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Sudan - UNMIS (United Nations Mission in Sudan)

Karte vom Einsatzgebiet UNMIS

Karte vom Einsatzgebiet UNMIS (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Kämpfe zwischen Nord-und Südsudan brachen bereits im Jahre 1955 – ein Jahr vor der Unabhängigkeit des Sudan von Großbritannien – aus, als Soldaten, die aus dem Süden stammten, gegen ihre Verlegung in den Nordsudan meuterten und eine Guerillaarmee – die Sudanese People's Liberation Army (SPLA) – gründeten.

Die SPLA lehnte sich 1983 wieder gegen die Zentralregierung in Khartum auf, als sie beabsichtigte, die Scharia in Südsudan einzuführen und die zugesicherte Autonomie des Südens einzuschränken. Der Konflikt weitete sich bis 1987 auch auf Gebiete im Nordsudan aus. Die sudanesische Regierung reagierte darauf mit der Bewaffnung von arabischen Stammesmilizen.

Seit seinem Militärputsch 1989 setzte Staatspräsident Bashir gemeinsam mit dem Islamistenführer Hassan alTurabi die Einrichtung eines streng islamischen Staates fort. Die internationale Isolierung des Regimes wegen der Unterstützung radikalislamischer Kräfte Anfang der 1990er Jahre führte zu einer Machtkonzentration in Khartum und marginalisierte andere Regionen des Sudan. Dies verstärkte die Befreiungsbestrebungen im Südsudan.

Unter Vermittlung der Vereinten Nationen wurde am 9. Januar 2005 das „Umfassende Friedensabkommen“ (Comprehensive Peace Agreement, CPA) von Naivasha (Kenia) zwischen der sudanesischen Regierung und der SPLMA (Sudanese People’s Liberation Movement/Army) in Nairobi unterzeichnet. Im CPA vereinbarten die Parteien die Unterstützung und Überwachung des Friedensabkommens, insbesondere der Vereinbarungen überWaffenstillstand, Truppenentflechtung und Entwaffnung durch eine Friedensmission der VN. Der Sicherheitsrat der VN richtete am 24. März 2005 mit Resolution 1590 (2005) die Mission der Vereinten Nationen in Sudan (UNMIS) ein.

Die Bundesregierung beschloss am 13. April 2005, den Antrag zur Beteiligung deutscher Streitkräfte an UNMIS in den Deutschen Bundestag einzubringen. Der Antrag sah vor, bis zu 75 deutsche Soldatinnen und Soldaten als Militärbeobachter und Kräfte zur Verwendung in für UNMIS gebildeten Stäben sowie als Einzelpersonal für Verbindungs-, Beratungs-und Unterstützungsaufgaben bereitzustellen. Der Deutsche Bundestag stimmte dem Antrag der Bundesregierung am 22. April 2005 zu. Weitere Verlängerungen folgten.

Während der Dauer des Mandats leistete UNMIS einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung des „Umfassenden Friedensabkommens“. So hat die Mission auf politischer Ebene dazu beigetragen, dass die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien fortgesetzt und auf diesem Wege Lösungen zur Umsetzung des Friedensabkommens gefunden wurden. Diese Arbeit hat den Weg bereitet für die Durchführung der Wahlen vom 11. bis 18. April 2010, das Referendum Anfang 2011 und, daran anschließend, die friedliche Unabhängigkeitserklärung des Südens im Juli 2011.

Zugleich hat UNMIS erfolgreich dazu beigetragen, die Sicherheitslage im Sudan zu stabilisieren. Ferner hat UNMIS durch zahlreiche Projekte insbesondere in den Bereichen Entwaffnung und Demilitarisierung und Aufbau des Sicherheitssektors (etwa durch Schulungen für Sicherheitskräfte) wesentliche Unterstützung bei der Durchsetzung des umfassenden Friedensabkommens geleistet. Insgesamt waren bei UNMIS 446 deutsche Soldaten eingesetzt. Der deutsche militärische Beitrag zu UNMIS hat sich als angemessen und sinnvoll herausgestellt.

Die eingesetzten Soldaten haben sich bei UNMIS, den UNMIS-Truppenstellern, der sudanesischen und der südsudanesischen Bevölkerung eine hohe Reputation erarbeitet. Daher war es möglich, deutsche Soldaten auf herausgehobenen Positionen im Stab sowie auf höherwertigen Dienstposten in den Sektorhauptquartieren einzusetzen. Insbesondere die langjährige Besetzung des Chefs des Stabes des „Joint Monitoring and Coordination Office“ durch einen deutschen Oberst hatte direkten Einfluss auf die Konfliktlösung zwischen Norden und Süden.

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Stand vom: 19.05.14


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.abgeschlossene_einsaetze.sudan.unmis