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Einsatz am Horn von Afrika

Djibouti, 27.06.2012.

Es herrschen 30 Grad, strahlender Sonnenschein und wir sind von türkisblauem Wasser umgeben. Große und kleine Handelsschiffe, traditionelle aus Holz gebaute „Dhaus“ und viele Fischereifahrzeuge fahren im Seegebiet. Was sich aber zunächst wie ein Urlaubsparadies anhört, ist jedoch leider keines. Denn auch Piraten und eine Vielzahl von Kriegsschiffen aus aller Welt befahren das Einsatzgebiet rund um Somalia.

Fregatte „Bremen“ im Atalanta-Einsatz am Horn von Afrika
Fregatte „Bremen“ im Atalanta-Einsatz am Horn von Afrika (Quelle: Bundeswehr/Mirko K.)Größere Abbildung anzeigen

„Bremen“ im Golf von Aden

Seit einem Monat befindet sich die Fregatte „Bremen“ im Einsatzgebiet der Operation EUNAVFOR Atalanta. Obgleich sich das Wetter nach schönen sommerlichen Temperaturen anhört, wird man hier durch eine hohe Luftfeuchtigkeit von 95% und mehr erdrückt. Hinzu kommt ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, dass von der gesamten Besatzung jederzeit gefordert wird. Täglich stehen darüber hinaus Übungen sowie Unterrichte an. Dies allerdings nur, wenn dies die Lage im Operationsgebiet zulässt.


Soldaten des Boardingsicherungsteams (BST) steigen in den Bordhubschrauber ein
Soldaten des Boardingsicherungsteams (BST) steigen in den Bordhubschrauber ein (Quelle: Bundeswehr/Mirko K.)Größere Abbildung anzeigen

Eskort von Schiffen des Welternährungsprogramms

Kurz nach Eintritt in das Einsatzgebiet ging es bereits los. Einer der ersten Einsätze der „Bremen“ war eine Eskortmission für ein Schiff des Welternährungsprogramms. Insbesondere in der Nähe Somalias müssen diese Schiffe durch die Europäische Union beschützt werden, damit ihre für die örtliche Bevölkerung lebenswichtige Ladung sicher die Zielhäfen erreicht. Zu jeder Zeit hält sich die Fregatte in der Nähe des zu beschützenden Schiffes auf und stellt somit sicher, dass allein durch die Anwesenheit eines großen Kriegsschiffes ein etwaiger Piratenangriff undurchführbar erscheint. Doch nicht nur Eskorten gehören zum Alltag der Besatzung, auch das Gewinnen von Informationen über Piraterieaktivitäten und das Unterbinden dieser sind Teil des Auftrages. „Hier im Einsatz muss man durchgehend hellwach und konzentriert sein, da jederzeit etwas passieren kann. Das muss zwar nicht immer ereignisreich sein, jedoch fordernd, da man durch das geringe Maß an Schlaf an seine körperlichen Grenzen stößt. Ich finde diesen Einsatz dennoch großartig und bin froh, dass ich als Freiwillig Wehrdienstleistender diese Erfahrung machen darf“, sagt Obergefreiter Jan T. nicht ohne Stolz. Denn Obergefreiter Jan T. ist während seiner Seewachen in der Operationszentrale des Schiffes für den Lagebildaufbau und die Überwachung des Seegebietes zuständig. Wird durch ihn ein verdächtiges Schiff ausgemacht, bereitet sich die „Bremen“ auf die Annäherung an diesen Kontakt vor.

„An alle Stellen: Annäherung an ein verdächtiges Fahrzeug.“

Befehle schallen durch die Lautsprecher, Soldaten rüsten sich aus, die Hubschrauber und das bordeigene Speedboat werden vorbereit. Eine Dhau ist durch die Sensoren der „Bremen“ ausgemacht worden. Ihr Aussehen und ihr Verhalten könnten sehr gut einem Fischer entsprechen, aber eben auch einem von Piraten genutzten Schiff. Um hier jegliche Zweifel auszuräumen, entscheidet sich der Kommandant der Fregatte „Bremen“, Fregattenkapitän Ingolf Schlobinsky, die Dhau genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach Annäherung und erfolgreicher Kontaktaufnahme fällt die Entscheidung, ein Boardingteam im Rahmen eines „friendly approaches“, also einem Anbordkommen mit dem Einverständnis der Besatzung der Dhau, durchzuführen. Das Boardingteam steigt in das Speedboat ein und bewegt sich im Schutze der „Bremen“ zur kooperativen Dhau.

Friendly Approach einer Dhow durch die Boardingsoldaten der Fregatte „Bremen“
Friendly Approach einer Dhow durch die Boardingsoldaten der Fregatte „Bremen“ (Quelle: Bundeswehr/Mirko K.)Größere Abbildung anzeigen

Gespräche mit Seeleuten vor Ort

Kurz nach dem die Boardingsoldaten an Bord der Dhau angekommen sind, werden sie von einer freundlichen Besatzung begrüßt. Ein kurzer Blick über das Deck der Dhau reicht: Offensichtlich handelt es sich in diesem Fall um keine Piraten. In einem lockeren Gespräch werden aktuelle Informationen ausgetauscht und die Besatzung der Dhau darüber informiert, dass die europäischen Kriegsschiffe in diesem Seegebiet auch für ihren Schutz unterwegs sind. Nach einem kräftigen Handschlag steigen die Boardingsoldaten wieder in ihr Speedboat ein und verlegen zur Fregatte „Bremen“ zurück. Obgleich heute zu keiner Zeit Gefahr für die Soldaten der „Bremen“ bestand, gilt es dennoch stets auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. “Man muss die ganze Zeit hoch konzentriert sein und aufpassen. Wenn alles gut geht, ist nichts passiert“, fasst es Fregattenkapitän Schlobinsky zusammen.

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Stand vom: 13.08.12 | Autor: Mark B. Redaktion: H. Bunks


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