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Sudan - AMIS (African Union Mission in Sudan)

Karte vom Einsatzgebiet AMIS

Karte vom Einsatzgebiet AMIS (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ein Krisenherd ist die im Westen Sudans gelegene Region Darfur. Die Formen ethnischer Säuberung annehmende Auseinandersetzung um politische Macht und ökonomische Faktoren zwischen der afrikanischen Bevölkerung Darfurs und vor allem der von der sudanesischen Regierung unterstützten arabischen Reitermiliz Janjaweed kostete bislang über 250.000 Menschenleben und führte zur Vertreibung von nahezu drei Millionen Menschen. Neben dieser innersudanesischen Auseinandersetzung greift auch der Konflikt im Tschad immer wieder auf Darfur über.

Die Mission AMIS (African Union Mission in Sudan) wurde durch die Afrikanische Union am 28. Mai 2004 zur Beobachtung der Einhaltung der Waffenstillstandsvereinbarung von N’Djamena (Tschad) zwischen der sudanesischen Regierung in Khartum sowie den Rebellengruppen Sudanesische Befreiungsbewegung (SLA/M3) und Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM4) in Darfur beschlossen.

AMIS wurde durch die EU (ab Juli 2005) und die NATO (ab Juni 2005) in den Bereichen Strategischer Lufttransport, Ausbildungsunterstützung, Planungsberatung und Ausrüstung unterstützt.

Die NATO legte den Schwerpunkt auf Unterstützung bei strategischen Verlegungen afrikanischer AMIS-Kontingente und Förderung der Führungsfähigkeit der Afrikanischen Union (Capacity Building).

Die EU stellte die Bereiche Polizei (Ausbildung und Beratung) und Militär (Lufttransport, Stabsanteile Logistik, Ausrüstungshilfe, Planungsberatung, Militärbeobachter, Luftbeobachtung) in den Mittelpunkt ihrer Unterstützung. Im Vordergrund standen hierbei die Truppenverlegungen/ -rotationen durch national bereitgestellte bzw. angemietete Lufttransportkapazitäten. Weitere Leistungen sollten die Fähigkeiten der Afrikanischen Union zur Verantwortungsübernahme stärken. Zudem stellte die EU 28 Offiziere für die AMIS-Einsatzstäbe zur logistischen Unterstützung sowie 16 Militärbeobachter.

Auf der Grundlage der Resolutionen 1556 (2004) und 1564 (2004) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 30. Juli 2004 und 18. September 2004 mandatierte der Deutsche Bundestag am 3. Dezember 2004 die Unterstützung von AMIS durch die Bundeswehr.

Ein wesentlicher Beitrag Deutschlands für AMIS war die regelmäßige Unterstützung bei Wechseln der afrikanischen Truppenkontingente seit Dezember 2004. Die Unterstützung erfolgte entweder durch den Einsatz bundeswehreigener Luftfahrzeuge oder durch die Anmietung von zivilem Lufttransportraum.

Rund die Hälfte aller Kontingentwechsel erfolgte in Zusammenarbeit mit Frankreich. Dabei handelte es sich um die Nutzung des französischen Stützpunktes N’Djamena im Tschad, den gemeinsamen Einsatz von deutschen und französischen Luftfahrzeugen oder auch die gemeinsame Finanzierung der Kontingentwechsel. Insgesamt hat sich Deutschland an acht Kontingentwechseln mittelbar bzw. unmittelbar beteiligt.

Trotz der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft konnte zuletzt die knapp 8.500 Soldaten und Polizisten umfassende AMIS-Mission keine dauerhafte Verbesserung der humanitären Situation und Sicherheitslage bewirken. Nach langen diplomatischen Bemühungen beschlossen die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union daher mit Zustimmung der sudanesischen Regierung, die von AU und VN gemeinsam geführte Friedensmission UNAMID einzurichten.

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Stand vom: 19.05.14


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.abgeschlossene_einsaetze.sudan.amis