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„Plane Guard Waiting Station“ – eine besondere Aufgabe für die „Augsburg“

In See, 19.02.2016.

Als Navigationsmeister auf der „Augsburg“ ist man ziemlich nah dran am Geschehen. Oberbootsmann Patrick P. dient bereits seit 2011 auf der Fregatte und gibt einen Einblick in seine Tätigkeit. Zusätzlich beschreibt er eine besondere Aufgabe der „Augsburg“ beim Schutz des französischen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ im Persischen Golf.

Navigationsmeister Patrick P. an seinem Arbeitsplatz auf der Brücke der „Augsburg“

Navigationsmeister Patrick P. an seinem Arbeitsplatz auf der Brücke der „Augsburg“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Augsburg)Größere Abbildung anzeigen

„Als Navigationsmeister bin ich bei allen wichtigen Manövern auf der Brücke und berate den Wachhabenden Offizier in allen navigatorischen Belangen, damit das Schiff sicher zur See fahren kann. Das Besondere an unserem aktuellen Einsatz ist die Zusammenarbeit mit einem Flugzeugträger, die neue Herausforderungen mit sich bringt, auch im Vergleich zu den anderen Einsätzen und Seefahrten, die ich bisher erlebt habe.“

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„Plane Guard Station“ – Schutz und Orientierung für Piloten

„Besonders spannend“, sagt Oberbootsmann P., werde es, wenn die Fregatte in die „Plane Guard Waiting Station“ befohlen werde. „Dann fahren wir etwa 1000 Meter hinter dem Träger her, während seine Jets landen.“

Der Blick von der „Augsburg“ auf die „Charles de Gaulle“ in der „Plane Guard Station“

Der Blick von der „Augsburg“ auf die „Charles de Gaulle“ in der „Plane Guard Station“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Augsburg)Größere Abbildung anzeigen

Aufgabe der „Augsburg“ ist es dann, die Anflugschneise für die Flugzeuge zu markieren und den Piloten als Orientierungspunkt für den Landeanflug zu dienen. „Und wir würden den Piloten retten, falls er sich in einem Notfall per Schleudersitz aus dem Cockpit schießen müsste“, erläutert der erfahrene „NavMeister“.

So nah sei die Fregatte dem Träger allerdings eher selten. Das Schauspiel aber, das sich dann dem Brückenteam bietet, sei bei Tag und in der Nacht gleichermaßen spektakulär. Am Tag wirkt der Flugzeugträger auf diese kurze Distanz ziemlich beeindruckend. Um den für Starts und Landungen der Jets notwendigen Wind von rund 30 Knoten (rund 55 km/h) auf dem Flugdeck zu produzieren, ändert die „Charles de Gaulle“ häufig ihren Kurs und fährt S-Kurven. Damit erzeugt sie künstlichen Fahrtwind, falls der vorherrschende Wind im Seegebiet nicht ausreicht. „Das Faszinierende dabei ist, dass der 45 000 Tonnen schwere Koloss bildlich gesprochen ‚auf dem Teller dreht‘ und wir dann hinterhersprinten müssen.“

Bei Nacht sieht man lediglich das Hecklicht der „Charles de Gaulle“ und die beleuchtete Landebahn, an der die Landelichter wie an einer Perlenschnur aufgereiht sind. „Im Dunkeln sind die Jets kaum auszumachen. Dafür hört man sie umso besser, wenn sie im Sinkflug über unser Schiff donnern“, berichtet der Oberbootsmann. Lediglich drei Versuche hätten die Piloten, um auf dem Träger zu landen. Danach müssten ihre Flugzeuge in der Luft betankt werden und später erneut anfliegen.

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Für die nautische Sicherheit

Landeanflug eines Aufklärungsflugzeugs – die „Augsburg“ steht für eine eventuelle Rettung der Crew bereit

Landeanflug eines Aufklärungsflugzeugs – die „Augsburg“ steht für eine eventuelle Rettung der Crew bereit (Quelle: Bundeswehr/PAO Augsburg)Größere Abbildung anzeigen

Die Navigatoren auf der „Augsburg“ prüfen dauernd, ob die navigatorische Sicherheit im Seegebiet gegeben ist. Ihre Aufmerksamkeit gilt vielen Aspekten: „Einerseits gibt es Bohrinseln, denen wir uns nicht auf einen bestimmten Sicherheitsabstand annähern wollen. Auch sind viele Fischer unterwegs, deren Netze die Schrauben des Schiffes beschädigen könnten.“ Und der Persische Golf wird auch stark von Handelsschiffen befahren. „Sind wir nicht in der „Plane Guard Station“, halten wir uns meist in einem Sektor rund fünf bis zehn Nautische Meilen (zehn bis 20 Kilometer) vom Träger auf.“ Und immer gilt es, die Augen offen zu halten.

„Als Navigationsmeister halte ich die elektronische Seekarte up-to-date. Zusammen mit meinem Team sorge ich dafür, dass wir immer den richtigen Kurs steuern und unserem Auftrag nachkommen können.“ Seine Aufgabe an Bord bereitet ihm viel Freude: „Mich fasziniert das hohe Maß an Flexibilität, das jederzeit gefordert ist. Von einer Sekunde auf die andere kann sich eine Situation ändern, und das ganze Können des Brückenteams auf die Probe stellen“, sagt Patrick P., „das macht den Einsatz an Bord eines Kriegsschiffes für mich ganz besonders.“

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Stand vom: 19.02.16 | Autor: Ramona Riedel


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