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Ich bin iM EINsatz: Der „Wasserbüffel“

Koulikoro, 15.09.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Für die Wasseraufbereitung bei der EUTM Mali: Fabian S. im Portrait (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Fabian S. und ich bin 31 Jahre alt. Nach meinem Freiwilligen Wehrdienst in Niederstetten als Munitions-und Betriebsstoffwart bin ich seit 2010 Angestellter beim Bundeswehrdienstleistungszentrum, erst in Wunstorf und seit 2013 in Munster. Für mich ist dies der erste Auslandseinsatz. Und hier trage ich den Dienstgrad eines Feldwebels der Reserve.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Fabian S. prüft unter anderem den Salzgehalt im Rohwasser (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Seit dem 01. Juni 2016 bin ich als Versorgungsfeldwebel für die Wasseraufbereitungsanlage (WAA) im deutschen Feldlager in Koulikoro verantwortlich. Dazu gehört in erster Linie die sogenannte Rohwassergewinnung. Das bedeutet, dass wir täglich zwischen 25 und 35 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz zur Aufbereitung gewinnen.

Da die Wasserqualität nicht deutschen Standards entspricht, muss es aufbereitet werden. Dazu durchläuft das Wasser zunächst vollautomatisch zwei Filterstufen, bevor in der Umkehrosmoseanlage das Rohwasser nahezu zu destilliertem Wasser wird. Durch eine Chlor-Salz-Lösung, die automatisch zugeführt wird – wir nennen das „Impfen“ – erhält das Wasser dann Trinkwasserqualität.

Um Schäden an der Anlage zu vermeiden, wird sie täglich akribisch untersucht und gereinigt (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Zum einen besteht meine Aufgabe darin, die gesamte Anlage regelmäßig zu warten und zu pflegen, damit den Kameraden ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. Zum anderen stelle ich auch die Qualität des Rohwassers fest. So soll die Anlage vor Schäden durch Chlor oder andere Zusatzstoffe geschützt werden.

Da das Versorgungsnetz hier in Mali nicht immer gleichbleibende Mengen von Rohwasser liefern kann, variieren die Zeitpunkte meiner Kontrollen. Ob früh morgens oder in der Nacht – wenn die Rohwasserbehälter vollständig gefüllt sind, bin ich zur Stelle.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Dokumentation: Feldwebel Fabian S. liest regelmäßig die Wasserwerte ab und führt Protokoll (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Obwohl ich als gelernter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung und Klimatechnik schon einige Berührungspunkte mit Wasser hatte, war ich doch sehr überrascht, wieviel Arbeit es macht, Trinkwasser zu produzieren. Doch dieser Herausforderung stelle ich mich gerne, denn die Arbeit hier in der Unterstützungskompanie macht mir viel Spaß. Die Tage vergehen wie im Flug. Auch dass ich für die Dauer des Einsatzes wieder die Uniform tragen darf, macht mich stolz. Auch die im Lager gelebte Kameradschaft ist beeindruckend.

Das vermisse ich hier am meisten.

In erster Linie natürlich meine Partnerin, meine Familie und die Freunde. Aber auch das Motorradfahren nach einem langen Arbeitstag fehlt mir enorm. Ebenso fehlen mir meine Jungs aus dem Motorradclub. Dass ich in diesem Jahr leider nicht an unserer Sommerparty teilnehmen konnte, ist schade. Aber das wird nachgeholt, versprochen!

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich möchte weiterhin mit meinen Kameraden der Unterstützungskompanie eine gute Zeit im Einsatz verbringen und wünsche mir, dass alles so gut weiterläuft, wie bisher und dass wir alle gesund nach Hause zurückkehren. Es wäre schön, wenn wir auch nach dem Einsatz in Verbindung bleiben könnten. Ich grüße besonders meine Familie und meine Freundin, den Motorradclub „Seizing of Pistons“ und die Kollegen vom Technischen Betriebsdienst in Munster.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Fabian S.


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