Erstmals deutsche Truppenärztin im Camp Mike Spann
Mazar-e Sharif, 10.10.2012.
Im Camp Mike Spann sind vor allem amerikanische Soldaten stationiert. Auch deutsche Soldaten sowie Kanadier, Finnen, Kroaten und als Schutzkräfte auch armenische Soldaten sind hier eingesetzt. Für ihre medizinische Versorgung war bisher eine US-amerikanisch geführte Troop Medical Clinic zuständig. Die hat jedoch ihre medizinische Praxis kurzfristig schließen müssen.

Die Truppenärztin der Klinik im Camp Marmal, Stabsarzt Dr. Carola W., wurde Anfang August mit der Aufstellung der Truppenambulanz in diesem Camp beauftragt. Sie bekam somit neben der Sicherstellung der truppenärztlichen Versorgung im Hauptlager eine zweite, fordernde Aufgabe. „Wir packen auch das“, nach diesem Motto ging die 33jährige Allgemeinmedizinerin diese Herausforderung in ihrem ersten Auslandseinsatz mit Elan an.
Zahlreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen waren zunächst erforderlich. Viele fleißige Hände halfen bei der kurzfristig erforderlichen Einrichtung der Ambulanz mit. Nach Abschluss der Arbeiten sorgten Hygienespezialisten mit einer Grunddesinfektion für Sauberkeit nach den geforderten Standards. Abschließend erfolgte die Anbindung an das Telekommunikationsnetz der Bundeswehr, unverzichtbar insbesondere für Notfälle.

Parallel wurden kurzfristig die medizinische Ausstattung und das erforderliche Mobiliar beschafft. Das Sanitätsmaterial konnte fast vollständig aus der kürzlich aufgelösten Truppenarztambulanz in Taloquan übernommen werden. „Jetzt ist hier nicht nur eine normale Sprechstunde möglich, sondern auch die Notfallbehandlung.“, sagt Stabsarzt Dr. W. mit Stolz auf das Erreichte.
Am 20. August konnte sich dann als erster Patient ein deutscher Soldat vorstellen. Mittlerweile werden die Patienten aller im Camp vertretenen Nationen in der täglichen Sprechstunde medizinisch versorgt.

Das Personal der „Ersten Stunde“ um Frau Stabsarzt Dr. Carola W. gibt sich jedoch mit den erzielten Erfolgen noch nicht zufrieden. Schon bald möchten sich die Sanitäter auch auf die mögliche Extremsituation einer größeren Zahl von Verwundeten im Camp einstellen. Hierzu wird in diesen Tagen ein Nachbargebäude zur Notaufnahme von bis zu vier Patienten vorbereitet und ausgestattet.
Durch das Engagement aller Beteiligten konnte so dauerhaft eine kurzfristig entstandene Lücke in der medizinischen Versorgung deutscher und verbündeter Soldaten im Norden Afghanistans erfolgreich geschlossen werden.

