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Wir sind iM EINsatz: Als Ausbilder im Libanon

In See, 15.02.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Tobias D. (li.) und Martin M. bilden libanesische Soldaten im Bereich der Schiffstechnik aus
Tobias D. (li.) und Martin M. bilden libanesische Soldaten im Bereich der Schiffstechnik aus (Quelle: Bundeswehr/Achim Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Wir sind Oberbootsmann Tobias D. (38) und Obermaat Martin M. (28). Wir sind beide schiffstechnische Unteroffiziere und gehören zur Systemunterstützungsgruppe, kurz: SUG, des 1. Korvettengeschwaders in Warnemünde. Derzeit sind wir Teil des 34. Deutschen Einsatzkontingents UNIFIL. Wir sind als Ausbilder für Schiffsantriebs- und Schiffsbetriebstechnik im Ausbildungskommando im Libanon eingesetzt. Das libanesische Ausbildungskommando befindet sich in Jounieh, das nördlich der libanesischen Hauptstadt Beirut liegt.

Ich bin Tobias und bin bereits 1999 erstmals zur Marine gekommen. Damals bin ich zunächst zwei Jahre auf dem Schnellboot „Puma“ zur See gefahren. Danach bin ich ausgeschieden und habe als Maschinen- und Motorenschlosser gearbeitet. Im Anschluss war ich drei Jahre Motorenwärter auf dem Betriebsstofftransporter „Spessart“. Seit 2014 bin ich wieder als Soldat bei der Marine.

Ich bin Martin und bin viel später zur Marine gekommen. Seit 2010 bin ich nun dabei und bin Schiffsbetriebstechnik-Maat. Bis 2014 fuhr ich auf der Korvette „Magdeburg“. Seitdem gehöre auch ich zur SUG in Warnemünde

Das ist unsere Aufgabe im Einsatz.

Trotz zahlreicher Herausforderungen schaffen es die Ausbilder, das nötige Fachwissen zu vermitteln
Trotz zahlreicher Herausforderungen schaffen es die Ausbilder, das nötige Fachwissen zu vermitteln (Quelle: Bundeswehr/Achim Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Im Rahmen des UNIFIL-Einsatzes bilden wir Soldaten der libanesischen Marine in Sachen Schiffstechnik aus. Dazu gehören die Erstellung von Ausbildungsunterlagen, die Ausarbeitung und das Halten von Unterrichten sowie die Praxisausbildung an Bord der libanesischen Marineboote. Wir beraten die Besatzungen bei allen Fragen der Schiffssicherung, der technischen Sicherheit sowie des Arbeitsschutzes an Bord.
Wir sind Teil eines sehr kleinen Teams und haben bei unserem Dienst hier Jounieh eine Menge Gestaltungsfreiheit. Besondere Freude machen uns das positive Feedback und die sichtbaren Lernerfolge unserer libanesischen Auszubildenden. Zwar macht uns die Sprachbarriere die Arbeit nicht immer ganz einfach, aber gescheitert ist daran bisher noch nichts.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Oberbootsmann D.: „Man muss ständig Flexibilität beweisen und oft ist unsere Phantasie das einzige Hilfsmittel.“
Oberbootsmann D.: „Man muss ständig Flexibilität beweisen und oft ist unsere Phantasie das einzige Hilfsmittel.“ (Quelle: Bundeswehr/Achim Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Unser Auftrag und unser Ziel ist es, den Libanesen das Fachwissen zu vermitteln, um aus technischer Sicht sicher zur See fahren zu können. Bei dieser sehr speziellen Aufgabe sind wir oftmals mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Dazu zählen teils kaputte oder notdürftig geflickte Infrastruktur, häufige Stromausfälle, fehlende Unterlagen, fehlendes Internet, Sicherheitslücken an Bord der Boote. Besonders spannend wird die Arbeit durch die etwas andere Mentalität. Aber mit dem nötigen Einfühlungsvermögen und einem hohen Maß an Flexibilität und unserer Phantasie gelingt es uns, zu guten Ergebnissen zu kommen. Besonders reizvoll an unserer Tätigkeit sind die Freiheiten in der Dienstgestaltung und die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft.

Tobias und Martin: „Wir sind stolz, unseren Beitrag zu leisten.“
Tobias und Martin: „Wir sind stolz, unseren Beitrag zu leisten.“ (Quelle: Bundeswehr/Achim Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Wir sind stolz darauf, unseren Teil zum Aufbau der libanesischen Marine beizutragen. Auch wenn es manchmal nur kleine Schritte sind, freuen wir uns darüber, die Veränderungen und die Fortschritte mitzuerleben. Es sind gerade diese kleinen Erfolge, die dazu beitragen, unsere Motivation kontinuierlich zu steigern.

Unterm Strich sind wir hier im Libanon in einem Einsatz, wie er einem nicht alle Tage begegnet. In einem ganz kleinen Team sind wir fast auf uns allein gestellt. Wir können niemanden fragen, räumen Stolpersteine aus dem Weg und sind auf unseren Einfallsreichtum angewiesen. Doch all das macht unsere Aufgabe hier ungeheuer spannend. Für uns beide, die wir ja eigentlich „nur Heizer“ sind, ist dieser Einsatz eine tolle Erfahrung!

Das vermissen wir hier am meisten.

Tobias D.: Am meisten vermisse ich meine Frau und meine beiden Jungs, aber auch unsere gemeinsamen Freunde.
Martin M.: Mir fehlen meine Familie und meine Vereine am meisten.

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Grüße nach Warnemünde vom Zwei-Mann-Team im Libanon
Grüße nach Warnemünde vom Zwei-Mann-Team im Libanon (Quelle: Bundeswehr/Achim Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Tobias D.: In Zukunft sehe ich mich als Antriebsmeister auf einer der neuen Korvetten. Bis dahin möchte ich weiter meinen Dienst in der SUG des Geschwaders leisten. Ich würde gern mein ganzes weiteres Berufsleben bei der Marine verbringen. Ansonsten wünsche ich meiner Familie und mir Gesundheit und danke meiner Frau für das, was sie allein zu Hause stemmt, mir den Rücken frei hält und so auch meinen Dienst hier unterstützt.
Martin M.: Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann dass auch den Unteroffizieren in meiner Laufbahn die Möglichkeit gegeben wird, Berufssoldat zu werden.
Zusammen grüßen wir unsere Systemunterstützungsgruppe – und natürlich auch alle anderen Kameraden des 1. Korvettengeschwaders, egal ob an Land, an Bord, ob zu Hause oder im Einsatz.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Tobias D und Martin M.


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