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Ich bin iM EINsatz: Ein „Schutzengel“ in Afghanistan

Mazar-e Sharif, 02.01.2018.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel Christopher D. ist als Sicherungssoldat in Afghanistan eingesetzt
Hauptfeldwebel Christopher D. ist als Sicherungssoldat in Afghanistan eingesetzt (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptfeldwebel Christopher D. und komme aus Sachsen-Anhalt. Stationiert bin ich im thüringischen Bad Salzungen in der dritten Kompanie des Panzergrenadierbataillons 391. Eingetreten in die Bundeswehr bin ich im Jahr 2005 beim Panzerflugabwehrkanonenbatallion12 in Hardheim, Baden-Württemberg. Nach der Auflösung der Flugabwehreinheiten im Deutschen Heer wechselte ich zur Panzergrenadiertruppe. Ich war bereits 2009/2010 im Einsatz in Afghanistan – auch damals zum Schutz von Personen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Gemeinsam mit seinen Kameraden aus dem Panzergrenadierbataillon 391 schützt er die Berater des Train, Advise and Assists Command North auf ihren Dienstreisen
Gemeinsam mit seinen Kameraden aus dem Panzergrenadierbataillon 391 schützt er die Berater des Train, Advise and Assists Command North auf ihren Dienstreisen (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Als stellvertretender Zugführer und Gruppenführer bin ich gemeinsam mit meinen Kameraden aus dem Panzergrenadierbataillon 391 zum Schutz von Personen eingesetzt. Als sogenannte „Guardian Angels“ schützen wir die multinationalen Berater des Train, Advise and Assists Command North, die täglich unsere afghanischen Partner beraten. Im Vorfeld treffen wir uns zu einer Lagebesprechung, um den Weg und den Auftrag im Einzelnen zu besprechen. Wir weisen in die aktuelle Sicherheitslage ein, legen die Aufteilung auf die Fahrzeuge fest und besprechen detailliert das richtige Verhalten bei Störungen oder Angriffen jeglicher Art.

Lagebesprechung, um den Weg und den Auftrag im Einzelnen zu besprechen- alle Zeichen und Signale sind vorher genau abgesprochen
Lagebesprechung, um den Weg und den Auftrag im Einzelnen zu besprechen- alle Zeichen und Signale sind vorher genau abgesprochen (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Für unsere Fahrten in Mazar-e Sharif nutzen wir verschiedene geschützte Fahrzeuge, unter anderem das Transportfahrzeug Dingo und die gepanzerten Geländefahrzeuge Enok und Wolf. Neben unseren Handwaffen sichern wir uns durch die Turmwaffen unserer Fahrzeuge – die Granatmaschinenkanone und das schwere Maschinengewehr. In Kunduz begleiten wir die Berater die wenigen hundert Meter zu Fuß aus dem besonders geschützten Bereich des Feldlagers (Safe Heaven) zu den Gebäuden, in denen die afghanischen Partner arbeiten.
Am Zielort bleiben wir in der Nähe der Schutzpersonen und sichern beispielsweise vor dem Gebäude. Hier ist es wichtig, dass das Zusammenspiel zwischen den Beratern und uns funktioniert. Alle Zeichen und Signale sind vorher genau abgesprochen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Gemeinsame Erlebnisse schweißen die Gruppe eng zusammen und sensibilisieren alle Soldaten
Gemeinsame Erlebnisse schweißen die Gruppe eng zusammen und sensibilisieren alle Soldaten (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe hier in Afghanistan ist in erster Linie von Geschicklichkeit und Erfahrung geprägt. Bisher sind alle unsere Aufträge störungsfrei verlaufen.

Regelmäßig bekommen wir ein positives Feedback von den Beratern, die sich gut geschützt fühlen. Das motiviert uns, beim nächsten Auftrag nicht nachzulassen und weiterhin professionell den Auftrag zu erfüllen.
Ich bin froh darüber, dass wir in Deutschland die Einsatzvorausbildungen als Team zusammen durchlaufen habenund als eingespieltes Team in unseren Einsatz nach Afghanistan gegangen sind. Das gemeinsam Erlebte wird auch später in der thüringischen Heimat in Bad Salzungen den Zusammenhalt fördern.

Das vermisse ich hier am meisten.

Besonders vermisse ich meine Freundin, meine Familie und Freunde. Aber auch die gute deutsche Küche fehlt mir, wenn ich in Kunduz täglich meine Einsatzverpflegung selbst zubereiten muss. Als passionierter Fußballspieler fehlen mir meine Sportkameraden und meine gelegentlichen Besuche der Spiele des Hamburger Sportvereins im Stadion.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass wir alle von der Force Protection Kompanie heil und gesund in die Heimat zurückkommen.


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Stand vom: 08.01.18 | Autor: Christopher D.


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