Eine Ära geht zu Ende – Bundeswehr verlässt Faisabad
Faisabad, 17.10.2012, Bundeswehr.
Mit laufenden Motoren stehen 48 Fahrzeuge im Inneren des Feldlagers Faisabad. Die Soldaten des letzten deutschen Unterstützungsverbandes PRT Faisabad warten, gemeinsam mit ihren Kameraden aus Kunduz, die sie bei dieser Verlegung sichern werden, auf ihren Abmarschbefehl.

Mit dem Verlassen des Feldlagers geht auch das deutsche Engagement in Faisabad zu Ende. Der Kommandeur des PRT, Oberstleutnant Ralph Blasajewsky, hat seinen Auftrag vor Ort erfüllt und verlässt als Letzter gemeinsam mit seinen Soldaten den geschützten Bereich. Gegen 14:30 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) rollen die ersten Fahrzeuge durch das Haupttor und starten die achtstündige Fahrt nach Kunduz.
Ein letzter Blick auf die leeren Fahnenmasten, vorbei an der Küche, die zukünftig von Afghanen genutzt wird, vorbei an den Stromgeneratoren und dem Wasserversorgungssystem, welches deutsche Spezialpioniere in den letzten Wochen fertiggestellt haben, zeigt, dass die Bundeswehr am Fuße des Hindukusch Spuren hinterlässt.

Unter den wachsamen Augen der Afghan National Civil Order Police (ANCOP), die bereits seit einigen Tagen den äußeren Sicherungsring um das Feldlager stellen, passieren die deutschen Soldaten zum letzten Mal das Haupttor.
Begleitet von zwei ISAF Hubschraubern fährt der Konvoi durch die Provinzen Badakhshan und Takhar bis nach Kunduz. Das schwierige Gelände und die latente Gefahr verlangen von allen Soldaten höchste Konzentration. Mehrfach drohen einzelne Fahrzeuge umzukippen, doch mit viel Erfahrung und Gespür haben die Fahrer ihre tonnenschweren Kolosse stets unter Kontrolle.

Gegen 01:00 Uhr MESZ erreichen die letzten Teile der Marschkolonne sicher das PRT Kunduz. Hier werden nun in den kommenden Tagen Materialien übergeben, bevor es für die Soldaten aus Faisabad weiter nach Mazar-e Sharif geht. Faisabad ist damit ein Meilenstein in der Chronologie des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan geworden.


