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Einsatztagebuch KFOR Teil 11: Endspurt – im doppelten Sinn

Prizren, 24.09.2015.

Für Oberleutnant Claudia Seidenschwanz ist die letzte Woche bei KFOR angebrochen. Seit Mitte Mai ist sie als Presseoffizier im Einsatz. In ihrem letzten Beitrag gerät sie in eine Polizeikontrolle, berichtet vom Gewinn einer Medaille beim Halbmarathon sowie über ihre Pläne für die Zeit nach der Rückkehr in die Heimat.

Kosovo Police und KFOR zeigen Präsenz

Kosovo Police und KFOR zeigen Präsenz (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

Auf geht’s zur Fahrt nach Pristina. Das ist mittlerweile schon zur Routine geworden: abmelden bei der Operationszentrale, Waffe „am Mann“, Helm und Weste liegen bereits im Fahrzeug – schon geht’s los. Die Strecke kenne ich auch schon in- und auswendig. Doch plötzlich werden wir angehalten. Unsere Militärpolizisten machen zusammen mit der Kosovo Police eine Verkehrskontrolle. Welchem Fahrer gefällt das schon? Habe ich alle Papiere dabei? War ich zu schnell? Wo war das blöde Geschwindigkeitsschild – und den Verbandkasten, den hatte ich doch noch nie in den Fingern.

Beide Seiten loben die Zusammenarbeit

Beide Seiten loben die Zusammenarbeit (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

Ziel der Kontrolle: auch in der Öffentlichkeit gemeinsam präsent sein. Dabei halten die Militärpolizisten ausschließlich KFOR-Fahrzeuge an und die Kosovo Police stoppt alle zivilen Fahrzeuge. Beide Seiten sind sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit KFOR läuft seit vielen Jahren gut. Gemeinsam in der Öffentlichkeit präsent zu sein, setzt immer ein gutes Zeichen“, so ein Offizier der Kosovo Police (KP).

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Bußgeldkatalog auch im Kosovo

Ein Offizier der Kosovo Police gibt Einblicke in den Bußgeldkatalog

Ein Offizier der Kosovo Police gibt Einblicke in den Bußgeldkatalog (Quelle: Bundeswehr/Benjamin R.)Größere Abbildung anzeigen

Die KP hat es heute mit ein paar Verkehrssündern zu tun: Geschwindigkeitsüberschreitungen, keine ausreichende Ladungssicherung und weitere kleine Delikte. Auch im Kosovo gibt es mittlerweile einen Bußgeldkatalog und ein Punktesystem. Die Strafen sind für kosovarische Verhältnisse enorm.

Das Fahren ohne Führerschein kann bis zu 400 Euro kosten. Die Bußgelder für überhöhte Geschwindigkeit beginnen bei 35 Euro, sie können aber auch bis zu 270 Euro und drei Punkte erreichen. Kaum zu glauben, doch auch das Hupen ohne Grund wird geahndet – das kostet jedoch „nur“ 25 Euro. Das ist deshalb so kurios, weil hier ständig und überall gehupt wird. Doch bei den vergleichbar geringen Einkommen im Kosovo tut auch die geringste Strafe schon mächtig weh.

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Zweiten Platz errungen

Die letzten Meter bis ins Ziel – Das Team von Oberleutnant Seidenschwanz erlief sich einen Podestplatz

Die letzten Meter bis ins Ziel – Das Team von Oberleutnant Seidenschwanz erlief sich einen Podestplatz (Quelle: Bundeswehr/Dennis H.)Größere Abbildung anzeigen

Neben den sich häufenden Anfragen von Journalisten beschäftigen mich weiterhin die Arbeit für die Truppeninformation – unsere Zeitung für die deutschen Soldaten im Land, das „Schwarze Brett“. An Themen mangelt es nicht. Die Chefs der Einheiten übergeben in diesen Tagen ihre Verantwortung an die Nachfolger in kleinen Zeremonien.
Der Tag der Deutschen Einheit jährt sich bald zum 25. Mal – dafür durfte ich eine Rede vorbereiten. Auch im Einsatz begeht man diesen Tag.

Neben den Vorbereitungen für den 3. Oktober fand auch noch ein Halbmarathon statt. Zum Glück konnten sich Teams anmelden, sodass jeder nur eine Drei-Kilometer-Runde laufen musste. Unser Team der Kommandeurgruppe hat es doch tatsächlich auf den zweiten Platz, in einer Zeit von einer Stunde und rund 43 Minuten, geschafft. Im Endspurt zur Silbermedaille: auf diese Teamleistung bin ich richtig stolz.

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Zweiter Endspurt - der Nachfolger kommt bald

Die letzten Wochen im Einsatz lassen keine Zeit zur Entspannung – jetzt wird eher nochmal alles abverlangt. Ich bin angespannt und Aufregung macht sich breit. Die Übergabewoche an meinen Nachfolger ist bereits durchgeplant. Ich hoffe, dass ich ihm alles gut erklären und zeigen kann, sodass er sich auch gut eingearbeitet fühlt. Aber ich bin guter Dinge, denn er bringt als Major doch etwas mehr Erfahrung mit. Ich freue mich schon, denn wir stehen bereits seit zwei Monaten telefonisch in Verbindung.
Für jeden Soldaten im Einsatz ist es eine Erleichterung, wenn er schon einmal vorab von seinem Nachfolger gehört hat. Es gibt auch so etwas wie Sicherheit, dass es jemanden gibt, der mich ablöst. Ich kenne ihn jedoch noch nicht näher und bin gespannt.

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Endlich mal raus aus der Uniform

Eine Woche verbleibt noch auf dem Balkan

Eine Woche verbleibt noch auf dem Balkan (Quelle: PAO DEU EinsKtgt)Größere Abbildung anzeigen

Meine Gedanken sind allerdings auch schon halb zu Hause. Eine knappe Woche ist es noch bis zum Abflug. Wird mich jemand am Flughafen in Deutschland in die Arme nehmen?

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Stand vom: 02.03.17 | Autor: Claudia Seidenschwanz


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