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Bye bye Einsatzlazarett

Prizren, 08.01.2018.

Gut 100.000 Patienten der Kosovo Force wurden seit 2007 im Einsatzlazarett im deutschen Feldlager Prizren auf Kreiskrankenhausniveau behandelt. Am 31. Dezember 2017 endete nach einem Jahrzehnt diese Ära. Das Lazarett wurde geschlossen. Künftig wird diese Aufgabe im Auftrag der NATO durch einen kommerziellen Anbieter wahrgenommen.

100.000 Patienten in zehn Jahren: Das Einsatzlazarett im kosovarischen Prizren
100.000 Patienten in zehn Jahren: Das Einsatzlazarett im kosovarischen Prizren (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Wenn man gut zehn Jahre lang circa 10.000 Patienten pro Jahr behandelt hat, dann darf man zu Recht stolz auf so eine Leistung sein. „Wir haben im Jahr zwischen 40 und 150 Operationen durchgeführt“, weiß Oberfeldarzt Dr. Martin M. über die Leistungsfähigkeit des Einsatzlazaretts zu berichten. Der Mediziner ist der Kompaniechef der Sanitätseinsatzkompanie des 48. Deutschen Einsatzkontingentes KFOR und unmittelbarer Vorgesetzter aller Sanitätsdienstsoldaten im Feldlager Prizren.

Von der Intensivstation bis zum Zahnarzt: Das ELaz zeichnet sich durch seine medizinische Vielseitigkeit aus
Von der Intensivstation bis zum Zahnarzt: Das ELaz zeichnet sich durch seine medizinische Vielseitigkeit aus (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Neben einem Truppenarzt gab es im Einsatzlazarett Fachuntersuchungsstellen für Innere Medizin, Chirurgie, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO) und Zahnmedizin.

Oberfeldarzt Martin M. im Gespräch mit zwei Soldatinnen seiner Einheit
Oberfeldarzt Martin M. im Gespräch mit zwei Soldatinnen seiner Einheit (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Einem Kreiskrankenhaus in Deutschland vergleichbar, war das Lazarett auf die Bedürfnisse der KFOR abgestimmt. Im Schwerpunkt wurden deutsche, österreichische, schweizerische und ungarische Soldaten behandelt. Diese vier Staaten stellten auch das Personal. Es war durchaus üblich, das der österreichische Zahnarzt und die deutsche Sprechstundenhilfe gemeinsam Zahnpatienten behandelten. Aber auch Angehörige anderer KFOR -Nationen wurden stationär behandelt. Eine im multinationalen Umfeld übliche Form der medizinischen Versorgung.

Auf Kreiskrankenhausniveau: Das ELaz in Prizren. Links oben ist das Bettenhaus zu sehen
Auf Kreiskrankenhausniveau: Das ELaz in Prizren. Links oben ist das Bettenhaus zu sehen (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

„Am häufigsten“, so M., „wurden der Truppenarzt und der Zahnarzt aufgesucht, gefolgt von der Inneren Medizin, der Chirurgie und der HNO.“ Künftig werden die notfallchirurgischen Anteile dieser Leistungen im Auftrag der NATO durch einen kommerziellen Anbieter im Hauptquartier der KFOR in Pristina erbracht. Dort in der Hauptstadt des Kosovo wurde zum 01.01.2018 eine neue medizinische Einrichtung in Dienst gestellt. Die hierbei entstehenden Kosten werden durch die truppenstellenden Nationen anteilig gemeinsam getragen.

Der Krankenhausneubau im HQ der KFOR in Pristina wird das deutsche Einsatzlazarett teilweise ersetzen
Der Krankenhausneubau im HQ der KFOR in Pristina wird das deutsche Einsatzlazarett teilweise ersetzen (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Deutschland wird aufgrund der verbesserten Sicherheitslage im Kosovo und in Abstimmung mit seinen internationalen Partnern in der NATO , den Beitrag der Bundeswehr reduzieren. Ende 2018 werden die letzten deutschen Soldaten das Feldlager Prizren verlassen. Dieses wird Anfang 2019 an die UNMIK übergeben. Die Bundeswehr wird ab 2019 ausschließlich Personal für das Hauptquartier der KFOR sowie Unterstützungspersonal für den durch Deutschland gestellten Direktor NATO Advisory and Liasion Team bereitstellen. So wird weiter der Beitrag zur Stabilität im Kosovo und zur Sicherheit seiner Bevölkerung geleistet. Bis Ende Mai 2018 wird das Einsatzlazarett ausgeräumt und das Material nach Deutschland zurückgeführt sein. Auch wenn es am 31. Dezember „Bye bye ELaz “ hieß, müssen die deutschen Soldaten im Kosovo dennoch nicht auf die ärztliche Versorgung durch den Sanitätsdienst der Bundeswehr verzichten: Eine Sanitätsstaffel wird im ehemaligen Bettenhaus bis Ende 2018 für die truppenärztliche Grundversorgung der Soldaten verbleiben.


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Stand vom: 08.01.18 | Autor: PAO KFOR


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