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Einsatztagebuch „Sophia“ Teil 6: Good bye Mittelmeer

In See, 16.12.2016.

Für Celin R. und Daniel V. ging in diesen Tagen ihr erster Auslandseinsatz zu Ende. Über mehrere Monate haben sie als Teil der Besatzung der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ aus ihrem Alltag an Bord berichtet. Im abschließenden Teil des gemeinsamen Einsatztagebuchs stellt Daniel die letzte Seefahrt in der EUNAVFOR MED Operation „Sophia“ in den Mittelpunkt.

Für die „Mecklenburg-Vorpommern“ geht es jetzt nach Hause

Für die „Mecklenburg-Vorpommern“ geht es jetzt nach Hause (Quelle: Bundeswehr/Stefanie Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem wir die dreiwöchige Seefahrt nach unserem längeren Aufenthalt auf Malta erfolgreich abgeschlossen haben, liefen wir Ende November ein letztes Mal in Cagliari auf Sardinien ein. Die Zeit im vorletzten Auslandshafen wurde nochmal von allen genossen. Voller Freude traten wir unsere letzte Seefahrt vor dem Heimtransit an.

In See befragten wir Boote und Schiffe, die verdächtig waren, das verhängte Waffenembargo vor Libyen zu brechen. Zeitgleich hielten wir stets Ausschau nach in Seenot geratenen Personen.

Neben den alltäglichen Aufgaben an Bord fielen in den letzten Tagen und Wochen noch verschiedene weitere Dinge an. Wir bekommen beispielsweise häufig Vorträge über verschiedene Themen: Von deutscher Geschichte bis zu den Aufgaben der Feldjäger ist fast alles dabei. Vor allem die Unterrichte des zusätzlich eingeschifften Personals (wir haben in diesem Einsatz ja sechs Militärpolizisten an Bord) sind spannend, da man einen Einblick in die Berufswelt der Kameraden bekommt. Aber auch die Vorträge über allgemeine Themen, wie über die Rechte als Soldat oder die Einsatzerfahrungen des medizinischen Personals in Afghanistan gestalten den Bordalltag abwechslungsreich.

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Tanken bei Nacht

Versorgungsmanöver in See und bei Nacht

Versorgungsmanöver in See und bei Nacht (Quelle: Bundeswehr/Stefanie Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Wir mussten auch nochmal tanken. Dafür fuhren wir nachts ein Seeversorgungsmanöver mit dem britischen Versorgungsschiff „Mounts Bay“. Bei zwei Meter Seegang eine echte Herausforderung für die Wachoffiziere auf der Brücke. Und ganz nebenbei ergab sich bei der längeren Fahrt bei geringem Abstand ein interessantes Lichterspiel.

In diesen Tagen führten wir mit Unterstützung der Feldjäger auch ein Schießen mit der Pistole P8 durch. Dafür bauten wir Zielscheiben auf dem Flugdeck auf. Das regelmäßige Training an den Handwaffen gehört einfach zum Soldatenberuf dazu.

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Belgischer Besucher

Flugbetrieb mit dem belgischen Hubschrauber der „Louise Marie“

Flugbetrieb mit dem belgischen Hubschrauber der „Louise Marie“ (Quelle: Bundeswehr/Stefanie Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Ein besonderes Highlight war der Flugbetrieb mit dem Hubschrauber der belgischen Fregatte „Louise Marie“. Dort hatte sich eine Soldatin verletzt, die zur Behandlung durch unsere Sanitäter an Bord der „Mecklenburg-Vorpommern“ eingeflogen wurde. Ein unglaublich beruhigendes Gefühl, dass im Fall der Fälle auch hier alle beteiligten Nationen zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen.

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Geburtstag am 6. Dezember

Zum 20. Geburtstag der „MVP“ gab es Kuchen

Zum 20. Geburtstag der „MVP“ gab es Kuchen (Quelle: Bundeswehr/Stefanie Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Doch auch die Weihnachtszeit kommt bei uns nicht zu kurz. An jedem Adventssonntag gibt es an Bord einen Gottesdienst. Am Nikolaustag jährte sich der Geburtstag unseres Schiffes. 20 Jahre ist die „MVP“ nun alt. Dazu veranstalteten wir ein kleines Weihnachts- und Jubiläumsfest. Dabei gab es natürlich auch einen Geburtstagskuchen für unsere (nicht mehr ganz so junge) „Dame“.

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Keine Socken

Außerdem führten wir eine Versteigerung für einen guten Zweck durch. Unsere Besatzung unterhält schon seit mehreren Jahren eine Patenschaft zur DMSG im Bundesland, das unserer Fregatte den Namen gab. Auf der Auktion wurden auch selbstgestrickte Socken angeboten. Leider musste ich mich am Ende geschlagen geben: Keine Socken für mich, schade!

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Seenotrettung auf dem Heimweg

Die am 11. Dezember Geretteten auf dem Flugdeck

Die am 11. Dezember Geretteten auf dem Flugdeck (Quelle: Bundeswehr/Stefanie Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Fast am Ende unseres letzten Seetörns retteten wir am 11. Dezember 140 Personen aus Seenot. Dabei stand ich zum ersten Mal auf dem Flugdeck und war zur Betreuung der Menschen eingesetzt. Ein ungewohntes Gefühl, so mittendrin zu sein. Jedoch verlief die Rettungsaktion insgesamt ruhig. Die Menschen waren dankbar, endlich in Sicherheit zu sein. Wir übergaben sie später an ein Schiff der italienischen Küstenwache. Am darauffolgenden Tag liefen wir in den Hafen von Augusta ein. Hier endet auch unser Einsatz in der Operation „Sophia“.

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Was bleibt in Erinnerung?

Mir bleiben unglaublich viele Eindrücke im Gedächtnis: Angefangen von der Zusammenarbeit mit den verschiedenen EU-Schiffen, über die vielen Häfen, bis zum Leid der Menschen, die unter Lebensgefahr versuchen, nach Europa zu kommen. Die letzten Monate waren eine sehr erfahrungsreiche, aber auch anstrengende Zeit. Ich freue mich, bald meine Familie und Freunde in der Heimat zu sehen.

Und hiermit verabschieden Celin und ich uns auch. Wir hoffen, Sie haben einen Eindruck bekommen, wie das Leben auf See im Einsatz und bei der Marine ist. Wir wünschen Ihnen allen alles Gute, eine frohe Weihnachtszeit und einen tollen Start ins neue Jahr.

Daniel und Celin

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Stand vom: 16.12.16 | Autor: Daniel V.


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