Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Mammutaufgaben bei den Kameraden des Luftumschlagzuges in Al-Asrak

Mammutaufgaben bei den Kameraden des Luftumschlagzuges in Al-Asrak

Al-Asrak, 07.11.2017.

Material von A nach B zu verschieben klingt einfach. Doch dies über mehrere tausend Kilometer zu gewährleisten, ist eine Mammutaufgabe, der sich das Deutsche Einsatzkontingent in Al Asrak tagtäglich stellt. Die Kameraden des Luftumschlagzuges verwalten monatlich bis zu 245 Tonnen Güterverkehr - ein enormer Arbeitsaufwand, der nur durch Professionalität, Engagement und Teamarbeit geleistet werden kann.

Viel Fracht – auch dieses Mal ist der A400M voll beladen

Viel Fracht – auch dieses Mal ist der A400M voll beladen (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Der Umzug des Deutschen Einsatzkontingentes Counter Daesh aus der Türkei nach Jordanien ist abgeschlossen. Nichtsdestotrotz reist der Warenstrom von Deutschland nach Jordanien und zurück nicht ab. Die Abfertigung des Materials wird durch den Luftumschlagzug der Unterstützungsstaffel gestemmt.

Die Bandbreite der Fracht erstreckt sich von Munition bis hin zu Haushaltswaren

Die Bandbreite der Fracht erstreckt sich von Munition bis hin zu Haushaltswaren (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

„Wir schlagen Materialien in einer Bandbreite von Haushaltswaren bis hin zum Stacheldraht um“, so Hauptfeldwebel E., der Führer des Luftumschlagzuges. „Das meiste Material, welches aus und in das Kontingent transportiert wird, erhalten wir mittels Luftfracht.“, verdeutlicht Oberfeldwebel L. Der Umschlagszug bildet also eine Schnittstelle für alle Warenein- und –ausgänge. Jede Lieferung geht durch die Hände der Fachkräfte.

nach oben

Sammeln, Sortieren und Anmelden

Die Kameraden des Luftumschlagzuges erstellen die Frachtpapiere

Die Kameraden des Luftumschlagzuges erstellen die Frachtpapiere (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Am Beispiel eines Transportfluges nach Deutschland erklärt der Zugführer den gesamten Vorgang. Zunächst werden alle Materialien, die nach Deutschland zurücktransportiert werden sollen, gesammelt. Als nächstes muss die Versendung beim Logistikzentrum in Wilhelmshaven angemeldet werden. Nun werden lufttransportfähige Gebinde erstellt. Das heißt, dass die Sendungen zusammengefasst und auf entsprechenden Paletten verstaut werden. Um die Ladung fachgerecht zu kennzeichnen, muss für die Frachtpapiere, eine Art „Ladeliste“, erstellt werden. Zusätzlich werden die Zollpapiere und die NOTOC geschrieben.

Die Maschine ist gelandet, der Luftumschlagzug wartet auf die Freigabe zum Entladen

Die Maschine ist gelandet, der Luftumschlagzug wartet auf die Freigabe zum Entladen (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Die NOTOC zeigt dem Piloten an, wo sich welches Gefahrgut im Flieger befindet. Die Zollpiere werden benötigt, da die versendeten Waren auch im Ausland unter deutsches Recht fallen. „Die müssen das ja zollrechtlich irgendwie eingeführt bekommen“, meint Oberfeldwebel L.. Bevor die Gebinde mittels LKW zur Maschine gebracht werden, wird der Schwerpunkt der Paletten ermittelt. Dieser befindet sich in einem genau definierten Toleranzbereich. Wird eben dieser verlassen, muss der Ladungsmeister, der Verantwortliche für die Ladung an Bord der Maschine, dies in seine Berechnung für den gesamten Schwerpunkt der Maschine zusätzlich mit einfließen lassen.

nach oben

Check-In auch für Soldaten

Nachdem die Passagiere das Flugzeug verlassen haben, werden die lufttransportfähigen Gebinde entladen

Nachdem die Passagiere das Flugzeug verlassen haben, werden die lufttransportfähigen Gebinde entladen (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Damit die Papierlage der Ladung an Bord des Flugzeuges passt, erstellt die Crew des Luftumschlagzuges ein Cargo-Manifest. Wie der Zugführer erklärt, ist „dies mit einer Sendungsnummer beim Versand eines zivilen Pakets zu vergleichen“. Neben der Materialabfertigung werden natürlich auch Soldaten mit dem Transportflugzeug A400M in und aus dem Einsatz geflogen. Ähnlich wie im zivilen Luftverkehr durchlaufen sie einen „Check-In“ vor dem Flug. In Verbindung mit den Feldjägerkräften der Bundeswehr werden die Gepäcke und Personen auf verbotene Gegenstände und versteckte Gefahrgüter kontrolliert. Im Flugzeug gibt es zudem eine Belehrung über die Zollrichtlinien und eine Einweisung beim Verhalten im Notfall.

Vom Flugzeug geht es direkt auf die LKW´s

Vom Flugzeug geht es direkt auf die LKW´s (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Als Nebenaufgabe transportieren die Männer jegliches Großmaterial des Kontingentes zum jeweiligen Nutzer. „Wir sind die Einzigen im Kontingent, die derzeit Flurförderzeuge im Einsatz haben- also sind wir überall gefragt“, betont Oberfeldwebel L.. Im Durchschnitt bekommen wir pro Monat 225 Tonnen an Material. Rund 20 Tonnen an verschiedenen Gütern senden wir zurück nach Deutschland. Ein enormer Arbeitsaufwand, der nur durch Professionalität, Engagement und Teamarbeit geleistet werden kann. Manchmal müssen die Soldaten mehrere Transportflugzeuge kurz nacheinander abfertigen.

nach oben

Hand in Hand mit den Partnern

Je nach Größe der Ladung greifen die Soldaten auch auf Ressourcen der Partnernationen zurück. „Es kann schon mal sein, dass wir zum Beispiel LKW´s der anderen Nationen benötigen, damit wir in Phasen mit sehr hohem Arbeitsaufkommen die Zeitlinien halten können. Umgekehrt erfolgt diese Hilfeleistung selbstverständlich genauso. So unterstützen wir auch mal die Bündnispartner bei Querverladungen, also dem Umladen von einem Flugzeug in ein anderes.“, geht Hauptfeldwebel E. ins Detail.

Mit den Flurförderzeugen unterstützen die Kameraden oft auch andere Nationen

Mit den Flurförderzeugen unterstützen die Kameraden oft auch andere Nationen (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Die Kameraden der verschiedenen Nationen kennen sich häufig schon von anderen Auslandseinsätzen. Die Fähigkeit ist im Einsatz immer gefragt und oft sind dieselben Kameraden im Einsatz. Man kennt sich in der großen Familie der Logistik.

Die abzufertigen Flugzeuge unterscheiden sich oftmals. Meistens kommt das Material mit dem Airbus A400M. „Aber wir arbeiten auch schon mal an der Antonov AN 124, einer C-160 Transall oder einer C-130 Herkules.“, so der Zugführer weiter. Das spielt für die Soldaten des Luftumschlagzuges aber keine Rolle, denn für sie gilt vor allem eines: Hohe Professionalität und das Einhalten der Flugpläne.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 07.11.17 | Autor: PAO Counter Daesh


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CASVAFN175DIBR