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Ich bin iM EINsatz: …in der „Funkbude Berta“ am Rande Niameys

Niamey, 08.12.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel Michael S. und seine „Funkbude Berta“
Hauptfeldwebel Michael S. und seine „Funkbude Berta“ (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Moin. Ich bin Hauptfeldwebel Michael S., 37 Jahre alt und lebe in der Nähe der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Seit nun mehr als 18 Jahren bin ich beim Lufttransportgeschwader 62 im niedersächsischen Wunstorf eingesetzt – als IT-Spezialist im Bereich Informationsübertragung.

Nach acht Einsätzen in Termez/ Usbekistan, im Rahmen der ISAF-Mission, nahm ich 2013 das erste Mal am MINUSMA-Einsatz in Afrika, beim Lufttransportstützpunkt in Dakar/ Senegal teil. Derzeit bin ich, bereits zum zweiten Mal, beim Lufttransportstützpunkt in Niamey/ Niger eingesetzt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Die Kommunikation zwischen dem Einsatzoffizier und der Flugbesatzung findet ausschließlich über Hauptfeldwebel Michael S. statt
Die Kommunikation zwischen dem Einsatzoffizier und der Flugbesatzung findet ausschließlich über Hauptfeldwebel Michael S. statt (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin im Sachgebiet IT mit zwei weiteren Kameraden eingesetzt und zuständig für die Boden-Luft Kommunikation zu den im Einsatz befindlichen deutschen Luftfahrzeugen des Typs C-160 „Transall“. Das bedeutet, dass ich als Bindeglied zwischen dem Einsatzoffizier am Boden und der Besatzung fungiere. Die Kommunikation findet ausschließlich im HF-Frequenzbereich, also auf Kurzwelle statt. HF (High Frequency) hat den entscheidenden Vorteil, dass Nachrichten von und zu den Besatzungen weltweit übertragen werden können. Meine Arbeit beginnt dann mit dem ersten Start der „Alten Dame“ Transall und endet nach einer erfolgreichen Mission mit der letzten Landung.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Nichts geht ohne Sprit: Der Netzwerkadministrationsfeldwebel betankt das Strom Erzeuger Aggregat (SEA)
Nichts geht ohne Sprit: Der Netzwerkadministrationsfeldwebel betankt das Strom Erzeuger Aggregat (SEA) (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Es gibt zwei wesentliche Punkte, die diesen Einsatz hier in der Landeshauptstadt Niamey gegenüber vorherigen Einsätzen für mich so besonders machen. Als erstes ist die hervorragende Zusammenarbeit mit den französischen Kräften der Base Aérienne, also des Flugplatzes, hier in Niamey zu nennen. Des Weiteren muss ich die tolle Kameradschaft und die Zusammenarbeit loben, die einem den Einsatz und die Trennung von Familie und Freunden erleichtern.

Das andere Ende an der Leitung: Michael S. mit dem deutschen Luftfahrzeug C-160 „Transall“
Das andere Ende an der Leitung: Michael S. mit dem deutschen Luftfahrzeug C-160 „Transall“ (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Abschließend noch eine kleine Anekdote bezüglich des Spitznamens „Funkbude Berta“, die sich in den 80er Jahren in Afrika zugetragen haben soll: Die Besatzung einer Transall hatte das offizielle Rufzeichen für die im Einsatz befindliche Funkstelle vergessen und meldete sich bei den Kameraden mit der Antenne auf dem Dach mit dem Anruf: „Funkbude Berta, this is German Air Force...“. Damit war der Spitzname, der für das inoffizielle Rufzeichen geboren. Er hat sich bis heute gehalten.

Das vermisse ich hier am meisten.

Selbstverständlich vermisse ich meine Frau und Familie am meisten. Und die gute deutsche Küche fehlt mir ab und zu.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Zunächst möchte ich den laufenden Einsatz gut zu Ende bringen.
Danach geht es erst einmal mit meiner Frau in den versprochenen und wohlverdienten Urlaub. Grüße gehen nach Wunstorf zu meinen Kameraden beim Lufttransportgeschwader 62 sowie an alle Kameraden in Deutschland, die uns im Einsatz unterstützen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Michael S.


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