Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz – Mit Hund, Katze und Maus bei KFOR

Ich bin iM EINsatz – Mit Hund, Katze und Maus bei KFOR

Prizren, 07.10.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Vor ihrem Arbeitsbereich: Hauptgefreiter Angelique H.
Vor ihrem Arbeitsbereich: Hauptgefreiter Angelique H. (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Hauptgefreiter Angelique H. und ich bin seit Oktober 2011 als Rettungssanitäterin bei der Bundeswehr. In Deutschland arbeite ich beim Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst in Ostfriesland. Für mich ist es der erste Bundeswehreinsatz und eine tolle Erfahrung. Die Arbeit beim KFOR-Einsatz macht mir unendlich viel Spaß.
Ich bin in der Sanitätseinsatzkompanie des 38. Deutschen Einsatzkontingents Kosovo Force eingesetzt. Zusammen mit dem Oberstabsgefreiten Dario S. bilden wir den Sanitätshygienetrupp, der somit aus zwei Personen besteht.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Hauptgefreiter Angelique H. setzt eine im Feldlager eingefangene Schlange in freier Natur aus.
Hauptgefreiter Angelique H. setzt eine im Feldlager eingefangene Schlange in freier Natur aus. (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Grob gesagt, sind mein Kamerad und ich für die gesamte Feldlagerhygiene, insbesondere die Schädlingsbekämpfung und die Desinfektion, zuständig. Dabei werden wir selbstverständlich von anderen Stellen unterstützt. Als Sanitätshygienetrupp unterstützen wir den “Leitenden Veterinär im Einsatz“, wenn sich Schlangen oder andere giftige Tiere, wie Spinnen oder Skorpione, in die Feldlager verirren. Dabei arbeite ich eng mit ihm, aber auch mit dem leitenden Gesundheitsaufseher im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Aufgaben zusammen. Treten zum Beispiel Probleme mit Insekten auf, insbesondere bei Wespen, bekämpfe ich diese zusammen mit einem örtlichen Schädlingsbekämpfer.

Zu meinen Aufgaben gehören das sogenannte „Schädlingsmonitoring“ und die Schädlingsbekämpfung. Zusätzlich kommt die routinemäßige Desinfektion von Ausrüstung und Material hinzu. Im Falle von Erkrankungen durch meldepflichtige Krankheitserreger bin ich aber auch für die Behandlungsräume oder die Unterkunftsbereiche zuständig.

Für das „Schädlingsmonitoring“ sind rund 300 Köderboxen für Ratten und Mäuse und zusätzlich etwa 120 Klebefallen für Insekten im Feldlager Prizren, auf dem Mount Cviljen und den deutschen Einrichtungen in Pristina ausgebracht. Dies erfordert regelmäßige Kontrollen und eine genaue Auswertung. Das geschieht auch in Zusammenarbeit mit einem zivilen Schädlingsbekämpfer.

„Nach der Begutachtung durch den Veterinär bringe ich die Tiere aus dem Feldlager und setze sie in der freien Wildnis artgerecht aus.“
„Nach der Begutachtung durch den Veterinär bringe ich die Tiere aus dem Feldlager und setze sie in der freien Wildnis artgerecht aus.“ (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Als Präventivmaßnahmen werden Lebendfallen eingesetzt, um zum Beispiel Hunde, Füchse, Katzen, Marder oder Igel einzufangen. Nach der Begutachtung durch den Veterinär bringe ich die Tiere aus dem Feldlager und setze sie in der freien Wildnis artgerecht aus. Die Hunde jedoch kommen in ein Tierheim. Die Kleintierfallen werden dreimal täglich kontrolliert. Drei kleine Marder habe ich auch schon aus dem Lager bringen müssen.

Alle acht Wochen werden die Toiletten- und Duschcontainer im Feldlager Prizren desinfiziert.
Alle acht Wochen werden die Toiletten- und Duschcontainer im Feldlager Prizren desinfiziert. (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Um Erkrankungen vorzubeugen, desinfizieren mein Kamerad und ich beispielsweise alle acht Wochen die Toiletten- und Duschcontainer im Feldlager Prizren und auf dem Cviljen. Wir werden dabei auch von der ABC-Abwehrgruppe unterstützt, da wir ja lediglich nur zu zweit sind. Wir sind aber auch für die Entsorgung des infektiösen Abfalls, der in den Medizinbehältern im Einsatzlazarett gesammelt wird, zuständig. Wir führen auch das sogenannte „Barrier-Nursing“ durch. Das bedeutet, wenn Patienten isoliert werden müssen, haben wir das behandelnde Personal zu dekontaminieren.
Bei der Ausrüstungsdesinfektion handelt es sich um eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor Tierseuchen, die vor der Rückkehr nach Deutschland durchgeführt wird. Hierbei werden die Ausrüstungsgegenstände desinfiziert, die mit Erde, Tieren oder Ausscheidungen in Kontakt gekommen sind. Das ist besonders wichtig, um unsere Tiere in Deutschland zu schützen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Im Gegensatz zu meinen Aufgaben in Deutschland führe ich hier im Einsatz eine andere Tätigkeit aus. In Deutschland arbeite ich als Rettungssanitäterin im Schwerpunkt in einem Geschäftszimmer. Die Verwendung im Bereich des Sanitätshygienetrupps ist eine große Herausforderung. Denn wir müssen zu zweit die vielfältigsten Aufträge erfüllen. Das bedeutet, dass uns das entsprechende Vertrauen seitens des Dienstherrn entgegengebracht wird, was eine besondere Wertschätzung für unsere Tätigkeit ist. Des Weiteren ist es für mich erfüllend, so viele Kleintiere zu retten sowie die Soldaten des Deutschen Einsatzkontingents KFOR vor Krankheiten zu schützen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Familie und Freunde in Deutschland schon sehr. Ich freue mich aber auch darauf, wieder meine Hobbys ausführen zu können. Ich tanze sehr gerne Walzer oder schaue mir Stock-Car-Rennen an. Auf das Anfeuern der besten Eishockeymannschaft der Welt, die Hamburg Freezers freue ich mich natürlich auch.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich möchte meiner Nachfolgerin beziehungsweise meinem Nachfolger zunächst einen guten Einstieg im Rahmen der Einarbeitung ermöglichen und bis dahin alle noch offenen Vorgänge abschließen. Nach meinem Einsatz genieße ich erst einmal Urlaub zusammen mit meiner Familie. Danach bereite ich mich auf meine neue Verwendung vor, denn ich werde nach meinem Einsatz zum Ausbildungssimulationszentrum nach Delmenhorst versetzt.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Angelique H.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7C9PNBUZ850DIBR