Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Das technische Köpfchen für die fliegenden „Tiger“

Ich bin iM EINsatz: Das technische Köpfchen für die fliegenden „Tiger“

Gao, 18.12.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptmann Maximilian H. ist als Luftfahrzeugtechnischer Offizier und Wartungszugführer des Kampfhubschraubers Tiger bei MINUSMA eingesetzt
Hauptmann Maximilian H. ist als Luftfahrzeugtechnischer Offizier und Wartungszugführer des Kampfhubschraubers Tiger bei MINUSMA eingesetzt (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Hallo, mein Name ist Maximilian H., ich bin 29 Jahre alt und lebe in Kassel. Ich bin 2007, direkt nach dem Abitur, in die Bundeswehr eingetreten und habe die Offizierslaufbahn durchlaufen. Dabei habe ich ein Master Studium Mechatronik absolviert und bin zum Systemingenieur für den Kampfhubschrauber Tiger ausgebildet worden. Im Heimatverband, dem Kampfhubschrauberregiment 36, bin ich seit Oktober 2016 als Staffeleinsatzoffizier in der Wartungsstaffel eingesetzt. Der Einsatz in Mali ist mein erster.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Hauptmann Maximilian H. arbeitet zusammen mit 36 Soldaten im Wartungszug
Hauptmann Maximilian H. arbeitet zusammen mit 36 Soldaten im Wartungszug (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Im Einsatz bin ich als Luftfahrzeugtechnischer Offizier und Wartungszugführer des Kampfhubschraubers Tiger eingesetzt. Zusammen mit 36 Soldaten sorge ich dafür, dass die Tiger einsatzbereit sind, um UN-Aufträge verschiedenster Art wahrnehmen zu können.
Der Wartungszug gliedert sich in folgende Bereiche:
Vor-und Nachflugkontrolle, Mechanik, Avionik (z.B. Wartung von Funkgeräten), Elektronik, Waffenelektronik, Betriebsführung (unter anderem Planung von Inspektionen und Störbehebung), Munition, Rettungs- und Sicherheitsgerät sowie eine Prüfgruppe Tiger (Qualitätssicherung und technische Abnahme).
Im Einsatz arbeiten wir im Schichtsystem. Dabei muss immer mindestens ein Soldat jeder Fachgruppe vor Ort sein. Zusätzlich wird ein Chef-Luftfahrzeugmechaniker pro Hubschrauber benötigt.

Mein Tag beginnt in der Regel mit der Morgenlage beim Chef, bei der die am Tag anstehenden technischen Aufgaben und administrative Punkte besprochen werden. Danach stimme ich falls notwendig das weitere Vorgehen im Rahmen von technischen Störungen an den Luftfahrzeugen mit der Betriebsführung und den verantwortlichen Mechanikern ab. Zum Schichtwechsel findet ein technisches Update für den gesamten Zug statt, um einen einheitlichen Sachstand herzustellen. Der Tag endet wie er angefangen hat, mit der Abendlage beim Chef.

Daneben ist die Verbindung zu den Piloten, hier insbesondere zum Einsatzstabsoffizier Tiger, von großer Bedeutung, um deren aktuelle Planungen mit dem technischen Stand der Luftfahrzeuge abzugleichen.

Gerade im Einsatz ist es wichtig, dass bei der Fülle an Aufträgen die Kommunikation mit den Soldaten nicht zu kurz kommt. Durch die besonderen Umstände – Trennung von der Familie, Leben auf beengtem Raum – ist es wichtig, sich ständig auszutauschen. Das beugt auch Konflikten vor.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Hauptmann Maximilian H. merkt an, dass bei der Fülle an Aufträgen darf die Kommunikation mit den Soldaten nicht zu kurz kommen darf
Hauptmann Maximilian H. merkt an, dass bei der Fülle an Aufträgen darf die Kommunikation mit den Soldaten nicht zu kurz kommen darf (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA)Größere Abbildung anzeigen

Meine Motivation für diesen Einsatz ist es, die Tiger immer einsatzbereit zu halten. Jedes Mal, wenn der Kampfhubschrauber abhebt, gibt es einem die Bestätigung, dass man seine Arbeit gut gemacht hat.
Als Techniker freu ich mich auch darüber, wenn eine komplexe Störung erfolgreich behoben wird. Genauso stört es mich extrem, wenn ein Fehler nicht verifizierbar ist.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich mein Frau und meine Tochter. Ohne deren Unterstützung und Rückhalt wäre ein Einsatz für mich nur schwer vorstellbar. Den Rest meiner Familie und meine Freunde, die uns die ganze Zeit perfekt unterstützen, vermisse ich selbstverständlich auch. Darüber hinaus fehlen mir die mitteleuropäische Vegetation und die Möglichkeit, einfach mal etwas spontan unternehmen zu können.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass alle meine Soldaten wieder gesund nach Hause zu ihren Familien kommen. Für die Zeit nach dem Einsatz sind dann auch schon die nächsten Übungsplatzaufenthalte und die nächsten Lehrgänge geplant, so dass es nie langweilig werden wird. Meine Grüße gehen natürlich in erster Linie an meine Liebsten, aber auch an die Kameraden der Wartungsstaffel Tiger.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 08.01.18 | Autor: Maximilian H.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAU6F76026DIBR