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Ins rechte Licht gerückt – Aufklärungs-Tornados sind nachtsichtfähig

Incirlik, 01.02.2016.

Die Nachtsichtfähigkeit der in der Türkei stationierten Tornados ist beschleunigt hergestellt worden. Dafür wurde die Cockpitbeleuchtung von rotem auf grünes Licht umgerüstet.

In Incirlik flogen die Tornados nach den Anpassungen der Cockpitbeleuchtung (dunkles Visier lediglich zum Identitätsschutz des Soldaten)

In Incirlik flogen die Tornados nach den Anpassungen der Cockpitbeleuchtung (dunkles Visier lediglich zum Identitätsschutz des Soldaten) (Quelle: Bundeswehr/Falk Bärwald)Größere Abbildung anzeigen

Beim Benutzen der vorhandenen Nachtsichtbrillen (NVGs, night vision goggles) würden die Piloten bei weißem oder rotem Licht geblendet. Die Beleuchtung für die volle Nachtsichtfähigkeit wäre regulär erst mit der Folgeversion ASSTA 3.1 („Avionic System Software Tornado ADA“) eingebaut worden. Nach dem schnellen Entschluss zur Beteiligung an der Koalition gegen die Terrormiliz „IS“ wurde die luftfahrtrechtliche Zulassung und Genehmigung zur Umrüstung auf die grüne Beleuchtung beschleunigt.

Im Luftraum über Syrien und dem Irak sind die Missionen durch das beauftragende CAOC in Al-Udeid (Qatar) eng aufeinander abgestimmt. Die Flüge sind zeitlich wie räumlich, mit Höhenstaffelung und Funkfrequenzen, entflochten. Die Einsatzmaschinen fliegen nachts jedoch mit gedimmter oder ohne reguläre Beleuchtung um nicht vom Boden aus gesehen zu werden. Das Benutzen der NVGs ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Militärmaschinen auch bei Nacht, die mit Infrarotlichtern und/oder Infrarotstreifen gekennzeichnet sind. Diese Nachtsichtfähigkeit erhöht das taktische Situationsbewusstsein der Luftfahrzeugbesatzungen.

Viele Änderungen waren im Cockpit erforderlich

Viele Änderungen waren im Cockpit erforderlich (Quelle: Bundeswehr/Falk Bärwald)Größere Abbildung anzeigen

Die Cockpitbeleuchtung zur Umrüstung für die in der Türkei stationierten Tornados wurde in der letzten Januarwoche geliefert. Die Änderung der Beleuchtung umfasst jeweils zehn Lampen beziehungsweise LED-Leuchten im vorderen und hinteren Cockpit. Zudem müssen 34 Schalterbeleuchtungen und Tastenfelder pro Flugzeug gewechselt werden.

Auf den Seitenkonsolen wurden die Kartentaschen getauscht, damit das „Image Intensifier Set, Night Vision“, so die offizielle Bezeichnung der Nachtsichtgeräte, dort verstaut werden kann. Visierabdeckungen mit grüner Klarsichtscheibe für die Fliegerhelme mit vormontierten Halterungsplatten wurden geliefert. Darauf können die herunterklappbaren, als Infrarot-Restlichtverstärker funktionierenden, Nachtsichtgeräte aufgesteckt werden.

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Rund elf Stunden dauert die Umrüstung einer Maschine

Am 31. Januar waren bereits drei Maschinen umgerüstet

Am 31. Januar waren bereits drei Maschinen umgerüstet (Quelle: Bundeswehr/Falk Bärwald)Größere Abbildung anzeigen

Mit einer sogenannten Technischen Änderung Betrieb wird der sachgerechte Einbau angeordnet und beschrieben. Für diese technische Umrüstung eines Tornados sind rund elf Stunden pro Maschine angesetzt. „Von Maschine zu Maschine wird man aber etwas schneller“, sagt ein Luftfahrzeugavioniker beim Einbau. Am 31. Januar waren bereits drei Tornados umgerüstet.

Auch an den Nachtsichtgeräten wurden Änderungen vorgenommen

Auch an den Nachtsichtgeräten wurden Änderungen vorgenommen (Quelle: Bundeswehr/Falk Bärwald)Größere Abbildung anzeigen

Bevor der technische Einbau durchgeführt werden kann, müssen auch bei kleinen Änderungen alle luftfahrtrechtlichen Zulassungen vorliegen. Ein Musterzulasser im Luftfahrtamt der Bundeswehr fasst Erprobungsergebnisse der Wehrtechnischen Dienststelle 61 in Manching zusammen und schreibt eine sogenannte „Genehmigung zum Einsatz im Flugbetrieb (GEF)“. Darin sind auch Grenzwerte enthalten, beispielsweise wie Helligkeitsstufen einzustellen sind, die die Lichtverschmutzung unterschiedlicher Regionen berücksichtigen. Der Himmel über Deutschland ist heller als über dem Einsatzgebiet. Städte hellen den Nachthimmel auf, wenn Licht in die Luftschichten der Erdatmosphäre gestreut wird. Eine Stadt mit beispielsweise 30.000 Einwohnern hellt den Himmel in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern auf. Auf diesen „Lichtsmog“, einem diffusen Nebel aus Licht, müssen die Beleuchtungen eingestellt sein.

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Stand vom: 01.02.16 | Autor: Andreas Berg


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