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Die Flugsicherung von Mazar-e-Sharif

Mazar-e Sharif, 08.12.2017.

Von 2007 bis 2014 steuerten militärische Fluglotsen der Bundewehr ca. 460.000 Starts und Landungen am Flughafen Mazar-e-Sharif. Im Dezember 2014 endete diese Ära und die Bundeswehr übergab die Durchführung des Flugsicherungsbetriebes an einen zivilen Vertragspartner.

SATCO Hauptmann Andreas G. zusammen mit Air Traffic Manager Carey J. und Schichtleiter Keith H.

SATCO Hauptmann Andreas G. zusammen mit Air Traffic Manager Carey J. und Schichtleiter Keith H. (Quelle: Bundeswehr/PAO TAAC-N)Größere Abbildung anzeigen

Im neuen „Tower“-Gebäude nördlich des Camps Marmal erteilen zivile Fluglotsen durchschnittlich 3.000 Mal im Monat Start- und Landefreigaben. Die Verantwortung für die sichere und ordnungsgemäße Betriebsdurchführung liegt jedoch immer noch bei der Bundeswehr und wird durch den Senior Air Traffic Control Officer (SATCO = Leiter der Flugsicherungsbetriebsdienste) wahrgenommen.

Hauptmann Andreas G. vom Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif ist aktuell als SATCO tätig. Er ist sowohl den amerikanischen als auch den afghanischen Fluglotsen fachlich weisungsbefugt. Bereits unter ISAF bildete er zusammen mit deutschen Flugsicherungskontrolloffizieren afghanische Fluglotsenanwärter aus.

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Afghanische Fluglotsen am Mazar-Tower kontrollieren den Himmel

Alles im Griff: Hier spricht der afghanische Fluglotse eine Landefreigabe aus

Alles im Griff: Hier spricht der afghanische Fluglotse eine Landefreigabe aus (Quelle: Bundeswehr/PAO TAAC-N)Größere Abbildung anzeigen

Ihre theoretischen Kenntnisse erlernten die Fluglotsen an einer Fachschule in Indien, ehe sie in einer praktischen Ausbildung am Flugplatz-Tower eigenverantwortlich Flugsicherungskontrollaufgaben wahrnehmen durften. Der zivile Vertragspartner der Flugsicherungsdienste führte den Ausbildungsweg fort und lizensierte weitere afghanische Fluglotsen, so dass heute schon elf qualifiziert sind.

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Arbeiten im „gemischten“-Team

Ein starkes Team: Amerikanische Fluglotsen zusammen mit afghanischen Fluglotsen im Tower

Ein starkes Team: Amerikanische Fluglotsen zusammen mit afghanischen Fluglotsen im Tower (Quelle: Bundeswehr/PAO TAAC-N)Größere Abbildung anzeigen

Vom neuen Tower aus haben die „Organisatoren des Flugverkehrs“ alles im Griff. Sämtlicher Verkehr auf den Start- und Landebahnen, Rollbahnen oder dem Flugfeld wird im standardisierten, englischen Sprechfunk koordiniert. Sie sind sich der enormen Verantwortung bewusst, täglich fehlerlos den Job erfüllen zu müssen. Aber Fluglotsen arbeiten nicht allein: Je zwei amerikanische und afghanische Lotsen arbeiten Hand in Hand und bilden eine Schicht. Man verlässt sich „blind“ aufeinander und hat doch alles im Blick. Anweisungen der Tower-Crew sind sowohl für zivile als auch militärische Flugzeugführer auf dem Boden und in der Luft sowie für das Bodenpersonal bindend.

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„Haddsch“ Pilger reisten von Mazar-e Sharif nach Mekka

Eine besondere Herausforderung stellen die alljährlichen „Haddsch“-Flüge dar, die Flüge, mit denen Muslime ihre Pilgerreise nach Mekka antreten. Diese große Pilgerreise der „Haddsch“ kann nur während bestimmter, festgelegter Tage im Jahr durchgeführt werden. Sie ist eines der Highlights am zivilen Teil des Flughafens Mazar-e-Sharif. 2017 wurden im Zeitraum von Juli bis September 52 Flüge abgewickelt und ca. 14.500 Pilger abgefertigt, eine herausragende Leistung des afghanisch-amerikanischen Tower-Personals.

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Modernstes Equipment unterstützt Fluglotsen

Die Bewegungen des Flugzeugs einer zivilen afghanischen Fluglinie werden vom Tower Mazar-e-Sharif aus angewiesen

Die Bewegungen des Flugzeugs einer zivilen afghanischen Fluglinie werden vom Tower Mazar-e-Sharif aus angewiesen (Quelle: Bundeswehr/PAO TAAC-N)Größere Abbildung anzeigen

Die Fluglotsen werden durch neueste Technik bei der Ausführung ihrer Tätigkeit unterstützt. Funk- und Telekommunikationsgeräte aus Deutschland nach europäischem Standard, Flugplatzbeleuchtungssysteme nach internationalen Richtlinien und Navigationshilfsmittel auf hohem Niveau bilden die technische Basis dafür, dass das Kontrollpersonal auch in Spitzenzeiten bis zu 15 Flugzeuge gleichzeitig sicher starten und landen lassen kann. Die Technisierung schreitet auch weiter voran. 2018 wird ein Radarsystem am Flughafen installiert. Dieses gewährleistet auch bei schlechteren Wetterverhältnissen die Anfliegbarkeit des Platzes. Mit dem Aufbau einer Radarkomponente wachsen auch die Anforderungen an die afghanischen Fluglotsen. Einige von ihnen werden im kommenden Jahr die Ausbildung zum Radarlotsen beginnen, um die Voraussetzungen für eine gänzlich afghanisch betriebene Flugsicherungskontrollstelle „Tower Mazar-e-Sharif“ zu erfüllen. Text: Andreas G.

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Stand vom: 08.12.17 | Autor: Andreas G.


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