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Infanteriesoldaten auf Hoher See

Djibouti, 16.07.2012.

„Speedboat-Abwehr, Speedboat-Abwehr, an Backbord-Seite, Waffengruppe auf Station!“
, dröhnt es durch die Gänge. Sekunden nachdem die Durchsage verhallt ist, wird die Ruhe erneut gestört und zwar durch den Lärm von rennenden Personen die sich zu ihren zugeteilten Gefechtsstationen bewegen. Dabei handelt es sich um Soldaten des „Vessel Protection Detachment“, kurz VPD. Die Soldaten dieses Teams gehören nicht zur Stammbesatzung der Fregatte „Bremen“, sondern zu den Marineschutzkräften in Eckernförde. Sie sind speziell für den Anti-Piraterie-Einsatz ATALANTA an Bord eingeschifft und sollen die Fähigkeiten der Fregatte um eine zusätzliche infanteristische Komponente ergänzen.

Während der „Speedboat-Abwehr“ Übung werden auch großkalibrige Waffen zur Verteidigung besetzt
Klar zum Gefecht (Quelle: Bundeswehr/Markus J.)Größere Abbildung anzeigen

Während der laufenden Übung zur Speedboat-Abwehr besetzen sie die an Oberdeck verteilten Waffenstationen, welche entweder mit Maschinengewehren des Kalibers 7,62mm oder mit schweren Maschinengewehren des Kalibers 12,7mm ausgestattet sind. Diese Soldaten, unter der Bezeichnung „Waffengruppe“ zusammengefasst, werden von ihrem Teamführer von der Kommandobrücke aus mittels Sprechfunkgeräten geführt und sollen die Fregatte vor schnell ankommenden kleinen Booten schützen. Diese Vorgehensweise entstammt einer der vielen gemachten Erfahrungen aus den vergangenen Jahren Operation ATALANTA und soll der Fregatte „Bremen“ eine effektive und flexible Verteidigungsmöglichkeit bieten.

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Zum Schutz der Handelsschiffe

Unter den wachsamen Augen des Ausbilders werden blitzschnelle Anschlagsarten mit dem G36 geübt
Üben der Anschlagarten (Quelle: Bundeswehr/Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Jedoch ist dies nicht die eigentliche Hauptaufgabe des VPD, welches eigentlich für den Schutz von Handelsschiffen ausgebildet und an Bord eingeschifft wurde. Im Rahmen der Operation ATALANTA soll das VPD bis zu 12 Tagen an Bord von Handelsschiffen eingeschifft werden, um diese vor Übergriffen durch Piraten zu schützen. An Bord eines solchen Schiffes agiert das VPD als unabhängige Einheit und bewacht das zu schützende Fahrzeug rund um die Uhr. Sollte es während eines solchen Einsatzes zu Piratenangriffen kommen, steht dem Team ein breites Spektrum an Waffen verschiedenen Kalibers, bis hin zu Granatwerfern zu Verfügung, um das zu schützende Schiff gemäß den geltenden Einsatzregeln zu verteidigen.

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Eine willkommene Abwechslung

Während der Übung steht der Soldat in Gefechtsanzug mit Sonnenbrille an Deck
Ein Soldat der VPD auf der Fregatte „Bremen“ (Quelle: Bundeswehr/Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Prinzipiell kann jedes Handelsschiff, welches das Operationsgebiet der Fregatte „Bremen“ durchquert, nach dem Schutz des VPD-Teams fragen. Grundlage für einen solchen Einsatz ist jedoch ein bestehendes Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Flaggenstaat des in Frage kommenden Fahrzeuges, welches den Einsatz bewaffneter Soldaten gestattet. Ohne ein solches Flaggenstaatsabkommen kann das VPD nicht auf Handelsschiffen eingesetzt werden.

Der Einsatz auf Handelsschiffen ist zwar eine willkommene Abwechslung zum Bordalltag auf der „Bremen“, jedoch ist er nicht immer angenehm für die eingesetzten Soldaten. Nicht auf allen Schiffen die den indischen Ozean durchfahren herrscht ein Hygienestandart, der mit dem einer deutschen Fregatte vergleichbar ist. Wieso die Verwendung bei den Marineschutzkräften und insbesondere hier an Bord bei den Soldaten trotzdem sehr hoch im Kurs steht, bzw. was seinen Beruf ausmacht, fasst Hauptgefreiter Marco W. in einem Satz zusammen: „Die Kombination sowohl auf Land als auch auf See eingesetzt zu werden, die Aussicht auf interessante Einsätze bzw. Seefahrten auf verschiedenen Marineeinheiten, an den unterschiedlichsten Plätzen der Erde.“

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Bereit für den Ernstfall

Ein Ausbilder spricht mit einem Soldaten des VPD nach der Übung
Besprechung (Quelle: Bundeswehr/Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Etwa eine halbe Stunde später ist die Übung „Speedboat-Abwehr“ beendet und die verschiedenen Waffenstationen werden aufgeklart und wieder klar zum Einsatz gemacht. An diesem Morgen war es zwar nur eine Übung, aber der Ernstfall kann jederzeit eintreten und die Besatzung ist bereit, ihr Schiff zu schützen. Nachdem die Übung beendet ist, gleicht das Bild wieder der romantischen Kreuzfahrt und die Fregatte „Bremen“ macht sich auf den Weg zu ihrem nächsten Hafenaufenthalt, bei dem auch das VPD wieder für zusätzliche Sicherheit sorgen wird.

Die Soldaten des VPD können auch mit einem Hubschrauber auf andere Schiffe verbracht werden
Hubschraubereinsatz mit Seilwinde (Quelle: Bundeswehr/Markus J.)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 13.08.12 | Autor: Pressestelle Djibouti


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