Warten auf das „fliegende Auge“
Djibouti, 28.03.2012.
In Djibouti sind die Soldaten des Aufbauteams bereit. Seit Tagen wird alles für die Ankunft des Flugzeuges vorbereitet, denn alle warten auf „Jester“. Das ist der Rufname des Seefernaufklärers P-3C Orion. Seit Mitte März sind die Soldaten des Marinefliegergeschwaders 3 wieder am Horn von Afrika vertreten und bereiten sich auf den von der EU geführten Einsatz ATALANTA vor.

Bereits am 20. März gingen die Vorbereitungen in Afrika los. Eingeläutet durch die Ankunft des größten Frachtfliegers weltweit Antonov AN-124, welcher Material von Nordholz nach Djibouti brachte. Ganze 81 Tonnen hatte der Riese in seinem Frachtraum geladen. „Ein Kinderspiel für die Antonov, normalerweise sind 150 Tonnen Ladekapazität kein Problem“ erklärte Hauptfeldwebel Christian U., der beim Ausladen mit angepackt hat. Nach dreieinhalb Stunden war alles ausgeräumt. Nun muss das ganze Material wie zum Beispiel sperriges Werkzeug, Werkbänke, Klimawagen, Ersatzteile und Bodenstromaggregate an seinen Platz gebracht werden. Weiterhin müssen die nationalen und internationalen Kommunikationsanbindungen sowie das Computernetzwerk stehen, um später operative Aufträge entgegennehmen zu können.
Nach einem Zwischenstopp in Sigonella/Sizilien wird die Maschine Djibouti Anfang April erreichen. Nach Herstellen der operativen Arbeitsfähigkeit, wird kurz darauf der erste Einsatzflug beginnen. Bis dahin müssen alle Soldaten noch mal kräftig mit anpacken. Insgesamt sind 54 Soldaten in Djibouti.
Leiter dieser Einsatzgruppe ist Stephan von Hanneken. Er ist schon das vierte Mal in Djibouti eingesetzt. Der Fregattenkapitän kennt sich mit dem Geschäft aus, denn in Deutschland ist er Staffelkapitän einer Einsatzstaffel P-3C. „Im Hinblick auf den bevorstehenden Einsatzzeitraum, bin ich sehr zuversichtlich, dass die Frauen und Männer der Einsatzgruppe durch außerordentliches Engagement, erneut einen wertvollen Beitrag zum Erfolg des Einsatzes ATALANTA am Horn von Afrika leisten werden,“ so der 37-Jährige. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im multinationalen Umfeld und wünsche meinen Soldaten für ihren Einsatz das nötige Quäntchen Glück und vor allem Gesundheit.“
Der Seefernaufklärer unterstützt in den nächsten Monaten unter anderem den Einsatzgruppenversorger BERLIN, der schon seit 18. Februar an der Operation teilnimmt. Den Flugauftrag erteilt der Commander Task Force (CTF), auf dem Flaggschiff in See. Momentan ist die Führung noch in spanischer Hand. Am 7. April 2012 übernimmt Frankreich. Die Dienste des Seefernaufklärers P-3C Orion werden bereits erwartet, denn mit einem hochmodernen elektrooptischen Sensor, kann das „fliegende Auge“ bei Tag und Nacht wichtige Aufklärungsarbeit leisten und die Seeschifffahrtswege vom Golf von Aden, entlang der somalischen Küste bis zum Indischen Ozean überwachen.


