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Rückverlegung aus dem ISAF-Einsatz

Schwielowsee, 04.09.2012, Bundeswehr.
Auf der Grundlage der Mandate des Deutschen Bundestages werden im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam die strategischen Weisungen und Vorgaben aus dem BMVg auf operativer Ebene in militärische Weisungen und Befehle übertragen und alle Einsätze der Bundeswehr nach dem Leitgedanken „Führung aus einer Hand“ geplant und geführt.

Das Ziel des ISAF-Einsatzes, Afghanistan bei der Wiederherstellung der allgemeinen Sicherheit und somit eines geeigneten Umfelds für den Wiederaufbau zu unterstützen, bleibt unverändert. Durch das Engagement Deutschlands und der Bündnispartner soll der afghanische Staat in seiner Existenz gefestigt werden, um vor diesem Hintergrund bis Ende 2014 die Sicherheitsverantwortung nach und nach in die Hände afghanischer Sicherheitskräfte zu übergeben.

Somit ist und bleibt die Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte weiterhin der Hauptauftrag der deutschen Einsatzkontingente.

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Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit im Mittelpunkt

Circa 1.700 Fahrzeuge müssen nach Deutschland zurück
Circa 1.700 Fahrzeuge müssen nach Deutschland zurück (Quelle: Bundeswehr/Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die besondere planerische Herausforderung bei der schrittweisen Rückführung von Personal und Material ist der Erhalt der Operationsfähigkeit und damit die Erfüllung des eigentlichen Einsatzauftrages bis Ende 2014. Sowohl das derzeitige Kontingent, als auch die kommenden Kontingente müssen dafür auch weiterhin aus Deutschland versorgt werden. Das „Redeployment“ ist somit keine eigenständige Operation, sondern ein Teil der Gesamtoperationsführung, dessen logistische Umsetzung gut geplant sein muss. Der Prozess der Rückführung läuft dabei Zug um Zug über mehrere Jahre. Diese Aufgabe lässt sich nur im engen Schulterschluss zwischen vielen Dienststellen in Deutschland und in enger Abstimmung mit den anderen Bündnispartnern leisten.

Derzeitige grobe Schätzungen gehen davon aus, dass rund 6.000 Container und 1.700 Fahrzeuge nach Deutschland zurückgeführt werden müssen. Bis zum Herbst 2012 soll das gesamte Material des deutschen Einsatzkontingentes erfasst und kategorisiert sein. Erst dann wird ein vollständiger Überblick über die zu leistende Folgelogistik im Rahmen des „Redeployment“ möglich sein.

Für die eigentliche Rückverlegung wird entsprechend qualifiziertes Fachpersonal eingesetzt, das aus Deutschland oder vor Ort die Einzelschritte der Rückführung von Personal und Material umsetzt. Gemäß derzeitiger Planungsvorgabe werden somit im Jahr 2013 max. 10% des deutschen Gesamtkontingentes mit der Rückverlegung gebunden sein, 90% der Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan werden weiterhin Schutz-, Ausbildungs- und Unterstützungsaufgaben wahrnehmen, einschließlich der Befähigung zum Kampf.

Unabhängig von diesen Aufgaben wird im Rahmen der Ergänzung deutscher Fähigkeiten im Einsatz die Verlegung der neuen Hubschrauber-Typen NH90 und Tiger bereits jetzt vorbereitet. Deren Einsatz ist für Anfang des Jahres 2013 vorgesehen. Derzeit wird die Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen in Mazar-e Sharif (Flugbetriebsflächen, Wartungscontainer für die Luftfahrzeugtechnik, zusätzliche Unterstellkapazitäten für diese Luftfahrzeuge) für beide Waffensysteme koordiniert.

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Einflussfaktor „Transportrouten“

Der Lufttransport spielt eine entscheidende Rolle
Der Lufttransport spielt eine entscheidende Rolle (Quelle: Bundeswehr/Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die Wahl der Transportrouten spielt für die Rückverlegung eine entscheidende Rolle. Bereits bestehende sowie noch abzuschließende Transitabkommen, die nach Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit und Sicherheit ausgewählt werden, sind dabei die bestimmenden Kenngrößen. Es gilt alle Möglichkeiten des Transports per Flugzeug, Straße, Schiene oder Schiff und auch entsprechende Kombinationsmöglichkeiten in die Planungen einzubeziehen. Alle bei der Versorgung der in Afghanistan eingesetzten Soldatinnen und Soldaten eingesetzten Transportmittel werden auf dem Rückweg dazu genutzt, bereits jetzt nicht mehr benötigtes Material zurückzubringen. So fliegt beispielsweise im Rahmen der Einsatzversorgung kein Transportflugzeug leer nach Deutschland zurück.

Fest steht, eine Schlüsselrolle fällt dabei dem Flughafen Mazar-e Sharif zu. Von hier können Frachtmaschinen jeglicher Größe starten und landen. Bereits jetzt werden hier durchschnittlich neben den Personentransporten im Rahmen der Kontingentwechsel circa 1000 Tonnen Fracht pro Woche umgeschlagen. Für die Rückverlegung stehen auch die im Rahmen des NATO-Programms SALIS (Strategic Airlift Interim Solution) angemieteten Antonov AN-124 zur Verfügung.

Sie besitzen, je nach klimatischen Bedingungen sowie Höhenlage des Flugplatzes, die Fähigkeit bis zu 120 Tonnen Material transportieren zu können. Aufgrund der Größe des Laderaumes, sowie des zur Be- und Entladung aufklappbaren Bugs können zum Beispiel zwei Hubschrauber vom Typ NH90, oder zwei Panzerhaubitzen 2000 pro Flug transportiert werden. Frachtmaschinen dieser Größenordnung sind jedoch eine auf dem Weltmarkt nur äußerst knapp zur Verfügung stehende Ressource.

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Erste Schritte der Rückführung laufen bereits

Schweres Gerät beim Verladen in ein Flugzeug
Schweres Gerät beim Verladen in ein Flugzeug (Quelle: Bundeswehr/Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Derzeit stehen die Auflösung und der Rückbau des Feldlagers Provincial Reconstruction Team Fayzabad im Vordergrund, dessen Übergabe an afghanische Behörden noch bis Ende Oktober 2012 erfolgen wird. Die große Aufgabe ist, die operativen und die logistischen Aufgaben zur Deckung zu bringen. Regelmäßige Treffen zwischen allen an der Rückführung beteiligten Dienststellen der Bundeswehr bilden die Grundlage für die fortlaufende Begleitung und Steuerung des gesamten Rückführungsprozesses bis zum Ende 2014.

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Stand vom: 10.09.12 | Autor: M. Wils-Kudiabor


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