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Ich bin iM EINsatz: Fast ein Jahr lang – Berater in Sachen „Landeskunde“

Prizren, 16.06.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Major Philip S. ist bereits seit Ende letzten Jahres im Kosovo
Major Philip S. ist bereits seit Ende letzten Jahres im Kosovo (Quelle: Bundeswehr/PAO Deu EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Major Philipp S. und derzeit der Interkultureller Einsatzberater (IEB) des Kommandeurs des deutschen Einsatzkontingents KFOR. Meine militärische Heimat ist das Zentrum für Operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen. Auch dort dreht sich meine Arbeit rund um die interkulturelle Einsatzberatung. Denn zum eigentlichen Einsatz gehört auch die Vor- und Nachbereitung sowie die Unterstützung anderer IEB`s. Ich werde fast ein Jahr im Kosovo sein. Mehr als die Hälfte dieser Zeit habe ich bereits hinter mir.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Major Philip S. hält regelmäßig Kontakt – auch zur Diakonie in Mitrovica
Major Philip S. hält regelmäßig Kontakt – auch zur Diakonie in Mitrovica (Quelle: Bundeswehr/PAO DeuEinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Unter dem etwas sperrigen Begriff „Interkultureller Einsatzberater“ können sich die Meisten verständlicherweise nur wenig vorstellen. Deswegen bevorzuge ich den Begriff „Landeskunde“. Meine Aufgabe ist es, mich mit den soziokulturellen Strukturen im Einsatzgebiet auseinanderzusetzen und bei diesbezüglichen Fragestellungen beratend tätig zu werden. Ich muss mich einfach in diesem Kulturraum auskennen, die verschiedenen Religionen und auch die politischen Strukturen kennen und verstehen.

Auch bei Besuchen, wie hier vom ehemaligen Wehrbeauftragten, Hellmut Königshaus (M.), ist die Expertise von Major Philip S. gefragt
Auch bei Besuchen, wie hier vom ehemaligen Wehrbeauftragten, Hellmut Königshaus (M.), ist die Expertise von Major Philip S. gefragt (Quelle: Bundeswehr/PAO DeuEinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Eine weitere Aufgabe ist es, landesweit mit Entscheidungsträgern der verschiedenen Ethnien und Weltanschauungen Verbindung herzustellen und zu halten. Ich persönlich spreche allerdings weder albanisch noch serbisch. Aus diesem Grund ist mir ein Übersetzer zur Seite gestellt. Er beherrscht die wichtigsten Verkehrssprachen, also neben dem Albanischen auch noch das Serbische und Türkische.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Highlight ist es immer wieder, bei religiösen Veranstaltungen dabei zu sein, wie zum Beispiel einem traditionellen Ritual („Zikr“) eines Sufi-Ordens. Männer rufen dabei den Namen Gottes und tanzen. Damit möchten sie ihre Herzen reinigen und hoffen darauf, Gott zu erkennen. Auch der Austausch mit den verschiedenen Vertretern der ansässigen Ethnien und Religionsgemeinschaften ist für mich ganz persönlich eine horizonterweiternde Erfahrung.

Das vermisse ich hier am meisten.

Bei ungefähr elf Monaten Einsatzdauer freue ich mich einfach mal wieder auf ein freies Wochenende.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ein Gruß geht an die S9-Abteilung und an alle Heimflieger sowie an das Dezernat IEB in Mayen. Mein Plan nach Ende des Einsatzes ist, erstmal den angestauten Urlaub abzubauen. Ich möchte gern nach Asien oder nach Amerika reisen. Ein bestimmtes Ziel habe ich jedoch noch nicht ins Auge gefasst.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Philipp S.


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