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Nach Gefechten im Osten Malis: Deutsche Kräfte retten Verwundete

Gao, 29.11.2017.

Aufständische töten in den Morgenstunden des 24. November mehrere Soldaten der UN-Truppen und lösen einen Massenanfall von Verwundeten aus. Deutsche Soldaten aus Gao unterstützen mit allen zur Verfügung stehenden Kräften der Rettungskette.

NH-90 MedEvac im Einsatz

NH-90 MedEvac im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Im Raum Indelimane, auf halber Strecke zwischen Ansongo und Menaka im Osten Malis, haben Aufständische Gruppen Kräfte der malischen Armee und der nigrischen UN-Streitkräfte angegriffen. Die Soldaten waren Teil einer UN-Operation, die seit einigen Tagen im Raum durchgeführt wird. Deutsche Aufklärungs- und Sicherungskräfte befanden sich im Zuge dieser Operation zeitgleich etwa 100 Kilometer westlich von Indelimane in Ansongo.

Die Ausstattung des NH-90 MedEvac im Einsatz

Die Ausstattung des NH-90 MedEvac im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Die deutsche Kontingentführung entschloss sich unverzüglich, zu helfen. Die Aufklärungsdrohne Heron sowie der Unterstützungshubschrauber Tiger, die sich bereits auf Einsatzflügen befanden, wurden kurzerhand zum Anschlagsort umgeleitet. Auch die angeforderten NH-90 Forward Air MedEvac waren kurz nach der Alarmierung in der Luft.

Als die Tiger wenige Minuten später vor Ort waren, hatten die Aufständischen bereits das Feuer eingestellt und waren ausgewichen, so die Information des nigrischen Kommandeurs. Dennoch sicherten die Tiger aus der Luft den anlaufenden Rettungseinsatz am Anschlagsort.

Die im rund 150 Kilometer entfernten Gao gestarteten MedEvac-Hubschrauber waren in weniger als einer Stunde vor Ort. Drei Soldaten waren zu dem Zeitpunkt bereits ihren schweren Verletzungen erlegen. Der Massenanfall von Verwundeten machte eine Sichtung – Triage – notwendig. Daher richtete die deutsche Sanitätseinsatzstaffel parallel am Flugplatz Gao den sogenannten Casualty Collection Point – das Verwundetensammelnest – ein und übernahm die Verteilung der Verwundeten auf die Rettungseinrichtungen in Gao.

Insgesamt wurden 17, zum Teil schwerstverletze, Soldaten per Hubschrauber verflogen. Die Rettungsteams mussten mehrere Umläufe fliegen. Unterstützt wurden sie durch ein MI -8-Team der UN.

In der Wüste ist jede Landung eine Herausforderung für die Piloten

In der Wüste ist jede Landung eine Herausforderung für die Piloten (Quelle: Bundeswehr/PAO MINUSMA Gao)Größere Abbildung anzeigen

Ambulanzen aus vier Nationen waren am Sichtungsplatz der Sanitätskräfte zu steuern. Es kamen alle sanitätsdienstlichen Reserven aus dem Standort Gao zum Einsatz. Die Verwundeten wurden auf die sogenannten Role 2 – Hospital mit notfallchirurgischen Fähigkeiten – der französischen Partner im Camp Barkhane, der chinesischen Streitkräfte im UN-Supercamp sowie auf die togolesische UN-Einrichtung in Kidal verteilt. Ein nigrischer Soldat war so schwer verletzt, dass er trotz aller Bemühungen nicht gerettet werden konnte und noch am Sichtungsplatz verstarb.

„Ohne das schnelle Eingreifen unserer Soldaten, ob Tiger, Heron oder MedEvac-Kräfte, hätten viele Verwundete keine Überlebenschance gehabt. Die Rettungskette stand, obwohl Kräfte bereits bei der Operation im Raum Ansongo-Menaka eingesetzt waren. Ich kann vor der außerordentlichen Leistung unserer Frauen und Männer nur den Hut ziehen“, unterstreicht der Kontingentführer.

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Stand vom: 01.12.17 | Autor: Torsten Sandfuchs-Hartwig


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