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BERLIN folgt LÜBECK am Horn von Afrika

In See, 16.02.2012.

Die BERLIN, das größte Schiff der Deutschen Marine, hat am 16.02.2012 das Einsatzgebiet ATALANTA erreicht. Gestartet war der Einsatzgruppenversorger am 28. Januar in Wilhelmshaven. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Martin Waldmann folgt die 230-köpfige Besatzung der Fregatte LÜBECK und wird ihre Aufgaben komplett übernehmen.

EGV Berlin mit Bordhubschrauber SEA KING MK 41

EGV Berlin mit Bordhubschrauber SEA KING MK 41 (Quelle: PIZ Marine/)Größere Abbildung anzeigen

Die BERLIN ist der erste Einsatzgruppenversorger der Deutschen Marine bei der Operation ATALANTA. Den Auftrag der Mission kann die BERLIN wie eine Fregatte erfüllen. Sie überwacht den Seeraum, begleitet die zivilen Schiffe zum Schutz vor Piraten und bekämpft die Piraterie am Horn von Afrika. Der Einsatz der BERLIN ist bis Mai des Jahres geplant.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben ist zusätzliches Personal an Bord. Neben einem Boarding Sicherungsteam (BST) und einem Vessel Protection Detachment (VPD) sind auch eine Facharztgruppe, ein Rechtsberater sowie Feldjäger und ein Sprachmittler dabei. Zwei Hubschrauber erhöhen die Fähigkeiten des Schiffes zusätzlich. Die beiden SEA KING MK 41 kommen aus dem Marinefliegergeschwader 5 aus Kiel.

Der Einsatzgruppenversorger der BERLIN-Klasse ist ein Versorgungsschiff der Marine, das im Kern die Aufgabe hat, Kampfschiffe einer Marine-Einsatzgruppe auf See unabhängig von einem Hafen mit den erforderlichen Nachschubgütern zu versorgen.

EGV Berlin

EGV Berlin (Quelle: PIZ Marine/)Größere Abbildung anzeigen

Dazu gehören Kraftstoff und Öl, Frischwasser, Proviant, Munition und andere Verbrauchsgüter. Der Kraftstoffvorrat des Schiffes für den eigenen Verbrauch und zur Abgabe an andere Schiffe beträgt ca. 9500 m3. Die an Bord verfügbare Frischwassermenge wird aus eigenen Frischwassererzeugern permanent ergänzt. Diese wandeln am Tag 25 m³ salzige Seewasser in Trinkwasser um. Aus diesem Vorrat, der den Eigenverbrauch des Schiffes übersteigt, kann Wasser an andere Schiffe abgegeben werden.

An Proviant können ca. 230 Tonnen in unterschiedlichen Stauräumen (z.B. Tiefkühllasten und Proviant-Lageräumen) mitgeführt werden. An Oberdeck können zwölf der gängigen 20 Fuß -Container aufgestellt werden. Es ist möglich, sämtliche Versorgungsgüter auf See in Fahrt mit einem speziellen Geschirr an andere Schiffe zu übergeben. Das moderne Schiff verfügt auch über eigenes Ladegeschirr, um den Umschlag von Gütern unabhängig von einer Hafeninfrastruktur durchführen zu können.

SEA KING MK 41 – Fliegendes Auge

Die zwei mitgeführten Hubschrauber vom Typ SEA KING MK 41 sind das „fliegende Auge“ der BERLIN. Aus der Luft können sie wesentlich großflächiger aufklären und so Piraten rechtzeitig entdecken. Mit einem schweren Maschinengewehr bewaffnet kann auf mögliche Bedrohungen reagiert werden.

Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) - OP auf See

Der Einsatzgruppenversorger der BERLIN-Klasse führt ein Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) mit. Die 41 Krankenbetten und die vier Betten zur intensivmedizinischen Versorgung sind im Schiffsinneren des Einsatzgruppenversorgers untergebracht. Die eigentlichen Behandlungseinheiten befinden sich in einem Containersystem an Oberdeck.

Hier sind die zwei Operationssäle, die Röntgeneinrichtung, die Zahnstation und die Labore untergebracht. Das MERZ wird von einem 45-köpfigen Spezialisten-Team betrieben. Angepasst an die zu erwartende Situation im Einsatzgebiet gehört zu diesem Sanitätspersonal neben Chirurgen, Anästhesisten, Zahnarzt und Laborpersonal auch ein Tropenmediziner.

Hintergrundinformationen

Der Deutsche Bundestag hat am 1. Dezember 2011 beschlossen, sich weiterhin für die Dauer eines Jahres mit einem signifikanten Beitrag an der Bekämpfung der Piraterie vor der somalischen Küste zu beteiligen.

Die EU-geführte Operation ATALANTA hat zum Ziel, den humanitären Zugang nach Somalia durch Schutz von Schiffen des Welternährungsprogrammes (WEP) und der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) sicherzustellen. Aktive Piraten vor der Küste Somalias und seinen Nachbarländern sollen abgeschreckt und die Seeräuberei eingedämmt werden.

Die Operation soll zum einen die durch Piratenüberfälle gefährdete humanitäre Hilfe für die Not leidende somalische Bevölkerung sicherstellen. Zum anderen trägt die Operation dazu bei, den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen zu sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen zu unterbinden und das Völkerrecht durchzusetzen.

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Stand vom: 04.12.13 | Autor: H. Bunks / Redaktion Marine


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