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Ich bin iM EINsatz: „Der Allesseher“

Koulikoro, 17.12.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Verantwortungsvoller Job: Stabsunteroffizier Maximilian H. sorgt für die Einsatzbereitschaft der Waffen der deutschen Soldaten
Verantwortungsvoller Job: Stabsunteroffizier Maximilian H. sorgt für die Einsatzbereitschaft der Waffen der deutschen Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Alexandra Möckel)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Stabsunteroffizier Maximilian H. und seit Oktober 2010 bei der Bundeswehr. Wie in diesem Einsatz in Mali bin ich auch im Versorgungsbataillon 4 in Roding als Waffeninstandsetzungsunteroffizier tätig. Dies ist mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Scharfes Auge: In seiner Ausbildung hat Maximilian gelernt, auch kleinste Haarrisse an einer Waffe zu entdecken
Scharfes Auge: In seiner Ausbildung hat Maximilian gelernt, auch kleinste Haarrisse an einer Waffe zu entdecken (Quelle: Bundeswehr/Alexandra Möckel)Größere Abbildung anzeigen

Als Waffenkämmerer der deutschen Unterstützungskompanie kümmere ich mich um sämtliches, waffenkammerpflichtiges Material der Soldaten des deutschen Einsatzkontingentes. Dazu gehören unter anderem Pistolen, Gewehre, aber auch Funk- und GPS-Geräte.

Da ich zum Waffeninstandsetzungsunteroffizier ausgebildet bin, prüfe ich auch, ob die Handfeuerwaffen richtig funktionieren. Unsere Soldaten bilden hier nicht nur aus, sie müssen sich auch selbst in Übung halten. Dazu gehen sie regelmäßig zum Schießtraining. Die Schussbelastung kann allerdings mit der Zeit zu kleinsten Haarrissen und anderen Schäden an den Waffen führen. Kleinere Schäden, wie den Tausch von gebrochenen Bauteilen, kann ich selbst beseitigen. Erkenne ich größere Fehler, schicke ich sie nach Deutschland, damit sie dort repariert werden kann.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Neben seiner Arbeit als „Waffeninstandsetzer“ unterstützt der Stabsunteroffizier regelmäßig beim Transport von Munition
Neben seiner Arbeit als „Waffeninstandsetzer“ unterstützt der Stabsunteroffizier regelmäßig beim Transport von Munition (Quelle: Bundeswehr/Alexandra Möckel)Größere Abbildung anzeigen

Man muss hier mehr improvisieren als zu Hause. In Deutschland dauern Materialanforderungen nicht länger als zwei bis drei Wochen. Hier kann es aufgrund des längeren Weges auch mal länger als ein Monat werden. Der Verbrauch an Ersatzteilen ist sehr hoch. Im Vergleich zu Deutschland wird das Material hier sehr stark durch die hohe Luftfeuchtigkeit, die Hitze und den Staub belastet. Der feine Dreck dringt bis in die kleinsten Ritzen, dorthin, wo der Soldat beim Waffenreinigen gar nicht hinkommt. Dadurch kann beispielsweise die Sicherung der Waffe gestört werden. Es ist dann meine Aufgabe, die Waffen entsprechend zu pflegen und zu reparieren.

Um die Waffen vom Staub zu befreien, muss er sie bis aufs letzte Bauteil zerlegen.
Um die Waffen vom Staub zu befreien, muss er sie bis aufs letzte Bauteil zerlegen. (Quelle: Bundeswehr/Alexandra Möckel)Größere Abbildung anzeigen

Hier im Einsatz bin ich ein Teil einer Kette, die nur zusammen funktionieren kann. Ich versuche durch meine Arbeit den Trainern der Ausbildungskompanien den Rücken frei zu halten, damit sie die malischen Soldaten gut ausbilden können.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich mein eigenes Zimmer und ein Badezimmer. Auch meine Familie und meine Freunde fehlen mir. Dennoch muss ich sagen, dass die Zeit hier sehr schnell vergeht. Aber die Freude auf Zuhause wird größer.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Hier im Einsatz hab ich mir vorgenommen, mir die verschiedenen Waffentypen der anderen beteiligten Nationen näher anzusehen. Ich konnte mir bereits das Gewehr der malischen Armee, das AK 47, und das Gewehr „Famas“ der französischen Kameraden näher anschauen. Ich möchte hier darüber hinaus noch viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln.
Ein besonderer Gruß geht an meine Familie, meine Freunde und natürlich auch an meine Kameraden in der 4.Versorgungskompanie in Roding.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Maximilian H.


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