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Ich bin iM EINsatz: Berater für nautische Sicherheit

In See, 30.06.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberbootsmann Florian L. ist seit neun Jahren bei der Marine
Oberbootsmann Florian L. ist seit neun Jahren bei der Marine (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberbootsmann Florian L., 27 Jahre alt und stamme aus Eckernförde. Da ich am Wasser aufgewachsen bin und mein Vater auch bei der Marine war, fiel mir die Berufswahl leicht. Seit mittlerweile neun Jahren bin ich nun Angehöriger der Deutschen Marine. Nach meiner Ausbildung zum Vermessungstechniker ging ich zur Bundeswehr. Hier absolvierte ich eine Vielzahl an Lehrgängen und bin mittlerweile der Navigationsmeister auf dem Tender „Rhein“. Der Einsatz EUNAVFOR MED Operation „Sophia“ ist mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Die klassische Seekarte wird an Bord, neben der elektronischen Seekarte, noch genutzt
Die klassische Seekarte wird an Bord, neben der elektronischen Seekarte, noch genutzt (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Als Navigationsmeister zählt es zu meinen Aufgaben, den Kommandanten und den Wachoffizier bei der sicheren Teilnahme am Seeverkehr zu beraten. Darüber hinaus plane ich die Routen zu den Häfen und in das Einsatzgebiet. Bei dieser Hauptaufgabe muss ich sehr flexibel sein, da sich Vorgaben schnell ändern können oder einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Wir bewegen uns bei der Operation „Sophia“ in einem Seegebiet, welches 80% der Fläche Deutschlands entspricht. Da sollten die navigatorischen Hausaufgaben gemacht sein.
In meinem Abschnitt arbeite ich mit einem Unteroffizier und einem Mannschaftsdienstgrad zusammen. Als eingespieltes Navigationsteam unterstützen wir uns gegenseitig. Denn Teamarbeit wird in der Navigation groß geschrieben.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Das Navigationsradar unterstützt den Wachoffizeir und den Navigationsmeister bei der Arbeit
Das Navigationsradar unterstützt den Wachoffizeir und den Navigationsmeister bei der Arbeit (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Neben meiner Tätigkeit als Navigationsmeister habe ich begonnen, den Leistungsnachweis I zu erwerben, also die Erlaubnis den Tender selbstständig im freien Seegebiet zu bewegen. Diese anspruchsvolle Aufgabe beinhaltet das sichere Führen des Tenders sowie das Einleiten und Fahren von Notmanövern wie „Mann über Bord“. Der Leistungsnachweis ist vergleichbar mit einem Führerschein auf dem Meer: Mit dem Erwerb darf ich dann selbstständig den Kommandanten während einer Fahrwache vertreten und eine komplette Seewache führen.

Florian leitet oftmals Ausbildungen an Bord des Tenders
Florian leitet oftmals Ausbildungen an Bord des Tenders (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Zusätzlich bilde ich Kameraden für den Erwerb des Kraftbootsführerscheins aus. Diese Ausbildung beinhaltet nautische Gesetzeskunde, Navigation und Wetter. Die Ausbildung macht mir eine besondere Freude, da die Teilnehmer sehr motiviert und wissbegierig sind. Letztlich benötigen wir auch geeignete Kraftbootfahrer, um beispielsweise die Seenotrettung durchführen zu können. Neben der normalen Seeroutine mache ich in den Freiwachen auch viel Sport, um einen körperlichen Ausgleich zu bekommen. Wir haben zwar nicht allzu viel Platz an Bord, jedoch haben wir unser Sportprogramm daran angepasst und so kann ich auch auf engstem Raum ins Schwitzen kommen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich das Beisammensein mit meiner Frau, der Familie und den Nachbarn. Es sind die einfachen Dinge, die mir fehlen, wie beispielsweise das gemeinsame Grillen im Garten oder eine Runde mit dem Motorrad zu fahren.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir eine reibungslose Restzeit des Einsatzes und freue mich schon auf das Einlaufen Ende August in Kiel, unserem Heimathafen. Anschließend steht erstmal ein Urlaub an, den ich ganz meiner Familie und meinen Freunden widmen werde.
Ich grüße insbesondere meine Frau, meine Eltern, meine Schwester, alle Freunde und Nachbarn.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Florian L.


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