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Ich bin iM EINsatz: Startklar für den Echtzeit-Dreh

Gao, 20.12.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel  Floyd B. behält jeden Schritt im Auge
Hauptfeldwebel Floyd B. behält jeden Schritt im Auge (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Servus, ich bin Hauptfeldwebel Floyd B., 32 Jahre jung und derzeit in der gemischten Aufklärungskompanie in Gao eingesetzt. Gebürtig stamm‘ ich aus Fulda, Hessen. Mein Heimatstandort liegt im schönsten Bundesland der Welt, im Bayerischen Wald beim Aufklärungsbataillon 8 in Freyung. Dort bin ich als Fluggerätebedienfeldwebel für die Aufklärungsdrohne LUNA eingesetzt.

Freyung ist auch seit zwei Jahren die Wahlheimat für meine Frau und meine drei Kinder geworden. Wer kann schon von sich sagen, dort zu leben, wo andere Urlaub machen? Soldat bin ich seit 2004. MINUSMA ist mein zweiter Einsatz. Davor war ich bereits im Kosovo.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Der Fluggerätebediener ermittelt mit einem Kompass die Windrichtung und den Spannschlitten auszurichten
Der Fluggerätebediener ermittelt mit einem Kompass die Windrichtung und den Spannschlitten auszurichten (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Als Fluggerätebedienfeldwebel LUNA bin ich für den Start und die Landung der Drohne sowie alle dazugehörigen Abläufe zuständig. Ich ermittele die Windrichtung beim Start und bestimme so die Position des Katapults zum Aufsetzen des Fluggerätes. Der weitere Ablauf reicht von der Befehlsausgabe, beim Rausführen meiner Soldaten in den Einsatzraum, bis hin zur sicheren Landung der Drohne in einen von mir ermittelten Korridor, unter eigener Sicherung.

Soldaten des Start- und Landetrupps arretieren den Spannschlitten
Soldaten des Start- und Landetrupps arretieren den Spannschlitten (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Unser Tag beginnt recht früh und endet nicht selten spät, je nach Auftragslage. Unter den klimatischen Bedingungen in Mali ist das hin und wieder kräftezehrend. Der LUNA-Zug besteht aus insgesamt 18 Soldaten. Meine Gruppe umfasst sechs Soldaten, neben den Drohnenbedienern noch Kraftfahrer, Waffenbediener, Funker und Sicherungssoldaten.

Für mich als Vorgesetzter gibt es keine bessere Bestätigung, als eine perfekt funktionierende Truppe im Einsatz. Jeder einzelne Soldat erfüllt seine Aufgaben und Pflichten mit so einer Selbstverständlichkeit und Motivation, wie ich es selten in meiner Dienstzeit gesehen habe. Die größte Anerkennung für mich ist, dass meine Kameraden mich respektieren, nicht weil sie es müssen, sondern weil sie mir vertrauen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Das Fluggerät LUNA fertig für den Start
Das Fluggerät LUNA fertig für den Start (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Meine Motivation ist mein eigener Anspruch: Sich nur mit dem Zweit- oder Drittbesten zufrieden geben, ist nicht meine Sache. Die größte Herausforderung besteht darin, dort anzusetzen, wo andere bei ihrem bestmöglichen Handeln aufgehört haben. Das heißt eben nicht, das Rad immer neu zu erfinden, nur um anders zu sein als die Vorgänger. Treu dem Grundsatz: „Never change a running System.“ Daher lautet das Ziel: Mit derselben Energie weiter machen und dafür sorgen, dass alle gesund nach Hause zurückkehren.

Das vermisse ich hier am meisten.

Meine Frau und meine Kinder sind das Wichtigste in meinem Leben und deswegen auch das einzige, was ich hier vermisse: Meine Tochter, die anfängt zu krabbeln, meinen Mittleren, der mich immer fragt wo sein „Politei Audo“ sei, und meinen Größten, der immer die Augen verdreht, wenn er den Müll rausbringen oder das Holz im Keller auffüllen soll. Meine Frau, die mit mir schimpft, wenn ich zu doll mit den Kindern spiele oder mich selbst wie eins benehme. Alles andere ist unwichtig, hat nur eine Versorgungnummer und ist auf dem Nachschubweg anzufordern.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die restlichen Wochen möchte ich mit derselben Motivation und dem Ehrgeiz weitermachen können wie bisher und am Ende unversehrt nach Hause kommen. Nach dem Einsatz werde ich erstmal richtig lange Urlaub machen, die Uniform in die Ecke schmeißen und einfach nur Papa sein. Grüße an alle Kameraden zu Hause und im Einsatz. Vor allem an meine Süßen zu Hause, „Papa is bald dahoam, Servus und pfiat eng.“


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Stand vom: 08.01.18 | Autor: Floyd B.


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