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Wir sind iM EINsatz: „Shopping“ für den Auftrag

Prizren, 29.09.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was sind ihre speziellen Aufgaben? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Beschaffer bei KFOR: Stabsfeldwebel Gabi K. (li.) und Obermaat Susan N.
Beschaffer bei KFOR: Stabsfeldwebel Gabi K. (li.) und Obermaat Susan N. (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

Stabsfeldwebel Gabi K. kommt aus dem bayerischen Landsberg und ist 52 Jahre alt. Die gelernte Industriekauffrau kümmert sich in der Heimat im Kompetenzzentrum Travel Management der Bundeswehr um die Abrechnung von Umzugskosten. Nach 32 Dienstjahren ist sie jetzt in ihrem ersten Auslandseinsatz.
Obermaat Susan N. arbeitet in Burg und lebt in Magdeburg. Die 26-Jährige ist bereits zum zweiten Mal im Ausland. Vor zwei Jahren war sie bereits für vier Monate in der Türkei und hat dort bei der Rückführung von ISAF-Material aus Afghanistan mitgewirkt.

Das sind unsere Aufgaben im Einsatz.

Obermaat Susan N. arbeitet im Stab des deutschen Einsatzkontingents KFOR
Obermaat Susan N. arbeitet im Stab des deutschen Einsatzkontingents KFOR (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

Hinter dem Begriff der dezentralen Beschaffung verbirgt sich der Einkauf von Waren, Utensilien und Artikeln, die kurzfristig nicht über den zentralen Versorgungsweg beschafft werden können. „Es handelt sich um Material, das die Bundeswehr nicht in ihren Lagerbeständen hat“, erklären die beiden. Der Arbeitsplatz der Logistikerinnen ist quasi das gesamte Kosovo. Das Einkaufen kann so auch mal etwas länger dauern. Das hat etwas mit den Produkten zu tun, die es im Kosovo nun mal nicht an jeder Ecke gibt.

Meistert die Herausforderungen in ihrem ersten Einsatz: Stabsfeldwebel Gabi K., hier noch vor ihrer Beförderung
Meistert die Herausforderungen in ihrem ersten Einsatz: Stabsfeldwebel Gabi K., hier noch vor ihrer Beförderung (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

Und wer kauft nun was? „Ich besorge alles bis zu einem Wert von 500 Euro“, erzählt Obermaat Susan N. Jede, von deutschen Soldaten gestellte, Anforderung müsse jedoch zunächst geprüft werden. Wenn der Auftrag die Grenze von 500 € überschreitet, übernimmt Stabsfeldwebel Gabi K. Sie beschafft auch das notwendige Material, das beispielsweise für Instandsetzungsarbeiten benötigt wird.

Für die angeforderten Artikel oder Dienstleistungen wird zuerst geprüft, ob Rahmenverträge bestehen. Falls nicht, werden Firmen vor Ort oder in Deutschland aufgefordert, ihre Angebote abzugeben. Nach Auswertung dieser, werden die Aufträge erstellt. „Die Firmen hier werden dann von mir in Begleitung eines Übersetzers aufgesucht, um die Aufträge abzugeben oder um bestelltes Material abzuholen“, erklärt Gabi K.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Bei ihren Einkaufstouren kommen sie rum und sehen viel von Land und Leuten
Bei ihren Einkaufstouren kommen sie rum und sehen viel von Land und Leuten (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

„Das Besondere an der Tätigkeit ist, dass man Land und Leute sehr gut kennenlernt. Stolz ist man, wenn die Soldaten das notwendige Material schnell erhalten“, sind sich die beiden Soldatinnen einig. „Wir treffen dabei überall im Kosovo freundliche und hilfsbereite Menschen“, heben sie hervor. Der kosovarische Straßenververkehr stellt jedoch eine besondere Herausforderung für die „Shopping-Queens“ in Flecktarn dar.

Mehr als 300 Aufträge haben Obermaat Susan N. und Stabsfeldwebel Gabi K. seit Anfang Juni für das Kontingent bearbeitet. Wenige Tage bleiben bis zum Einsatzende. Solange wird das Duo noch losziehen, um jeden noch so speziellen Artikel, der zur Auftragserfüllung dient, zu besorgen. „Wir gehen gerne für unsere Kameraden „shoppen““, lächeln die beiden.

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Die beiden Frauen verstehen sich gut, die Zusammenarbeit klappt. Doch nach vier Monaten im Einsatz gibt es doch einiges, was ihnen fehlt. „Ich vermisse am meisten meine Familie und meine Freunde zu Hause“, verrät Obermaat Susan N.
Ähnlich äußert sich Stabsfeldwebel Gabi K.: „Natürlich vermisse ich meinen Freund und die ganze Familie, aber durch die kostenlose Bereitstellung von Internet und Telefonkarten halten wir gut den Kontakt.“


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Claudia Seidenschwanz


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