aus der schweren Panzerfaust beleuchtet einen Raum mit einem Radius von bis zu 400 Metern für 25 bis 30 Sekunden. In dieser Zeit können sich die feindlichen Kräfte des sogenannten „Islamischen Staats“ nicht unbemerkt den Stellungen der Peschmerga nähern. Gerade für Einheiten, die keine oder nur wenige Nachtsichtgeräte haben, bringt diese Waffe damit erhebliche Vorteile.

Training am Sturmgewehr M16

Training am Sturmgewehr M16 (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Auf der letzten Station dreht sich alles um die Handhabung des Gewehrs M16. Neben den Streitkräften der USA nutzen mehr als 80 weitere Länder diese Waffe. Bevor die kurdischen Kämpfer mit ihr schießen, lernen sie, wie sie das Gewehr in seine Einzelteile zerlegen und danach wieder zusammensetzen. An einer weiteren Teilstation zeigen ihnen deutsche Ausbilder, wie sie die Visiereinrichtung des M16 nutzen. „Nur wenn Sie lernen, wie Sie richtig zielen und dabei richtig atmen, können Sie den Feind auch erfolgreich bekämpfen“, erklärt ihnen der Ausbilder, während ein Peschmerga nach dem anderen über Kimme und Korn schaut.

nach oben

„Sie können sich auf uns verlassen.“

„Die Ausbildung in den nächsten Wochen wird herausfordernd, manchmal auch schwierig. Nutzen Sie das Wissen der Ausbilder. Sie können sich auf uns verlassen“, schließt Oberst Prill seine Rede beim ersten Antreten der Peschmerga und ihrer internationalen Ausbilder.

Der kurdische Bataillonskommandeur: „Wir werden hart und diszipliniert arbeiten.“

Der kurdische Bataillonskommandeur: „Wir werden hart und diszipliniert arbeiten.“ (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Der kurdische Bataillonskommandeur nimmt die Worte des deutschen Oberst gerne auf: „Wir versprechen Ihnen: Wir werden hart und diszipliniert arbeiten, um dieses Training erfolgreich zu absolvieren. Unser Dank gilt den Soldaten der Koalition und den Vereinigten Staaten von Amerika.“

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 08.03.16 | Autor: Markus Herholt


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CA7UA4E875DIBR