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„Ich bin iM EINsatz: „Mit Mikroskop und Pinsel“

Prizren, 18.11.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Durch die Zugabe eines Indikators ermittelt Juliane F. den gesuchten Wert
Durch die Zugabe eines Indikators ermittelt Juliane F. den gesuchten Wert (Quelle: Bundeswehr/Christian Schneider)

Ich bin Stabsveterinär Juliane F. und seit 2009 bei der Bundeswehr. Zu Hause arbeite ich im Labor des Zentralen Instituts des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Mein Fachgebiet ist die Immunologie, das heißt, ich weise Bestandteile von Zellen nach, beispielsweise die DNA oder bestimmte Eiweiße. Diese unterscheiden sich bei einzelnen Lebewesen, sodass ich etwa Pferdefleisch im Rinderhack finden könnte. Ich bin zum ersten Mal im Einsatz und erlebe die Zeit als spannend und sehr abwechslungsreich.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Stabsveterinär Juliane F. analysiert die Wirkung von Bakterien
Stabsveterinär Juliane F. analysiert die Wirkung von Bakterien (Quelle: Bundeswehr/Christian Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Zusammen mit den Kameraden, die das lebensmittel-chemische Labor betreiben, analysiere ich Trinkwasserproben. Diese Aufgabe ist nicht nur auf das Feldlager Prizren beschränkt, sondern bezieht sich auf alle Einrichtungen von KFOR und sogar im Rahmen der Amtshilfe auf die Deutsche Botschaft in Pristina. So bin ich viel unterwegs und arbeite eng mit Soldaten anderer Nationen zusammen. Nach der Wasseruntersuchung vor Ort, bei der meine Kameraden Grundwerte, wie Chlorgehalt oder Temperatur, feststellen, geht es in meinem Labor an die mikrobiologische Prüfung.

Die Arbeit am Mikroskop gehört zu ihren Aufgaben
Die Arbeit am Mikroskop gehört zu ihren Aufgaben (Quelle: Bundeswehr/Christian Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Die Küchen und die Betreuungseinrichtungen behalte ich, was Hygienestandards betrifft, fest im Auge. Denn das Wichtigste ist, dass die Soldaten im Einsatz gesund bleiben und keiner Belastung durch möglicherweise schädliche Keime ausgesetzt werden. Man könnte also sagen, ich bin Teil der „Food-MP“.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Die Arbeit im nationalen und besonders im NATO-Rahmen macht mir großen Spaß. Die internationalen Kameraden sind sehr aufgeschlossen und interessiert an meiner Arbeit. Mein Aufgabenbereich genießt bei ihnen einen sehr guten Ruf. Es ist schön, meinen Teil zur Auftragserfüllung beizutragen und dabei noch so viele Menschen zu treffen.

In den Abendstunden findet Juliane F. Ruhe und Entspannung bei ihrem Hobby, der Aquarell-Malerei
In den Abendstunden findet Juliane F. Ruhe und Entspannung bei ihrem Hobby, der Aquarell-Malerei (Quelle: Bundeswehr/Christian Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Nach Dienst male ich unheimlich gern Aquarelle mit Tiermotiven. Vor kurzem durfte ich diese sogar in unserem Einsatzlazarett in einer Vernissage ausstellen. Das war ein voller Erfolg, es hat mich sehr gefreut, wie gut die Bilder bei den Kameraden angekommen sind.

Das vermisse ich hier am meisten.

So sehr ich die herzliche Kameradschaft hier schätzen gelernt habe, so sehr sehne ich mich auch nach einem ruhigen Wochenende – einfach nur relaxen und nur für mich selbst da sein. Nach meiner Rückkehr werde ich mich bei einem Vollbad entspannen, etwas Schönes kochen und vor allem: Ausschlafen!

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mein Einsatz ist bald schon zu Ende, deshalb wünsche ich meinen lieb gewonnenen Kameraden des 42. Kontingents natürlich zuerst einmal einen schönen restlichen Einsatz, eine schöne Adventszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Ich hoffe, die gute Stimmung bleibt auch an den kalten Tagen erhalten und dass alle wieder gesund nach Hause zurückkehren.
In Deutschland möchte ich wieder mehr Zeit für meine Leidenschaft des Malens aufbringen und meine Bilder in Leipzig ausstellen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Juliane F.


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