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Ich bin iM EINsatz: Lautlose Kommunikation auf See

In See, 11.08.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In allen deutschen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Nicolai B. beim Heißen von Signalflaggen
Nicolai B. beim Heißen von Signalflaggen (Quelle: Bundeswehr/Norman Wald)Größere Abbildung anzeigen

Ich heiße Nicolai B. und bin 21 Jahre alt. Seit dem 1. Oktober 2014 bin ich Soldat und als Signäler auf der Fregatte „Schleswig-Holstein“ tätig. In der Bordspprache der Marine nennt man mich jedoch „Winki“. Mein Dienstgrad ist Obergefreiter.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Obergefreiter Nicolai B. kommuniziert via Sprechfunk mit anderen Booten und Schiffen
Obergefreiter Nicolai B. kommuniziert via Sprechfunk mit anderen Booten und Schiffen (Quelle: Bundeswehr/Norman Wald)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe im Einsatz ist die Übermittlung von Kommandos und die Kommunikation zwischen Schiffen. Wir übermitteln sie mit Hilfe von Flaggen, Morsezeichen oder taktischem Sprechfunk. Mein Signalabschnitt an Bord wird von einem Hauptbootsmann geführt, er ist der Signalmeister. Dazu kommen ein Unteroffizier und außer mir noch ein weiterer Mannschaftsdienstgrad. Das besondere an meiner Aufgabe ist der Dienst auf der Brücke, denn dort bekomme ich wirklich viel mit. Das Flaggensignalisieren, ob im Verband oder bei Manövern wie Ankern, Versorgung in See oder Anlegen ist immer ein Highlight. Mit Hilfe der Flaggen, die ich setze, kommuniziert das Schiff – und kann dabei nicht abgehört werden.

Wenn wir Menschen aus Seenot retten, werde ich zusätzlich auch dort eingesetzt. Meine Aufgabe ist dann die Begleitung der Geretteten von der Erstaufnahme bis zum Sanitätsbereich.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Es gibt verschiedene Tätigkeiten, die man als Signäler beherrschen muss. Dazu gehört zum Beispiel das „Hailing“, also das Abfragen von unbekannten Einheiten nach ihrem Ziel oder ihrer Ladung, wenn sie sich durch unser Einsatzgebiet bewegen. Mir macht es Spaß, bei meinen Aufgaben auf alte und traditionelle Techniken zurückzugreifen. Das Morsen, mit der Morselampe, gerät zum Beispiel mehr und mehr in Vergessenheit, ist aber in manchen Situationen nicht nur hilfreich, sondern bietet auch einen taktischen Vorteil, da es nicht auf weite Distanzen abgehört werden kann.

Obergefreiter Nicolai B. hilft beim Registrieren der Geretteten
Obergefreiter Nicolai B. hilft beim Registrieren der Geretteten (Quelle: Bundeswehr/Norman Wald)Größere Abbildung anzeigen

Besonders ist auch meine Aufgabe auf dem Flugdeck, wenn ich dort den aus Seenot geretteten Menschen direkt helfen kann und ein bisschen dazu beitrage, ihre Situation zu verbessern.

Das vermisse ich hier am meisten.

Meine Familie fehlt mir sehr und auch meine Freunde und Freizeit. Jedoch gehört dieser Verzicht mit zu meinem Beruf!

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mein Wunsch ist es natürlich, gesund nach Hause zurückzukehren und dann in die Unteroffizierlaufbahn zu wechseln. Ich grüße meine Familie und meine besten Freunde, sowie die Kameraden D. und H.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Nicolai B.


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