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Nordirak: Konvoi fahren bei Tag und Nacht

Erbil, 21.02.2017.

Es ist der erste richtig warme Tag in Erbil. Eine große Staubwolke wirbelt in der Luft, als sechs Militärfahrzeuge amerikanischer Herkunft die Straße nahe des Ausbildungs- und Versorgungscamps „M4“ entlang kommen. Fahren im Konvoi ist angesagt. Mit 50 Stundenkilometern geht es hinaus auf die Straßen nördlich von Erbil. In den Führerhäusern durchweg Peschmerga, die im Nordirak durch deutsche Soldaten mit italienischer Unterstützung zu Militärkraftfahrern aus- und weitergebildet werden.

Hauptfeldwebel Christian O. bei der morgendlichen Einteilung vor der ersten Platzrunde

Hauptfeldwebel Christian O. bei der morgendlichen Einteilung vor der ersten Platzrunde (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Drei Wochen dauert der „Drivers Course“ insgesamt. Nach einer eher theoretischen Einweisung und vielen technischen Details geht es bereits nach zwei Tagen in die Praxis. „Die Peschmerga sind hoch motiviert und freuen sich immer, wenn sie wieder im Gelände fahren dürfen“, so Hauptfeldwebel Christian O. (35), der die Ausbildung der angehenden Kraftfahrer leitet. Die täglich zu beobachtenden Fortschritte begeistern auch ihn: „Heute geht es zum ersten Mal in den öffentlichen Straßenverkehr und sowohl die Kurden als auch meine Ausbilder und ich sind gespannt darauf, ob die Fahrer das bisher Erlernte auch umsetzen können.“

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Es gibt noch zu tun

Alles im Blick am Steuer eines Maxpro

Alles im Blick am Steuer eines Maxpro (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Zuhause ist der Schirrmeister im Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen. So ist er genau der richtige Mann, um auch die technische Seite auszubilden. Denn es geht in diesem Kurs nicht nur um das fahrerische und taktisch richtige Verhalten hinterm Lenkrad, sondern auch um die Wartung, das Erkennen von Fehlern und Schäden sowie um die Pflege des anvertrauten Materials. Hauptfeldwebel O.: „Da haben wir noch einiges zu tun, aber auch das kriegen wir hin, wenn auch nicht ganz so intensiv wie in Deutschland.“

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Am Tag und in der Nacht

Beim Technischen Halt werden unter anderem der Ölstand kontrolliert und die Frontscheibe gereinigt

Beim Technischen Halt werden unter anderem der Ölstand kontrolliert und die Frontscheibe gereinigt (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Heute kommt es zu einem der Highlights der Ausbildung: Konvoi- und Nachtfahrten. Für den Konvoi haben sich die deutschen und italienischen Ausbilder des Mobile Training Teams Log (MTT Log) einen Rundkurs ausgesucht, der neben einigen kniffligen Abbiegungen auch einen Technischen Halt sowie die Durchfahrt durch eine kleine Stadt beinhaltet. Hier müssen die Fahrer Abstände und Geschwindigkeiten einhalten und ihr taktisches Verhalten üben. Gerade der Technische Halt ist dabei etwas total Neues für die Peschmerga, die sich sogleich an das Reinigen der Scheinwerfer machen und die Ölstände ihrer Fahrzeuge überprüfen.

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Keine Fahrfehler

Die Königsdisziplin: Fahren bei Nacht

Die Königsdisziplin: Fahren bei Nacht (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Auftanken und einer kleinen Pause geht es an die Königsdisziplin: „Fahren bei Nacht mit und (fast) ohne Licht“. Dieser Teil findet im umschlossenen Trainingsgelände des Camps „M4“ statt, um die größtmögliche Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.

Bei Nacht ist es schwerer, den bestmöglichen Weg zu finden

Bei Nacht ist es schwerer, den bestmöglichen Weg zu finden (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Jetzt fahren die Peschmerga einzeln mit ihren „Humwees“ und International MaxxPro MRAP durch das hügelige und schnell dunkler werdende Gelände, immer darauf bedacht, die bestmögliche Strecke zu finden. Das klappt alles ganz gut, kein Fahrzeug muss wegen eines Fahrfehlers aus einem der vielen Gräben gezogen werden. Da die Gruppe etwa 30 Männer umfasst, wechseln die Fahrer immer wieder durch. Alle sollen mal drankommen und dieselben wertvollen Erfahrungen sammeln können.

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Später Feierabend

Technischer Dienst bei Nacht: Das war die letzte Herausforderung für heute

Technischer Dienst bei Nacht: Das war die letzte Herausforderung für heute (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Gegen 22 Uhr sind schließlich alle Autos wieder zurück auf ihren Parkpositionen. Müde, aber um viele Erfahrungen reicher, geht es für alle Kursteilnehmer endlich in ihre Unterkünfte. Jetzt gilt es, jeden Ausbildungstag mit intensivem Training zu nutzen. Es geht schon auf das Kursende zu – und es gibt noch einiges zu lernen und zu üben.

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Stand vom: 21.02.17 | Autor: Ulrich Fonrobert


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