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„Train the Trainer“ im Nordirak

Bnaslawa, 01.03.2016.

Rund 7.500 Peschmerga haben die Soldaten der internationalen Koalition im Nordirak bislang ausgebildet. Infanteristische Basisausbildung, Sanitätsausbildung oder auch technisches Training an Fahrzeugen stehen auf dem Plan. Der nächste Durchgang, der Anfang März beginnt, ist ein Novum im Nordirak: Zum ersten Mal bilden die deutschen Soldaten die Peschmerga an US-amerikanischem Waffen aus. Darauf müssen sich auch die Trainer erstmal vorbereiten.

Beim Schießen mit dem Maschinengewehr M240

Beim Schießen mit dem Maschinengewehr M240 (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Kurze Feuerstöße schallen über die Schießbahn des Übungsplatzes in Bnaslawa. Ein deutscher Hauptfeldwebel drückt das US-amerikanische Maschinengewehr, Typ M240, mit seiner linken Hand in die rechte Schulter. Auf der 15 Meter entfernten Scheibe schlagen die Geschosse ein. Dann justiert ein Oberstabsgefreiter der U.S. Army die Visiereinrichtung der Waffe und erklärt dem Deutschen, was er da gerade macht. Aber nicht nur Schießen steht auf dem Ausbildungsprogramm dieser Woche. „Gestern sind wir das Gewehr M4 nochmal durchgegangen. Zerlegen, zusammensetzen, justieren und natürlich schießen. Das war eine gute Auffrischung der bisherigen Ausbildung in Deutschland“, sagt der Hauptfeldwebel nach dem Schießen.

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In „Bum-Bum-City“ schon kennengelernt

Ein deutscher Soldat schießt mit dem amerikanischen Maschinengewehr M249

Ein deutscher Soldat schießt mit dem amerikanischen Maschinengewehr M249 (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Im oberpfälzischen Grafenwöhr haben die Soldaten der Panzerlehrbrigade 9 bereits unterschiedliche US-Waffen kennengelernt. Damit ist die Ausbildung im Nordirak für sie eher eine Wiederholung, doch „es macht einen ja nicht dümmer. Im Gegenteil, ich finde es sehr interessant, dass wir auch mit anderen Handwaffen trainieren“, erklärt ein deutscher Hauptmann, der mit anderen Kameraden auf das Schießen mit dem Maschinengewehr wartet. Am Gewehr M4 und den Maschinengewehren M240 und M249 bilden die US-amerikanischen Soldaten die deutschen Kameraden in diesen Tagen aus. Die Ausbildungsinhalte geben diese dann ab Anfang März an die kurdischen Peschmerga weiter.

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Zehn Wochen Training stehen an

Zweimal Flecktarn im „Praxistest“

Zweimal Flecktarn im „Praxistest“ (Quelle: Bundeswehr/Dirk Willkomm)Größere Abbildung anzeigen

Bereits in dieser Woche bekommen die Kurden neue Ausrüstungsgegenstände aus den USA: Neben einem Gewehr erhält jeder unter anderem einen Rucksack, eine persönliche ABC-Schutzausstattung und Sanitätsmaterial zur Versorgung von Verwundungen. Zwei komplette kurdische Bataillone – rund 1.200 Soldaten – bekommen diese Dinge und gehen damit dann in das Training, den sogenannten „Modern Brigade Course Nummer 1 (MBC 01)“. Rund zehn Wochen soll dieser Kurs dauern.
„Im Gegensatz zum Infanterie-Basiskurs müssen wir mehr Zeit für die Ausbildung an den Handwaffen einplanen“, führt der Chef der deutschen Ausbilder aus. „Das liegt daran, dass die Peschmerga die amerikanischen Waffen überhaupt noch nicht kennen. Beim Basiskurs hatten viele der kurdischen Kämpfer zum Beispiel ihre eigene Kalaschnikow dabei. Da mussten wir nicht so viel Zeit investieren“, erläutert der Hauptmann weiter.
Nach der Ausbildung jedes einzelnen Peschmergas findet anschließend die Ausbildung auf der Trupp-, Gruppen- und Zugebene statt. Ein forderndes Programm. Für die kurdischen Kämpfer und ihre Ausbilder vom „Kurdistan Training Coordination Center“.

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Stand vom: 01.03.16 | Autor: Markus Herholt


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