Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Voll den Durchblick – nicht nur beim Röntgen

Ich bin iM EINsatz: Voll den Durchblick – nicht nur beim Röntgen

Koulikoro, 16.06.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberfeldwebel Marcel M. – sicher und präzise auch am großen Röntgengerät
Oberfeldwebel Marcel M. – sicher und präzise auch am großen Röntgengerät (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberfeldwebel Marcel M., 29 Jahre alt und im Einsatzlazarett im Koulikoro Training Center als Medizinisch- Technischer Radiologieassistent eingesetzt. Dabei erstelle ich in erster Linie konventionelle Röntgenaufnahmen, die eine wichtige diagnostische Komponente bei der Behandlung von Patienten darstellen und eine wirksame Therapie ermöglichen. Als ehemaliger Fallschirmjäger weiß ich, wie schnell ernsthafte und lebensbedrohliche Verletzungen eintreten können und wie unerlässlich die Diagnostik für eine schnelle Therapie ist.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Vorbereitung eines Patienten – auch Soldaten anderer europäischer Armeen werden hier geröntgt
Vorbereitung eines Patienten – auch Soldaten anderer europäischer Armeen werden hier geröntgt (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Meine Tätigkeit umfasst nicht nur, einfach ein paar „Fotos“ zu schießen. Jeder Knochen im menschlichen Körper kann mittels meiner digitalen Röntgenanlagen in vielen verschiedenen Ebenen dargestellt werden. Dies erfordert besondere Fachkenntnisse, gerade im Bereich der Anatomie. Doch vorher wird der Patient von mir aufgenommen und bekommt eine eigene ID. Dann werden die Röntgengeräte hochgefahren und vorbereitet. Der Patient wird entsprechend der Anforderung des Arztes von mir gelagert, das Gerät eingestellt und die Bilder angefertigt.

Mit angelegtem Schutz wird der Patient richtig positioniert
Mit angelegtem Schutz wird der Patient richtig positioniert (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Danach werden die Aufnahmen von mir bearbeitet und an den Befundungsmonitor übertragen, auf dem ich sie den Ärzten präsentiere. Die Röntgenbilder können auch mittels Teleradiologie nach Deutschland geschickt werden und dort direkt von einem Radiologen befundet und mit den Ärzten hier besprochen werden.

Zusätzlich bin ich für den Strahlenschutz zuständig. Das heißt, dass Patienten und Mitarbeiter gemäß der geltenden deutschen Bestimmungen und Richtlinien mit den erforderlichen Materialien, wie zum Beispiel Dosimetern, geschützt und überwacht werden. Doch auch die Materialbewirtschaftung kommt nicht zu kurz. Geräte und Container müssen in Stand gehalten werden, damit alles einwandfrei funktioniert.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Alles aus einem Guss – Das fertige Produkt sichten, bearbeiten und später dem Arzt präsentieren
Alles aus einem Guss – Das fertige Produkt sichten, bearbeiten und später dem Arzt präsentieren (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Meine persönliche Motivation besteht darin, mich in meinem ersten Einsatz zu bewähren. Das fängt mit den sprachlichen Barrieren zwischen Patient und Mitarbeiter an und geht über ungewohnte Materialbewirtschaftung bis zum Umgang mit nicht funktionsfähigen Geräten.

Eines meiner Ziele bestand darin, den nicht intakten Telemedizinischen Arbeitsplatz wieder voll einsatzfähig zu machen, damit schwierige Befunde zusammen mit den Ärzten in den Bundeswehrkrankenhäusern ausgewertet werden können. Und siehe da – nach intensiver Arbeit können die Ärzte in Koulikoro wieder problemlos Befunde mit den Kollegen in Deutschland austauschen und besprechen.

Da im Vergleich zu meinem Heimatstandort im Bundeswehrkrankenhaus Ulm hier weniger Patienten zu röntgen sind, gehe ich jederzeit anderen Kameraden zur Hand. Ich unterstütze bei organisatorischen Angelegenheiten, Vollzähligkeitskontrollen oder einfach nur beim Reinigen der vom vielen Staub verunreinigten Container.

Doch natürlich darf auch das Zwischenmenschliche nicht fehlen. Beim wöchentlichen Volleyballspiel kommt man mit vielen Soldaten anderer Nationen in Kontakt, hat Spaß, tauscht sich aus. Aus den Gesprächen entstehen internationale Freundschaften, die über den Sport hinaus reichen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse das Essen zu Hause, das werde ich nach meiner Rückkehr ausgiebig nachholen. Und natürlich dürfen auch meine Freunde, die Familie und die Kollegen in Ulm nicht unerwähnt bleiben.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Da mir mein Beruf viel Spaß und Freude bereitet, möchte ich ihn gern weiterführen – am liebsten als Berufssoldat im Bundeswehrkrankenhaus Ulm. Denn ich möchte meine Fertigkeiten in vielen weiteren Einsätzen unter Beweis stellen und für die Patienten das Beste geben.

Für den Rest des Einsatzes hoffe ich, dass alle gesund bleiben, auch wenn ich dann weniger Arbeit habe. Ich möchte noch meine Freunde und meine Familie grüßen, natürlich auch die Radiologie in Ulm und ganz besonders meinen besten Kumpel. Stefan, mach‘ Dir keine Sorgen, wir sind bald wieder zusammen unterwegs.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Marcel M.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAAY92Y925DIBR