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Ich bin iM EINsatz: Ausbildung und Wiedersehen

Limassol, 28.06.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberleutnant zur See Martin M. begann seinen Dienst in der Bundeswehr beim Heer
Oberleutnant zur See Martin M. begann seinen Dienst in der Bundeswehr beim Heer (Quelle: Bundeswehr/Alexander Gottschalk)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Martin M. Ich bin 31 und wohne zusammen mit meiner Verlobten in Hamburg. In Deutschland bin ich seit Januar 2017 als Navigationsoffizier auf dem Tender „Donau“ in Rostock eingesetzt.

Nach meinem Abitur begann ich im Oktober 2005 meine erste Dienstzeit als Freiwillig Wehrdienst Leistender in der Bundeswehr. Meine Grundausbildung durchlief ich beim Instandsetzungsbataillon 166 in Boostedt. Im Anschluss wurde ich in die 5. Kompanie des Logistikbataillons 172 in Neubrandenburg versetzt und absolvierte die Ausbildung zum Kraftfahrer in den Führerscheinklassen B, C und E, einschließlich des LKw-Führerscheines. Von September 2006 bis Januar 2007 nahm ich erstmalig an einem Einsatz teil, bei KFOR im Kosovo. Das war eine spannende Zeit zusammen mit österreichischen und schweizerischen Soldaten in der Multinational Logistics Unit.

Meine Arbeit in der Bundeswehr gefiel mir, und so verpflichtete ich mich weiter. Ich wollte aber mehr Verantwortung übernehmen und entschied mich daher dafür, Offizier zu werden. Da mich die Seefahrt schon immer interessierte, wechselte ich im Juli 2010 als Offizieranwärter zur Marine. Mein weiterer Weg führte mich von der Marineschule Mürwik über ein Studium an der Universität der Bundeswehr in Hamburg und anschließende Fachlehrgänge in die Flotte.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Martin M. bildet die libanesischen Kadetten in verschiedenen Navigationstechniken aus
Martin M. bildet die libanesischen Kadetten in verschiedenen Navigationstechniken aus (Quelle: Bundeswehr/Alexander Gottschalk)Größere Abbildung anzeigen

Ich gehöre zu einem aus drei Soldaten bestehenden Ausbildungskommando in Jounieh im Libanon. Organisatorisch gehören wir zum Deutschen Einsatzkontingent UNIFIL mit der Basis auf Zypern.

Unser Team besteht aus einem Stabsoffizier als Teamleiter, einem technischen Bootsmann und mir. Ich bin für die ergänzende nautische und operative Ausbildung der libanesischen Soldaten sowie der Kadetten verantwortlich.

Hier habe ich zum Beispiel einen Kurs „Basic Search And Rescue“ gehalten. Mit den Kadetten vertiefe ich derzeit verschiedene Navigationsverfahren mit dem Schwerpunkt auf die radargestützte Navigation. Daneben bin ich für die intern anfallenden Büroaufgaben zuständig. Insgesamt arbeiten wir sehr eigenverantwortlich Hand in Hand. Das gefällt mir sehr gut.

Die Unterrichte sind aber das, was mir richtig viel Spaß macht. Einerseits kann ich mein Wissen weitergeben und verbessere gleichzeitig auch meine Sprachkenntnisse, da wir ausschließlich Englisch reden. Andererseits erlange ich auch Grundkenntnisse in Arabisch, die Eine oder Andere Redewendungen wird mir mit der Zeit geläufig. Die Kursteilnehmer sind sehr motiviert und zeigen großes Interesse. Das erkenne ich dann, wenn ich Teilnehmer später erneut treffe und diese sich gerne an den Kurs erinnern.

Das macht meine Tätigkeit besonders.

Die einzelnen Ausbildungsabschnitte werden besprochen
Die einzelnen Ausbildungsabschnitte werden besprochen (Quelle: Bundeswehr/Alexander Gottschalk)Größere Abbildung anzeigen

Die Eigenständigkeit des Ausbildungs-Teams und die sehr enge Zusammenarbeit mit der libanesischen Marine machen den Reiz meines Einsatzes aus. Das betrifft aber nicht nur die Ausbildung. Dank der regelmäßigen Besprechungen zur Abstimmung der Ausbildungen mit hohen libanesischen Offizieren finden sich immer wieder Gelegenheiten zu Gesprächen. Inzwischen haben sich daraus auch einige gute Bekanntschaften entwickelt, so auch mit dem Kommandanten des modernsten Bootes der libanesischen Marine, der „Trablous“.

Mein schönstes Erlebnis bisher fand allerdings nicht im Rahmen der Ausbildung oder der Gespräche statt. In meiner zweiten Woche traf ich auf den Chef der libanesischen Boardingteams. Und es stellte sich heraus, dass er als Kadett 2011 an der Marineschule Mürwik seine Ausbildung begann, während ich dort gerade das Gruppenführerpraktikum in seiner Einheit absolvierte. Und fast genau sechs Jahre später treffen wir uns im Libanon wieder. Wie klein die Welt doch ist!

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Partnerin und unsere beiden Tiere. Wir wollen auch bald nach meiner Rückkehr heiraten.
Natürlich freue ich mich auch darauf, die Besatzung vom Tender „Donau“ nach dem Einsatz wiederzusehen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Bis zum Ende meiner Zeit im Libanon möchte ich auf jeden Fall noch mehr vom Land sehen. Ich kann nicht absehen, wann ich das nächste Mal hier bin, und es bietet weitaus mehr schöne Ecken, als man vermuten würde.

Zum Schluss möchte ich noch die Besatzung der „Donau“ grüßen, besonders die Kameraden der 1. Seewache. Ich freue mich schon darauf, Euch alle wiederzusehen!


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Martin M.


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