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Immer im Dienste des Wetters, auch in Afghanistan

Faizabad, 04.10.2011.

Bei Frank H. ist Wetter bereits eine Passion. Seit über 25 Jahren ist er im Dienste der Hochs und Tiefs, der Sonnenstunden und Windstärken, flankiert durch Sturmfronten, Trockenzeiten oder wie in Afghanistan durch Hitze, Windhosen und Sandstürme, tätig. Bis vor wenigen Tagen war der 45-Jährige als Geo-Info-Feldwebel für die Bundeswehr in Afghanistan. „Er kann das Wetter riechen“, sagen seine Kameraden

Im Klimagarten des Camp Faizabad: „Regen? Heute unwahrscheinlich!“
Im Klimagarten des Camp Faizabad: „Regen? Heute unwahrscheinlich!“ (Quelle: Bundeswehr/Andrea S.)Größere Abbildung anzeigen

Frank hat seine Ausbildung zum Wetterdiensttechniker beim Deutschen Wetterdienst gemacht und ist heute als Beamter beim Geo-Info-Dienst der Heeresfliegerwaffenschule in Celle tätig. Alle zwei Jahre zieht es ihn aus dem beschaulichen Naturpark Südheide als Reservist in den Auslandseinsatz. 1998 und 2001 beginnt er in Bosnien, es folgen dann Einsätze im Kosovo und nun zum dritten Mal Afghanistan. Sechs Auslandseinsätze hat er bereits hinter sich. „In jedem Land stellen sich andere Besonderheiten und damit Herausforderungen an den Wetterdienst heraus“, sagt er.

Sein letzter Einsatz führte ihn nach Faizabad, Afghanistan. Dort herrscht ein trockenes Kontinentalklima, das bedeutet heiße und trockene Sommer und mäßig kühle und nasse Winter. In der Hochgebirgsregion, die von Faizabad mit 1300 Höhenmeter bis auf über 7000 Meter reicht, sind die Anforderungen an Mensch und Material gewaltig, so dass jeder Indikator für schlechtes Wetter registriert und durch ihn ausgewertet wird.

Keine Chance für unbemerkte Wetteränderungen lassen die Hightechgeräte in der Wetterstation
Keine Chance für unbemerkte Wetteränderungen lassen die Hightechgeräte in der Wetterstation (Quelle: Bundeswehr/Andrea S.)Größere Abbildung anzeigen

Seine Wetterbeobachtungen spielen auch eine wesentliche Rolle für Start und Landung der Flugzeuge und Hubschrauber im Regionalen Wiederaufbaukommando der Bundeswehr in Faizabad. Hängen die Wolken zu tief oder befindet sich zuviel Sand in der Luft dann beginnt der Flugsicherheitsmeister das Stirnrunzeln, dann wird es gefährlich. Beide sitzen in einem Büro und können so schnell und unkompliziert auf die Daten, die der angrenzende Klimagarten erfasst, reagieren. Im Klimagarten steht eine halbautomatische Wetterstation, welche Werte wie Temperatur, Luftfeuchte, Wolkenhöhe, Windrichtung und Geschwindigkeit und auch den registrierten Niederschlag auf dem Computer des Wetterspezialisten zusammenfasst und überträgt.

Die Wetterprognosen des Spezialisten sind in jedem Einsatz eine wichtige Entscheidungshilfe für die Soldaten. Ein Patrouillenführer meint dazu: „Zu wissen, ob eine Schlechtwetterfront unsere Routen kreuzt, kann eine ganz andere taktische Entscheidung herbeiführen“. So ist die Zuarbeit des „Wettermanns“ auch im morgendlichen Briefing für alle Soldaten einer der wichtigsten Punkte. Seine stündlichen Wetterbeobachtungen, ab Schichtbeginn 05:00 Uhr, fließen in die Morgenlage genauso ein, wie sicherheitsrelevante Zwischenfälle in der Region.

Die stündlichen Wetterbeobachtungen unter den strengen Augen von Kermit dem Frosch
Die stündlichen Wetterbeobachtungen unter den strengen Augen von Kermit dem Frosch (Quelle: Bundeswehr/Andrea S.)Größere Abbildung anzeigen

Die Region um Faizabad stellte sich dabei für Hauptfeldwebel Frank H. manchmal wie „ein gallisches Dörfchen dar“. So erzählt er, dass manchmal ganz Afghanistan wolkenfrei und sonnig war, sich nur in den Bergen Faizabads die Wolken stauten. Aber es ging auch anders. Als sich der Sommermonsun in Pakistan in Regenfluten ergossen hatte, blieben die schweren Wolken in den Bergen vor Faizabad hängen. Es blieb trocken, genau wie es der „Wettermann“ Frank in seiner Viertagesprognose vorhergesagt hatte.

Der Familienvater ist nun wieder zurück in seiner Heimat. Aus derzeit 32 Grad Celsius am Hindukusch muss er sich nun wieder an die 18 Grad Celsius in Niedersachsen gewöhnen. In diesem Punkt geht es ihm aber wie allen Soldaten, hier ist das Wetter einmal Nebensache. Alle Soldaten freuen sich auf das Zuhause und ihre Familie. „Das wärmt von Innen“, sagen sie.

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Stand vom: 12.10.11 | Autor: Andrea S.

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