Mit dem Schnellboot S71 „Gepard“ vor der libanesischen Küste - Teil 2
Limassol, 23.07.2012, Bundeswehr.
Tag 2 – Das Schnellboot S71 Gepard setzt Kurs zum Verlassen der Area of Maritime Operation (AMO). Um 08:00 Uhr möchte der Kommandant, Korvettenkapitän Volker Kübsch, im Hafen von Beirut sein. Je näher das Boot dem Hafen kommt, desto deutlicher ist der Smog zu erkennen, der die Stadt umschließt.

Kurz bevor das Boot in den Hafen einläuft, ertönt über die Bordlautsprecher die Durchsage: "Besatzung sich Klarmachen zum Einlaufen in Beirut, Anlegeseite wird Backbordseite". Fender, die wie große Stoßdämpfer zwischen dem Schiff und der Kaimauer funktionieren, werden klargelegt und die Leinen durch die Klüsen, die verstärkten Öffnungen in der Bordwand, geführt. Die Besatzung geht auf Manöverstation und die vier Soldaten der Marinesicherungskräfte (MSK) besetzen ihre Posten an den Bordwaffen.
Das Anlegemanöver geht von der Hand, Korvettenkapitän Volker Kübsch steht ruhig hinter seinem Wachoffizier und hat keinen Grund zum Eingreifen.
Die Ankunft in Beirut

Auf der Pier wartet schon der zuständige Schiffsagent. Ein Schiffsagent organisiert für die Schiffe alles, was für die Seefahrt benötigt wird. Vom Kraftstoff bis zum Toilettenpapier. Für die Zusammenarbeit mit dem Schiffsagenten ist der schiffstechnische Offizier (STO), Oberleutnant zur See Sebastian F, auf dem „Gepard“ verantwortlich.
Unmittelbar, nachdem das Boot festgemacht und die Stelling „über“ ist, geht der STO auf die Pier und bespricht mit dem Schiffsagenten, welche Dienstleistungen in Anspruch genommen werden müssen. „Ich habe erst auf dem Transit in den Einsatz die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Schiffsagenten lernen müssen. Zuhause organisieren wir das alles selbst", erzählt der Oberleutnant. "Heute musste nur Müll abgegeben werden. Der Treibstoff reicht noch bis zurück nach Limassol", schiebt er nach. Kurz nach der Absprache trifft auch schon der angeforderte Müllwagen ein, der die angefallenen Abfälle entsorgt.
Vor der Rast kommt die Reinlichkeit
Nachdem die Besatzung ihre Manöverstationen vom Anlegen aufgeräumt und verlassen hat, wird sie zum täglichen Reinschiff eingeteilt. Sauberkeit ist einer der wichtigsten Faktoren auf einem Kriegsschiff, denn es leben auf einem Schnellboot über 30 Soldaten und Soldatinnen auf engstem Raum zusammen. Im Schichtbetrieb auf See müssen sich einige auch eine Koje im Wechsel mit einem Kameraden teilen. Des Weiteren stehen für die Besatzung nur drei Toiletten und eine Dusche zur Verfügung. Sauberkeit ist also unverzichtbar.
Ruhe vor der Weiterfahrt

Nach dem Reinschiff ist Dienstunterbrechung bis 16:00 Uhr. Das bedeutet, die Besatzung hat ein wenig Zeit zum Ausspannen und darf sich im Hafenbereich bewegen. Die Stadt erkunden ist bei diesem Aufenthalt nicht gestattet. Das Schnellboot S71 „Gepard“ muss um 18:00 Uhr wieder in See stechen und seinen Dienst in der AMO antreten.
Am Abend und in der Nacht kreuzt das Boot wieder vor der libanesischen Küste. Der Wachoffizier fährt, die Operationszentrale überwacht den Seeraum und die Schiffstechnik, an Bord auch Heizerei genannt, passt auf, dass die Maschinen ordentlich laufen. Die Soldaten verrichten ihren Dienst und erfüllen gemeinsam ihren Auftrag.
Auch ohne Arzt gesund

Von Zeit zu Zeit schweifen die Gedanken ab und die Seeleute denken an Zuhause. Im August ist eine Familienzusammenführung geplant. Einige holen ihren Partner nach Limassol auf Zypern und haben für ein paar Tage gemeinsame Freizeit. Andere werden für ein paar Tage nach Hause fliegen. So auch Bootsmann Marie W. Sie möchte während ihrer Heimreise die „Hansesail“ in Rostock besuchen.
Die 22 Jährige gehört nicht zur eigentlichen Besatzung. Sie ist für die Dauer des Einsatzes dabei und kümmert sich um die sanitätsdienstliche Versorgung der Soldaten. Die ausgebildete Rettungsassistentin ist fest in den Bordalltag integriert. Wenn sie als Sanitäter nicht benötigt wird, steht sie als Ausguck auf der Brücke oder sitzt am Ruder und unterstützt den Wachoffizier während das Schnellboot S71 „Gepard“ weiter seinen Auftrag vor der Küste Libanons wahrnimmt.

Lesen Sie nächste Woche weiter von den Einsatzimpressionen vor der libanesischen Küste



