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Mission Piratenjagd - Seefernaufklärer P-3C ORION observiert als „fliegendes Auge“ Piraten-Camps

Djibouti, 12.12.2011.

Der Seefernaufklärer P-3C ORION der deutschen Marine ist derzeit in Djibouti und beteiligt sich operationell an der EU geführten Mission ATALANTA. Als das „Fliegende Auge“ leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Schifffahrtswege am Horn von Afrika und unterstützt bei der Bekämpfung der Piraterie. Das Flugzeug P-3C ist mit modernsten Sensoren ausgestattet und somit ein unverzichtbares Einsatzmittel für die Aufklärung im Seegebiet am Golf von Aden und der Küste Somalias. Was passiert bei einem Einsatzflug und wie sind die Abläufe? Diese Reportage gibt Antworten.

Light-Check, die Lampen werden überprüft.

Light-Check, die Lampen werden überprüft. (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Djibouti. Es ist 03:40 Uhr früh morgens auf dem militärischen Flughafenbereich von Djibouti. „Eine gewöhnungsbedürftige Zeit, aber das ist nun mal unser Job“, so ein Techniker. Während die Marinefliegertechniker den Seefernaufklärer P-3C ORION für den Flug vorbereiten, bereitet sich die Crew im Mission Support Center auf ihren Flug vor. Hier erhalten sie alle wichtigen Daten für Ihren Einsatzflug - die Wetterberichte für ihr Einsatzgebiet und die jeweiligen Auftragsdetails. Ihr Auftrag heute: bestimmte Piratencamps an der Küste Somalias aufklären.

Bei diesem Flug soll festgestellt werden, ob und welche Aktivitäten vor Ort stattfinden. Das Briefing dauert ungefähr eine halbe Stunde, anschließend gehts ins Arbeitsgerät - die P-3C ORION. Die Besatzung fährt die Arbeitskonsolen hoch - eine Tätigkeit die mit einer Checkliste Schritt für Schritt durchgeführt werden muss, um die Funktionsprüfung nachzuweisen

Taktische Briefing vor Start

Nach knapp zwei Stunden ist die Besatzung fertig mit dem „Preflight“. Kurz vor dem Start wird das „Plane Side Briefing“ durchgeführt, um die Mission und deren Verlauf zu besprechen. Die Crew sammelt sich im hinteren Bereich der ORION. Korvettenkapitän Kai H. ist der TACCO (Taktischer Koordinator) und Mission Commander. Er gibt die letzten taktischen Anweisungen für den Einsatzflug. „Jetzt weiß jeder was er zu tun hat, auf geht es“, sagt er zum Abschluss.

Der Start

05:45 Uhr, Sonnenaufgang. Der Himmel färbt sich in einem satten Rot-Orange. Über die „ICS“, die Bordsprechanlage, kann man Funksprüche aus dem Cockpit hören. Die Triebwerke werden gestartet. Ein lautes Pfeifen ertönt und die Propeller beginnen sich zu drehen. Die ORION rollt los. Die Triebwerke wirbeln den Sand neben der Rollbahn auf.

Mit 232 km/h rollt die P-3C über die Startbahn

Nachdem der Pilot die Startgenehmigung vom Tower erhalten hat, schiebt er den „Powerlever“ nach vorn, die P-3C rollt mit Vollgas über die holprige Piste. Die Maschine hat 129 Knoten (232 Km/h) erreicht. Take off – um 05:50 hebt sich die Nase in den Morgenhimmel.

Über den Wolken

Über den Wolken (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Der Flug in die Area

Hoch über den Wolken fliegt der Seefernaufklärer mit 235 Knoten (423 Km/h) ins Einsatzgebiet – Flugzeit circa zwei Stunden. Während dieses Transits nimmt der ein oder andere nochmals die Gelegenheit wahr, die einsatzrelevanten Unterlagen zu studieren. Nach circa zwei Stunden hallt es durch die Bordsprechanlage „On Task“. Ab jetzt sitzen Besatzungsmitglieder hoch konzentriert vor ihren Konsolen.

Operator bei der Arbeit

Operator bei der Arbeit (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

MX-20 HD - Das elektro-optische Auge der ORION

Oberbootsmann Marcel M., ein Überwasseroperateur, sitzt an der „Sensor Station 3“. Von hier aus wird das elektro-optische Kamerasystem, die „MX-20HD“, bedient. „Das System ist ein wichtiger Sensor und das modernste was es derzeit auf den Markt gibt. Es kann in „high defintion“ aufzeichnen, somit können wir hochwertige Auswertergebnisse liefern“ fasst er zusammen. „Wir fliegen jetzt an einem Dorf vorbei“. Der Seefernaufklärer ist circa sieben Meilen von der Küste entfernt. Auf dem Monitor sind Hütten, Autos und vereinzelte Personen zu erkennen. „Da wollen wir mal schauen was da los ist“, sagt er. Seine Augen sind auf den Monitor gerichtet. In der rechten Hand hat er den Joystick und zoomt die Kamera von der „Totale“ weiter in das Camp. Auf den Monitor sind mehrere Personen gut zu erkennen. „Da sehen wir Fischer, die ein Fischernetz in die Hand haben“, sagt der Konsolenbediener. Gleichzeitig sitzt Hauptbootsmann Manuela C. auf dem Boden und schreibt alles mit. Sie führt das „Logsheet“, welches die spätere Auswertung erleichtern soll. „Hier ist nichts Besonderes zu beobachten“, sagt Oberbootsmann Marcel M. weiter.

Der Blick ins Cockpit

Der Blick ins Cockpit (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Der Blick aus dem Cockpit

Der Seefernaufklärer fliegt mit ungefähr 200 Knoten (360 Km/h) weiter an der gelbbraunen Felsenküste von Somalia entlang. Bordtechniker, Hauptbootsmann Jan G., sitzt hinter dem Piloten und hat eine Digitalkamera mit einem 500mm Teleobjektiv in der Hand. „Die Kamera ergänzt die MX-20 HD. Von hier aus kann man am besten fotografieren, da hier eine spezielle Glasscheibe ohne Wölbung eingebaut ist“, erklärt er.

Navigator und Funker in einer Person

Navigator und Funker in einer Person (Quelle: Bundeswehr/Pressestelle Djibouti)Größere Abbildung anzeigen

Der „NavCom“

Auf der rechten Seite, direkt hinter dem Cockpit, sitzt Oberleutnant Daniel W. Er ist Navigator und Funker in einer Person. Seine Aufgabe ist es den taktischen Sprechfunk durchzuführen. „Unter anderem mache ich alle 30 Minuten ein Funkspruch nach Djibouti, so dass sie wissen das alles in Ordnung ist“, gibt er wieder. Eine weitere Aufgabe ist es den TACCO, der ihm gegenüber sitzt, bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Der Taktische Koordinator ist der „Chef“

Der TACCO ist in diesem Einsatzflug der Mission Commander. Er ist quasi der „Chef“ und gibt die Anweisungen. „Ich sage den Piloten wo sie hinfliegen sollen und was die Operator an den verschiedenen Stationen machen sollen“, fasst er zusammen. Bei ihm laufen die Fäden zusammen und er entscheidet die weitere Vorgehensweise. „Zum Schluss schreibe ich alles im sogenannten Mission Report“, erklärt Korvettenkapitän Kai H.

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Stand vom: 04.12.13


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