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Ich bin iM EINsatz: „Ein herausragendes Gefühl, Teil dieses Einsatzes zu sein.“

Gao, 30.01.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel Sascha D. auf seinem Kommandantenplatz auf dem Fahrzeug
Hauptfeldwebel Sascha D. auf seinem Kommandantenplatz auf dem Fahrzeug (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA GAO)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptfeldwebel Sascha D., ich bin verheiratet und habe drei Kinder. In Deutschland bin ich Zugführer im Panzergrenadierlehrbataillon 92 im niedersächsischen Munster.

Seit 2000 bin ich Soldat und dies ist mein dritter Einsatz. Im Jahr 2005 war ich als Truppführer bei KFOR im Kosovo und 2011 / 2012 als Gruppenführer bei ISAF in Kunduz, Afghanistan.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Der QRF-Zug, den ich führe, ist als schnelles Eingreifelement die Reserve des Chefs der Aufklärungskompanie in Gao. Ich verfüge über eine Vielzahl von Soldaten, aufgeteilt auf mehrere Infanteriegruppen. Dabei können wir auf- und abgesessen, sowohl mit den Fahrzeugen als auch infanteristisch, kämpfen. Ist größere Flexibilität erforderlich, kann der Zug auch in zwei Teilen agieren, die dann jeweils von mir und meinem Stellvertreter geführt werden.

Eine Gruppe des QRF-Zuges mit dem Transportpanzer „Fuchs“ und einem Fahrzeug der Gefechtsschadeninstandsetzung in ihrer Stellung
Eine Gruppe des QRF-Zuges mit dem Transportpanzer „Fuchs“ und einem Fahrzeug der Gefechtsschadeninstandsetzung in ihrer Stellung (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA GAO)Größere Abbildung anzeigen

Bei bestimmten Operationen nimmt mein Zug weitere Spezialisten, wie beispielsweise Kameraden der Instandsetzung, Kampfmittelabwehrkräfte oder Sanitäter auf, um beispielsweise Fahrzeuge zu bergen, Kampfmittel zu entschärfen oder Verwundete zu versorgen.

Zu unserem Auftrag gehören unter anderem der Schutz von Aufklärungskräften und die Sicherung von Soldaten, die die Aufklärungsdrohne LUNA einsetzen. Wir sichern auch bei Marschbewegungen und würden die Objektschutzkompanie bei möglichen Angriffen auf das Camp Castor unterstützen.

Es ist ein herausragendes Gefühl, ein wichtiges Element innerhalb dieses Einsatzes zu sein. Unsere Führung vertraut und schätzt uns sehr. Die Befähigung zum Kampf und die Zusammensetzung des Zugs sind hier einzigartig. Wir werden jederzeit in die Planungen der Aufklärungskompanie mit eingebunden.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein starkes Team: Im Hintergrund bereitet der Zugführer die nächsten Befehle vor
Ein starkes Team: Im Hintergrund bereitet der Zugführer die nächsten Befehle vor (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA GAO)Größere Abbildung anzeigen

Die Soldaten meines Zuges wurden lange und intensiv auf diesen Einsatz im Norden Malis vorbereitet. Alle sind hoch motiviert und arbeiten professionell, was mir das Führen stark erleichtert. Es wird auch viel Wert darauf gelegt, dass wir jederzeit einsatzbereit sind.

Nach dem Selbstmordanschlag auf den Flughafen in Gao im November vergangenen Jahres schützten meine Soldaten im Schwerpunkt die niederländischen Feuerwehrkräfte bei ihrem Einsatz. Im weiteren Verlauf dieser Nacht erhielten wir den Auftrag, den südlichen Bereich außerhalb der Grenzen des Feldlagers zu überprüfen und zu überwachen, da dort unbekannte Personen gesichtet wurden. Wir unterstützten dabei die zur Sicherung des Lagers eingesetzten Soldaten.

Bis zum heutigen Tag sind alle meine Frauen und Männer gesund und unversehrt und das freut mich sehr. Alle arbeiten sehr zuverlässig und mit einem hohen Maß an Eigeninitiative. Sie geben über die Zug- und Kompaniegrenzen hinaus ein sehr positives Bild ab. Man arbeitet hier gerne mit uns zusammen, verlässt sich auf uns, und das macht mich stolz.

Das vermisse ich hier am meisten.

Sascha D. weist seine Soldaten ein
Sascha D. weist seine Soldaten ein (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA GAO)Größere Abbildung anzeigen

Am meisten fehlen mir meine Frau und meine Kinder, denn trotz der sehr guten Internetverbindung nach Hause fällt es schwer, über diesen langen Zeitraum von ihnen getrennt zu sein. Das Herz ist nun einmal da, wo die Familie ist.

Auch die Trennung von meinen Verwandten, Freunden, Vereinskameraden und den treuen Kameraden zu Hause ist eher gewöhnungsbedürftig. Da die restliche Dauer des Einsatzes aber überschaubar ist, freue ich mich darauf, sie alle bald wieder zu sehen.

Die Weihnachtszeit war hier für mich eher schwierig, umso mehr freuten mich die vielen Geschenke, welche für meine Kameraden und mich hierher gesendet wurden.
Die Stadt Munster, Kameraden des Ausbildungszentrums für Panzertruppen, mein ehemaliger Spieß, Vereinskameraden und natürlich unsere Kompanie schickten uns allerlei nützliche Dinge. Wir erhielten auch viele Grüße per SMS, WhatsApp oder über die sozialen Medien. Das alles gab uns das wichtige Gefühl, in der Heimat nicht in Vergessenheit geraten zu sein.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich hoffe und wünsche mir, alle meine Soldaten gesund nach Hause zu bringen, nachdem wir unseren Auftrag hier erfüllt haben.

Ich grüße alle ehemaligen Kameraden des Panzergrenadierlehrbataillons 92, die ihren Dienst im Ausbildungszentrum Panzertruppen verrichten, alle aktiven Kameraden aus dem Bataillon sowie das Amateur Kickboxteam in Munster. Mein Gruß geht ebenfalls an die Bürgermeisterin unserer Garnisonsstadt und an alle Freunde und Verwandten in der Heimat.
Einen besonderen Gruß schicke ich an meine Frau und die Kinder – sie stehen wie eine Mauer hinter mir und fangen mich immer wieder auf.
Danke für Freundschaft, Kameradschaft und die Liebe.
Panzergrenadiere – Dran, Drauf, Drüber!


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Sascha D.


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