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Ich bin iM EINsatz: Mehr als 11.000 Kilometer ins Einsatzgebiet

Incirlik, 14.04.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberstleutnant Dr. Thorsten W. ist in Incirlik der Chef des Stabes des deutschen Einsatzkontingentes
Oberstleutnant Dr. Thorsten W. ist in Incirlik der Chef des Stabes des deutschen Einsatzkontingentes (Quelle: Bundeswehr/Oliver Pieper)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstleutnant Dr. Thorsten W. und seit 1990 bei der Luftwaffe. Mit exakt 11.297 Kilometern hatte ich definitiv die weiteste Anreise zum deutschen Einsatzkontingent „Counter Daesh“ nach Incirlik.
Mein Heimatverband ist das Fliegerische Ausbildungszentrum der Luftwaffe auf der Holloman Air Force Base im US-Bundesstaat New Mexico. Als Kommandeur Technik bin ich dort für die Wartung und Instandsetzung von 14 Kampflugzeugen vom Typ „Tornado“ zuständig, mit 350 Soldaten und zivilen Kräften. Dies ist mein erster Auslandseinsatz.

Der Offizier hatte vermutlich die weiteste Anreise unter allen deutschen Kontingentangehörigen
Der Offizier hatte vermutlich die weiteste Anreise unter allen deutschen Kontingentangehörigen (Quelle: Bundeswehr/Oliver Pieper)Größere Abbildung anzeigen

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Oberstleutnant Dr. Thorsten W. berät den Kontingentführer, Brigadegeneral Schick, in vielerlei Hinsicht
Oberstleutnant Dr. Thorsten W. berät den Kontingentführer, Brigadegeneral Schick, in vielerlei Hinsicht (Quelle: Bundeswehr/Oliver Pieper)Größere Abbildung anzeigen

Als Chef des Stabes berate ich den Kontingentführer in allen übergreifenden Themen, die unseren Einsatz betreffen. Daneben koordiniere ich die termingerechte Bearbeitung aller Weisungen, die wir täglich vom Einsatzführungskommando in Potsdam erhalten. Die Themen sind breit gefächert. Ich erhalte hier Einblicke in Dinge, mit denen ich mich im Heimatverband nicht beschäftigt hätte.
Besonders interessant sind die Schnittstellen zur Einsatzwehrverwaltung, die sich zum Beispiel unter anderem mit dem Bau von Abstellflächen für unsere Luftfahrzeuge beschäftigt.

Darüber hinaus sind hier auf dem Stützpunkt Incirlik mehr als fünf Nationen vertreten, mit denen wir engen Kontakt halten und uns ständig abstimmen. Ich bin stolz auf meinen Stab, der tagtäglich neuen Herausforderungen gegenübersteht und diese mit Bravour löst.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Tornados sind auch auf der Holloman Air Force Base in New Mexico seine ständigen Begleiter
Tornados sind auch auf der Holloman Air Force Base in New Mexico seine ständigen Begleiter (Quelle: Bundeswehr/Oliver Pieper)Größere Abbildung anzeigen

Ich saß gerade in einem Restaurant in Louisiana, als ich die schrecklichen Bilder von den Anschlägen in Paris im Fernsehen gesehen habe. Freunde, die in Paris leben, befanden sich zu dieser Zeit in dem betroffenen Fußballstadion. Streitkräfte sind dazu da, unsere Bevölkerung vor bewaffneten Angriffen – gleich welcher Art – zu schützen. Die auf dem Stützpunkt Incirlik stationierten Aufklärungstornados und Luftbetankungskräfte leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit unserer Familien. Das ist meine Motivation für diesen Einsatz.

Das vermisse ich hier am meisten.

Wenn ich morgens die Tür meiner Unterkunft öffne, sehe ich am Horizont die Berge des Aladaglar Nationalparks. Diese Kulisse weckt in mir Gedanken an mein Zuhause in den USA. Sie erinnert mich irgendwie an die Bergkette, die das Tularosa Basin und damit die Holloman Air Force Base umschließt. Es ist eine beruhigende Kulisse, die mich trotz der Entfernung mit meiner Frau und Freunden verbindet, jeden Tag zur selben Zeit.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche uns allen hier und daheim „Hals und Beinbruch“, wie man so schön bei der Luftwaffe sagt.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Dr. Thorsten W.


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