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Ich bin iM EINsatz: Der „Coordination Officer“

Erbil, 25.07.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptmann Daniel L. ist der “Coordination Officer” des Trainings-Camp im irakischen Bnaslawa
Hauptmann Daniel L. ist der “Coordination Officer” des Trainings-Camp im irakischen Bnaslawa (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptmann Daniel L. und seit Mitte Juni im Irak. Zuhause diene ich in Bad Reichenhall in der Gebirgsjägerbrigade 23 in der Abteilung militärische Ausbildungsunterstützung. Ich bin seit 2004 bei der Bundeswehr. Dies ist mein erster Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Hauptmann Daniel L. führt täglich Absprachen mit Vertretern der Zerevani-Peschmerga – Das tägliche Geschäft des Coordination Officer in Bnaslawa
Hauptmann Daniel L. führt täglich Absprachen mit Vertretern der Zerevani-Peschmerga – Das tägliche Geschäft des Coordination Officer in Bnaslawa (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Im Irak bin ich als Coordination Officer im internationalen Trainingscamp in Bnaslawa bei Erbil eingesetzt. Ich bilde die Schnittstelle zwischen dem Kurdistan Training Coordination Center (KTCC), den multinationalen Ausbildungsteams und dem Betreiber des Camps, den so bezeichneten Zerevani-Peschmerga. Zerevani sind militarisierte Polizeikräfte der autonomen Region Kurdistan und Teil der Peschmerga-Verbände. Meine Hauptaufgabe besteht derzeit darin, die einzelnen Ausbildungsteams in Bnaslawa zu koordinieren. Dazu treffe ich mit den multinationalen Vertretern Absprachen. Es geht zum Beispiel darum, wer wann welches Trainingsgelände innerhalb des Camps nutzen darf.

Als Coordination Officer tätig zu sein, bedeutet für meinen Tagesablauf, dass ich morgens früh um sechs Uhr in Bnaslawa mit meiner Arbeit beginne. Jetzt im Sommer ist es so heiß, dass die Ausbildung möglichst vormittags durchgeführt wird.

Darüber hinaus bin ich auch für die Bereitstellung von Munition zu Übungszwecken und für Ausbildungsmaterial verantwortlich. Daneben erfasse ich die Anwesenheit der Lehrgangsteilnehmer und der Dolmetscher. Um eine Vorstellung von den Dimensionen zu bekommen. Wir haben derzeit 63 Dolmetscher und 400 Kursteilnehmer in Bnaslawa. Zusätzlich arbeite ich mit Blick auf die deutschen Ertüchtigungsprojekte eng mit den Zerevani, zusammen. So war ich beispielsweise unlängst bei der Übergabe und der Einweihung einer Klappfallscheibenanlage für die Schießbahn involviert.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Multinationale Zusammenarbeit: Dienstaufsicht bei der Schießausbildung
Multinationale Zusammenarbeit: Dienstaufsicht bei der Schießausbildung (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Die Besonderheit meiner Aufgabe ist, dass ich jeden Tag mit Ausbildern aus bis zu fünf verschiedenen Nationen zusammenarbeite. Dies bedeutet, dass ich viele verschiedene Ausbildungsmethoden kennen lerne. Es macht mir Spaß, Ansprechpartner für die multinationalen Ausbilder sowie die Zerevani zu sein und gemeinsam Lösungen für die verschiedensten Aufgabenstellungen zu finden. Die Tage sind abwechslungsreich und stellen wechselnde Anforderungen an mich. Es ist schön zu sehen, wie die einzelnen Inhalte der Ausbildungen zusammenfließen und sich jede einzelne Nation einbringt. Auch die Peschmerga sind äußerst motiviert und sehr dankbar für die Ausbildung.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich am meisten meine Frau und meine drei Söhne. Außerdem vermisse ich es, nach der Arbeit einfach mal an den See fahren zu können – gerade bei den herrschenden Temperaturen. Das sind zurzeit regelmäßig deutlich über 40 Grad.

Das sind meine Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Ich hoffe, weiterhin einen Beitrag für die Ausbildung leisten zu können und darüber hinaus, dass die entsprechenden Maßnahmen auch zukünftig von den Peschmerga und Zerevani angenommen werden. Sicher bin ich mir indessen, dass das kollegiale und angenehme Arbeitsklima zwischen den Nationen auch zukünftig weiter bestehen wird. Des Weiteren wünsche ich mir natürlich, dass alle internationalen und deutschen Soldaten gesund bleiben und wohlbehalten in ihre Heimat zurückkehren - wenn es denn so weit ist.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Daniel L.


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