Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Tafelwasser aus dem Meer

Ich bin iM EINsatz: Tafelwasser aus dem Meer

Djibouti, 23.02.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In zahlreichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Stabsunteroffizier Michael S. kümmert sich bei Atalanta um frisches Wasser und die Autos
Stabsunteroffizier Michael S. kümmert sich bei Atalanta um frisches Wasser und die Autos (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Stabsunteroffizier Michael S., 28 Jahre alt und gebürtiger Thüringer. Nach meinem Wehrdienst war ich 2008 zunächst in der zivilen Welt als Fachkraft für Abwassertechnik beschäftigt. Doch da mir die vorher erlebte Kameradschaft fehlte, beschloss ich 2011, wieder bei der Bundeswehr einzusteigen.

Nicht nur im Einsatz, sondern auch in Deutschland bin ich Wasseraufbereiter. Meine dienstliche Heimat ist das Spezialpionierbataillon 464 in Speyer. Hier in Djibouti gehöre ich zur Deutschen Verbindungs- und Unterstützungsgruppe (DVUG). Erste Einsatzerfahrungen habe ich bereits bei der EUTM Mali sammeln können.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Macht aus Salzwasser Trinkwasser: die Wasseraufbereitungsanlage WTC 1600
Macht aus Salzwasser Trinkwasser: die Wasseraufbereitungsanlage WTC 1600 (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

In Djibouti steht eine von derzeit insgesamt drei Wasseraufbereitungsanlagen des Typs WTC 1600 in den Einsätzen der Bundeswehr. Mit dem Betreiben und Warten der Anlage versorge ich sämtliche, an der EU-Mission Atalanta beteiligten, Schiffe mit Frischwasser. Zum Beispiel habe ich ein französisches U-Boot sowie eine spanische Fregatte mit aufbereitetem Trinkwasser versorgt.

Michael S. bereitet die Rohrwasserpumpe vor um Wasser aus dem Hafen zu ziehen
Michael S. bereitet die Rohrwasserpumpe vor um Wasser aus dem Hafen zu ziehen (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

Aufbereiten bedeutet, dass aus hier verfügbarem Salzwasser am Ende „edle Tropfen“ gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung herauskommen. Sei es vorher auch noch so salzig gewesen.

Hier im Einsatz gehöre ich zum Bereich Logistik, das heißt zur Einsatzversorgung. Zusammen mit den Luftumschlagfeldwebeln, den Smuts, wie die Köche bei der Marine heißen, und den Logistikern bilden wir ein Team. In diesem Team habe ich noch eine zweite Aufgabe.

Alle Logistiker sind ein Team – das Kfz- Management gehört dazu
Alle Logistiker sind ein Team – das Kfz- Management gehört dazu (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

Ich pflege und warte, zusammen mit der örtlichen Fahrzeugfirma, alle Fahrzeuge der DVUG. Dabei erstelle und kontrolliere ich Fahraufträge und unterstütze bei allen Angelegenheiten des Kfz-Managements. Schön dabei ist, dass die Anforderungen von benötigtem Material und wichtigen Ersatzteilen hier so problemlos läuft.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Meine persönliche Motivation besteht darin, zu sehen, dass alles reibungslos funktioniert. Ich möchte immer sicherstellen, dass alle Fahrzeuge fahrtüchtig sind, die Wasseraufbereitungsanlage 24 Stunden problemlos läuft und der Dienstalltag zur vollsten Zufriedenheit aller verläuft. Sollte doch mal etwas nicht nach Plan laufen, so weiß ich, dass ich mich in einem guten Team befinde und mich immer auf die Einsatzlogistiker und auf unseren Sprachmittler verlassen kann.

Das vermisse ich hier am meisten.

Was ich hier am meisten vermisse, ist das gute deutsche Essen, wie beispielsweise Jägerschnitzel, Bratwurst mit Kartoffelsalat oder auch Mett. Meine Familie, Freunde und meine Kameraden in der Heimat fehlen natürlich auch sehr. Generell vermisse ich Deutschland, auch wenn das Wetter dort zurzeit nicht immer das Beste ist. Erst wenn man im Einsatz ist und seine gewohnte Umgebung nicht mehr dauerhaft um sich hat, merkt man, was einem fehlt.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mein Plan für den Rest des Einsatzes ist, meine Arbeit so gut wie möglich zu erledigen, um auch meinem Nachfolger einen guten Start zu ermöglichen. Nach dem Einsatz werde ich wieder meiner Arbeit in Speyer bis zur anstehenden Auflösung des Bataillons nachgehen.

Für die Zeit nach der Bundeswehr wünsche ich mir, wieder in Thüringen sesshaft zu werden, dort Arbeit zu finden und eine Familie zu gründen. Meine Grüße gehen an meine Familie und Freunde in Thüringen und an die 1. Kompanie des SpezPiBtl 464.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Michael S.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7C9TSBBB000DIBR