Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Abgeschlossene Einsätze > Afghanistan (ISAF) 

Afghanistan – ISAF (International Security Assistance Force)

Karte vom Einsatzgebiet ISAF

Karte vom Einsatzgebiet ISAF (Quelle Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nach über 22 Jahren Bürgerkrieg in Afghanistan stürzten Ende 2001 Kräfte der „Nord-Allianz“, unterstützt von den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien, das Taliban-Regime in Kabul. Die Abordnungen der größten ethnischen Gruppen Afghanistans einigten sich im Dezember 2001, während der ersten Petersberger Afghanistankonferenz in Königswinter bei Bonn, auf eine „Vereinbarung über provisorische Regelungen in Afghanistan bis zum Wiederaufbau dauerhafter Regierungsinstitutionen“.

Den entscheidenden Anfangspunkt für den Einsatz am Hindukusch markiert der 11. September 2001. Mit den verheerenden Terroranschlägen in New York und Washington geriet Afghanistan in das Blickfeld der internationalen Staatengemeinschaft: Das Land steckte bis dato bereits seit über 20 Jahren im Bürgerkrieg. Die damalige Regierung der radikalislamischen Taliban duldete die Anwesenheit der internationalen Terrororganisation Al Quaida, die als Drahtzieher der Anschläge galt. Der Westen – auch Deutschland – antwortete mit der Antiterroroperation „Enduring Freedom“, als deren Rechtsgrundlage die Resolution 1368 der Vereinten Nationen gilt. Gleichzeitig baten die Teilnehmer der ersten Afghanistan Konferenz 2001 (Petersberger Konferenz) die internationale Gemeinschaft um die Aufstellung einer Schutz-Mission. Das Petersberger Abkommen wurde Grundlage für die Resolution 1386 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, der noch im selben Monat die Aufstellung der „International Security Assistance Force“ (ISAF) beschloss.

Der Deutsche Bundestag verabschiedete am 22. Dezember 2001 das erste Afghanistan-Mandat. Im Januar 2002 trafen die ersten Kräfte in Kabul ein. Am 14. Januar 2002 beteiligten sich erstmals deutsche Soldaten an einer Patrouille in der kriegszerstörten Stadt. Die Führung des ISAF-Einsatzes übernahm zunächst Großbritannien, das sich in einem sechsmonatigen Turnus mit anderen Nationen abwechselte. Erst 2003 ging die Führung der ISAF Mission an die NATO über.

Auf Wunsch der afghanischen Regierung wurde das Operationsgebiet von ISAF im Herbst 2003 ausgeweitet, um auch außerhalb von Kabul für Sicherheit und Stabilität sorgen zu können. Bundeswehrsoldaten übernahmen das von den Amerikanern errichtete Regionale Wiederaufbauteam (Provincial Reconstruction Team - PRT) in der nordafghanischen Provinz Kunduz. Im Zuge der weiteren Ausweitung des ISAF-Mandates betrieb die Bundeswehr ab Sommer 2004 ein weiteres PRT in Fayzabad, Am 1. Juni 2006 übernahm Deutschland als sogenannte „Lead Nation“ die Führung des damaligen Regionalkommandos Nord (RC North) mit seinen neun Provinzen und einer Fläche von mehr als 162.000 Quadratkilometern. Dafür entstand das Camp Marmal, das Hauptquartier des RC North, in Mazar-i Scharif.

Gemäß der Sicherheitsratsresolution 2120 vom 10. Oktober 2013 hatte der ISAF-Einsatz das Ziel, Afghanistan bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit so zu unterstützen, dass sowohl die afghanischen Staatsorgane als auch das Personal der Vereinten Nationen und anderes internationales Zivilpersonal, insbesondere solches, das dem Wiederaufbau und humanitären Aufgaben nachgeht, in einem sicheren Umfeld arbeiten können. Dabei standen insbesondere die Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte (Afghan National Army, ANA; Afghan National Police, ANP) im Mittelpunkt.

Der Einsatz stand unter der Prämisse, als Stabilisierungsmission zu fungieren. Zumindest für Deutschland weitete sich die Beteiligung an der ISAF-Mission schnell zum größten Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr aus. Erstmals seit ihrer Aufstellung 1955 gerieten deutsche Soldaten in schwerere Gefechte. Deutschland und seine Partnerländer zahlten für den Einsatz einen hohen Preis. 55 Bundeswehrsoldaten verloren in den dreizehn Jahren am Hindukusch ihr Leben, 35 von ihnen fielen durch Fremdeinwirkung. Hunderte Soldaten wurden körperlich und seelisch verwundet. Für Deutschland bedeutete dies aber noch mehr: Die Beteiligung an der Stabilisierungsmission am Hindukusch gab Anstoß für den grundlegenden Wandel der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu einer Einsatzarmee.

Die Bundeswehr beteiligte sich mit bis zu 5.350 Soldaten am ISAF-Einsatz. Zum 31. Dezember 2014 wurde die NATO-Mission ISAF beendet und in die Ausbildungsmission „Resolute Support“ überführt.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 05.01.15


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.abgeschlossene_einsaetze.afghanistan