Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > „Feuer und Bewegung“: Eine Ausbildung zum Schutz der Bevölkerung

„Feuer und Bewegung“: Eine Ausbildung zum Schutz der Bevölkerung
 

Erbil, 27.02.2018.

Dem sogenannten „IS“ gelang es im Juni 2014 innerhalb weniger Tage, mit Mossul die zweitgrößte Stadt des Irak zu erobern. Auch weitere Provinzen wurden schnell eingenommen, meist ohne jegliche Verteidigung. Eine Schreckensherrschaft im Irak begann, unter der nicht zuletzt die Zivilbevölkerung, vor allem auch Frauen und Kinder litten. Die Auswirkungen sind noch heute in Form von zerstörten Gebäuden, Nahrungsmittelknappheit und fehlender medizinischer Versorgung in einigen Regionen zu spüren.

Damit solch ein Szenario nicht wieder passiert und der territoriale Sieg über den „IS“ im Irak langfristig bestehen bleibt, ist es wichtig die Sicherheitskräfte im Irak zu befähigen. In den Ausbildungszentren des „Kurdistan Training Coordination Center“ (KTCC) werden die Peschmerga dahin gehend trainiert, sich und die Bevölkerung vor Angriffen bewaffneter Gruppierungen zu schützen.

Den Feind gesichtet

Peschmerga sichern den Ort; aus der Anhöhe vor ihnen droht der Angriff (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Das Trainingszentrum Menila bietet durch seine Landschaft vielfältige Möglichkeiten, die Peschmerga zu trainieren. Sie lernen dabei, auf drohende Angriffe richtig zu reagieren. Das Training wird in diesem Falle durch die internationalen Trainer des Ausbildungszentrums, darunter auch deutsche Soldaten, geleitet. Bei der abgebildeten Übung sichert der eingesetzte Zug – ein Verbund von etwa 30 Soldaten – die Ortschaft. Auf der anderen Seite versucht eine Gruppe von Kämpfern in den Ort zu gelangen, um diesen zu zerstören. Dabei verwendet sie Rauch, um den sichernden Soldaten die Sicht zu nehmen. Im Szenar „Stabilisierung“ müssen oftmals große Gebiete mit nur wenigen Sicherheitskräften geschützt werden. Eine bewegliche Verteidigung ist der Schlüssel zum Erfolg, um die Ortschaft und die dort lebenden Menschen zu beschützen.

Der Feind im Nebel

Unter „Feuer und Bewegung“ wechseln die Peschmerga in eine neue Position, um dem Angriff entgegenzuwirken (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Um die eingeschränkte Sicht zu umgehen, muss eine Gruppe der Peschmerga die Position wechseln. Währenddessen hindert die andere Gruppe durch Beschuss den Gegner daran in die Ortschaft zu gelangen. Sind die neuen Positionen zur Verteidigung bezogen, kann sich die andere Gruppe ebenfalls eine neue Stellung suchen. Dadurch wird der Gegner lückenlos bekämpft und der Angriff auf den Ort erfolgreich abgewehrt. Das Vermitteln dieses grundlegenden Verständnisses von „Feuer und Bewegung“ gehört zu den Kernfähigkeiten der Soldaten.

Ausbilden durch Beobachtung

Oberst Andreas Steinhaus beobachtet das Training zusammen mit den Führungskräften (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung ist die Beobachtung der Übung durch die jeweiligen Kompaniechefs und Zugführer – die Führungskräfte der auszubildenden Soldaten. Diese sollen in der nächsten Phase selbst die Verteidigung der Ortschaft leiten. Der deutsche Kommandeur des KTCC und zugleich Kommandeur des deutschen Einsatzkontingentes, Oberst Andreas Steinhaus, machte sich selbst ein Bild von der Ausbildung. Anschließend suchte er das Gespräch mit den übenden Führungskräften. „Ziel ist es die Peschmerga zu befähigen jene Ausbildung zukünftig selbst leiten und durchführen zu können. Damit sollen sie langfristig und nachhaltig in der Lage sein eine stabile und sichere Region Kurdistan zu gewährleisten und sie gegen Bedrohungen, wie dem IS, zu schützen“, so Oberst Steinhaus.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 27.02.18 | Autor: PAO Nordirak


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAWDC3R463DIBR